Selbsttest für Erwachsene - Asthma bronchiale

Autor: Dr. med. Anna Eger

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Was ist Asthma bronchiale?

Asthma bronchiale ist eine häufige Ursache chronischer Atembeschwerden. Es ist eine Erkrankung der Atemwege, die durch eine chronische Entzündung und Überempfindlichkeit der Schleimhaut der Bronchien verursacht wird. Dadurch kommt es zu anfallsweise auftretenden Verengungen der Atemwege, die zu Luftnot in unterschiedlicher Ausprägung führen. Etwa 5 Prozent der Erwachsenen und 10 Prozent der Kinder sind betroffen.

Man unterscheidet zwei Formen entsprechend ihres Entstehungsmechanismus:

◦ Exogen-allergisches Asthma, das mit Allergien zusammenhängt (extrinsisches Asthma)

◦ Nichtallergisches Asthma, welches noch in mehrere Unterformen unterteilt wird (intrinsisches Asthma)

Auch Mischformen sind möglich. Asthmaanfälle können sehr schwer und langanhaltend verlaufen. Ohne adäquate Behandlung kann eine akute Verschlechterung des Asthmas bis zum Tod führen.

Die Diagnose „Asthma“ ist eine klinische Diagnose, für die alle erhobenen Befunde gemeinsam betrachtet werden müssen. Das wichtigste ist deshalb eine sorgfältige Anamneseerhebung. Die folgenden 12 Fragen gehören zu einer solchen Anamnese und können einen Hinweis darauf geben, ob Sie an einem Asthma bronchiale leiden.

Wenn Sie an Atembeschwerden leiden, sollten Sie jedoch unabhängig von diesem Testergebnis einen Arzt aufsuchen, da nur dieser eine sichere Diagnose stellen kann.

Asthma – Luftnotattacken und Atemwegssymptome

Ursache der Luftnot bei Asthma bronchiale – Was passiert in den Bronchien?

Warum genau es zu der unspezifischen Überempfindlichkeit der Atemwege sowohl beim extrinsischen als auch beim intrinsischen Asthma kommt, ist noch nicht genau bekannt. Die Auslöser können sehr unterschiedlich sein. Sie führen zur Freisetzung proentzündlicher Stoffe aus Mastzellen und zur Aktivierung anderer Zellen des Immunsystems. Diese wiederum bewirken:

◦ Schäden an den Epithelzellen der Schleimhaut

◦ Verengung der Muskulatur der Bronchien

◦ Schwellung der Schleimhaut

◦ Absonderung von zähem Schleim

Durch die Verengung der Bronchien kommt es zu einem erschwerten Ausatmen, sodass die Ausatemphasen verlängert werden und die Lunge durch die „gefangene“ Luft überbläht wird. Die Attacken von – übrigens häufig nachts auftretender – Atemnot und begleitenden Symptomen können nach bestimmten Triggerfaktoren auftreten, aber auch ganz plötzlich ohne Vorankündigung kommen und potentiell lebensbedrohlich werden.

Asthma – Husten

Ursachen der bronchialen Hyperreagibilität

Wenn die Schleimhaut der Bronchien mit Partikeln aus der Einatemluft, Krankheitserregern, Schleim oder ähnlichem in Kontakt kommt, dann kommt es zu einem Hustenreiz. Dies ist eine natürliche Reaktion um Fremdmaterial aus den Bronchien zu entfernen. Bei Asthmatikern ist diese Reaktion verstärkt. Durch verschiedene Reize kommt es zu einer Überreaktion der Bronchialschleimhaut, die sich in Verengung, Schleimbildung und Hustenreiz äußert. Für Asthmatiker ist hierfür manchmal schon eine verstärkte Einatmung beispielsweise bei körperlicher Belastung ausreichend.

Asthma – Verschleimung

Asthma – Leistungsfähigkeit

Ursachen der verminderten Leistungsfähigkeit – Was passiert in der Lunge auf längere Sicht?

Durch die chronische Entzündung, die auch in den symptomfreien Phasen nachweisbar ist, kommt es im Laufe der Zeit zu Umbauvorgängen in Bronchien und Lungenbläschen. Einerseits sind diese gekennzeichnet durch Einengungen der Bronchien, andererseits durch Überblähung der dahinterliegenden Lungenabschnitte. Das und die zusätzliche Schleimproduktion führen dazu, dass weniger Sauerstoff aus der Atemluft ins Blut aufgenommen werden kann und bewirkt eine schnellere körperliche Ermüdung auch schon bei kleineren Anstrengungen.

Asthma – Faktoren, die die Symptomatik verschlimmern

Mögliche Triggerfaktoren des Asthma bronchiale/ Asthmaformen

Für Asthma bronchiale ist das Auftreten anfallsartiger Atemnot mit/ ohne Brustenge und/ oder Husten mit/ ohne Auswurf charakteristisch. Nicht immer kann ein Auslöser eruiert werden. Man unterscheidet zwischen dem exogen-allergischen Asthma und dem nichtallergischen Asthma. Ersteres hat einen klaren Bezug zu bestimmten Allergenen, wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaaren etc. Zweiteres wird auch eosinophiles Asthma genannt und wird nochmals unterschieden in:

• Infektinduziertes Asthma, bei denen Viren, Bakterien oder Pilze einen Asthmaschub auslösen

• Medikamentös induziertes Asthma/ Analgetika-Asthma-Syndrom - zu den auslösenden Medikamenten zählen NSAR, ASS und Betablocker

• Toxin- oder Chemikalien-induziertes Asthma/ irritatives Asthma durch beispielsweise Rauch, Staub, Chemikalien

• Anstrengungsasthma nach körperlicher Belastung

• Late-onset-Asthma, von dem vor allem Frauen betroffen sind

• Asthma mit Adipositas (Fettsucht)

Beide Formen haben eine unterschiedliche prognostische und therapeutische Bedeutung. Des Weiteren können Temperatureinflüsse wie Kälte, psychische Faktoren und genetische Einflüsse eine Rolle spielen.

Asthma – Andere allergische Erkrankungen/ Atopien

Zusammenhang von Atopien mit allergischem Asthma bronchiale

Das Risiko für die Entstehung eines Asthma bronchiale ist bei Vorliegen einer sogenannten Atopie nachweislich erhöht. Atopie bedeutet, dass der Körper eine genetisch festgelegte erhöhte Bereitschaft aufweist, auf bestimmte Umweltstoffe mit einer allergischen Reaktion der Atemwege, der Haut oder des Magen-Darm-Traktes zu reagieren. Krankheiten wie Neurodermitis, Heuschnupfen, Nahrungsmittelallergien etc. weisen auf eine solche erhöhte Allergiebereitschaft hin und sind ein Risikofaktor auch für das Asthma bronchiale.

Asthma – Medikamenteneinnahme

Zusammenhang verschiedener Medikamente mit Asthma bronchiale

Manche Medikamente können durch ihren Wirkmechanismus die Verschlimmerung eines Asthmas oder einen Asthmaanfall auslösen. Zu diesen Medikamenten gehört eine bestimmte Substanzklasse, die sogenannten COX-1-Hemmer, die zu den nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) zählen und in der Bevölkerung relativ häufig eingesetzt werden. Wie der Name schon sagt, hemmen sie das Enzym Cyclooxigenase 1. Dadurch entstehen vermehrt sogenannte Leukotriene. Diese haben eine verengende Wirkung auf die Bronchien. Ebenso eine bronchienverengende Wirkung haben die Betarezeptorenblocker. Zu ihnen gehören die Wirkstoffe Metoprolol, Bisoprolol, Propanolol und viele weitere. Sie werden eigentlich eingesetzt zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche. Diese potentielle Nebenwirkung muss bei der Therapie dieser Erkrankungen natürlich beachtet werden.

Asthma – Berufsanamnese

Asthma als Berufskrankheit

Es gibt Berufe, die durch verschiedene Reize auf die Atemwege ein Asthma bronchiale befördern können. Berufe, bei denen eine hohe Belastung der Atemluft durch Stäube, Dämpfe, Lösungsmittel oder thermische Belastung besteht, sind für Asthmatiker ungeeignet. Im Bäckereigewerbe sind es die Mehlstäube, in der Landwirtschaft Pollen und Tierhaare, als Imker Insektenstäube, bei Tischlern oder anderen Holzhandwerkern Holzstäube, die reizend auf die Atemwege wirken und Asthmaanfälle triggern können. Auch Berufe mit starker körperlicher Belastung wie Straßen- oder Gleisbauer kommen als Auslöser in Betracht.

Asthma – Lungenfunktionstest

Was misst man in der Lungenfunktionsmessung? Wie sieht sie bei einem Asthmatiker aus?

Eine wichtige Basisuntersuchung im Rahmen der Lungenfunktionsdiagnostik zur Abklärung von Atembeschwerden ist die Spirometrie. Dabei wird der Patient aufgefordert durch den Mund in das Mundstück eines Spirometers zu atmen. Die Nase wird dabei mit einer Nasenklemme verschlossen. Dann wird eine Atemkurve bei ruhiger Ein- und Ausatmung erfasst sowie verschiedene Atemmanöver durchgeführt. Eines davon ist das schnellstmögliche Ausatmen in möglichst kurzer Zeit, nachdem man zuvor ganz tief eingeatmet hat. Dabei wird das Luftvolumen gemessen, welches in einer Sekunde ausgeatmet wird. Dieser Wert heißt 1-Sekunden-Kapazität FEV1 oder auch Tiffenau-Index. Bei Asthmatikern ist dieser Wert vermindert. Es gibt noch weitere Werte, die zur Beurteilung der Lungenfunktion herangezogen werden. Ein wichtiges Kriterium für die Diagnose eines Asthma bronchiale ist außerdem, ob diese Atemwegsverengung reversibel, also rückgängig zu machen ist, nachdem ein bronchienerweiterndes Spray inhaliert wurde.

Asthma – Vorangegangene Erkältungserkrankung

Auswirkungen einer akuten infektiösen Erkrankung der Atemwege?

Die Symptome einer infektiösen Atemwegserkrankung mit Hustenreiz, Verschleimung, Luftnot bei Anstrengung etc. können den Symptomen eines Asthma bronchiale sehr ähneln. Manchmal bestehen auch noch nach Wochen ein Hustenreiz bei körperlicher Anstrengung. Das kann Zeichen einer infektbedingten bronchialen Hyperreagibilität sein, ohne unbedingt auf ein Asthma hinweisen zu müssen. Infektionen der Atemwege können aber auch ein nicht-allergisches Asthma auslösen. Dies betrifft vor allem Säuglinge und Kleinkinder und kann im Verlauf der ersten Lebensjahre wieder abklingen. Beim allergischen Asthma kann ein Asthmaschub oder -anfall durch einen solchen Infekt ausgelöst werden. Erreger können sowohl Viren, als auch Bakterien oder selten Pilze sein. Außerdem sollte man in diesem Zusammenhang bedenken, dass auch die Nutzung von Infektionsmitteln Asthma auslösen können.

Asthma - Familienangehörige mit Asthma oder Atopien

Bedeutung einer genetischen Veranlagung

Man weiß, dass genetische Faktoren eine wichtige Rolle für die Entstehung eines Asthma bronchiale spielen. Es gibt nachweisbare genetische Veränderungen, die mit einem bis zu 70 Prozent höheren Risiko einhergehen an Asthma bronchiale zu erkranken. Eine positive Familienanamnese bedeutet also eine erhöhte Wahrscheinlichkeit ebenso ein Asthma bronchiale zu entwickeln. Leiden beispielsweise beide Elternteile daran, dann besteht für die Kinder ein 60 bis 80 prozentiges Erkrankungsrisiko. Andere IgE-vermittelte atopische Erkrankungen, wie eine allergische Rhinitis, erhöhen das Risiko ebenfalls.

Asthma – Andere chronische Erkrankungen

Mögliche Differentialdiagnosen des Asthma bronchiale

Beim Anamnesegespräch im Rahmen der Asthmadiagnostik sollten auch bekannte chronische Erkrankungen Beachtung finden. Einerseits ist die Abgrenzung der Symptome von diesen Erkrankungen notwendig, da diese ähnliche Beschwerden hervorrufen können. Andererseits können einige dieser Krankheiten oder deren Therapie mit einem erhöhten Risiko für die Asthmaentstehung einhergehen. Sie können auch ein bestehendes Asthma bronchiale verschlimmern. Das Vorhandensein dieser genannten Erkrankungen erschwert die Diagnose vor allem bei älteren Patienten. Umgekehrt müssen diese sogenannten Komorbiditäten natürlich auch bei der Asthmatherapie berücksichtigt werden.

Auswertung

Dieser Test beinhaltet wichtige Fragen, die zur Diagnosestellung des Asthma bronchiale gestellt werden sollten. Ihr persönliches Testergebnis ist jedoch nur ein Hinweis und keine sichere Diagnose! Es ersetzt nicht einen persönlichen Kontakt mit Ihrem Arzt. Der Test darf auch nicht als Grund angesehen werden eine bestimmte Therapie in Eigenregie einzuleiten oder eine bestehende Therapie zu verändern. Wenn bei Ihnen akute Atembeschwerden auftreten oder neuartige chronische Beschwerden mit der Atmung vorhanden sind, sollten Sie unabhängig vom Testergebnis einen Arzt aufsuchen. Nur eine interaktive Anamnese mit einer gewissenhaften körperlichen Untersuchung und entsprechende andere diagnostische Maßnahmen können zu einer sicheren Diagnose führen.