Bauen Einrichten Allergie

Lucas Finsel, von Casando.de

Bauen, Einrichten und Renovieren ohne Allergene? Was ist heute möglich? - Ist es möglich ein völlig allergenarmes Haus zu bauen?

Ist es möglich ein völlig allergenarmes Haus zu bauen?

Ein vollkommen allergenfreies Haus zu bauen ist zum jetzigen Zeitpunkt wohl noch nicht möglich, zu unterschiedlich sind die Allergene, auf die Menschen reagieren. Aber allergenarm zu bauen ist auf jeden Fall möglich. Hier eignen sich vor allem Massivhäuser, da Stahl und Beton von Natur aus allergenärmer sind als beispielsweise Hölzer.

Beim gesamten Hausbau, beim Innenausbau und bei der Einrichtung sollte auf die verwendeten Materialien geachtet werden. Es gibt einige Siegel, wie den „Blauen Engel“, ÖkoControl, das GuT-Siegel oder Natureplus, um nur einige zu nennen, die kennzeichnen, dass Werkstoffe, Möbel oder Bodenbeläge ohne chemische Zusatzstoffe oder Einflüsse produziert wurden.

Haben allergenarme Bauprodukte Nachteile in Bezug auf Produkteigenschaften?

Allergenarm zu bauen bedeutet keinesfalls schlechter zu bauen. Die Produkte haben oft eine gleichwertige oder durch den hinzu kommenden gesundheitlichen Aspekt sogar eine höhere Qualität. So profitieren auch gesunde Menschen von einer allergenarmen Umgebung ohne chemische Zusatzstoffe.

Epoxidharze sind eine häufige Ursache für Allergien bei Handwerkern und Heimwerkern. Welche Ersatzprodukte empfehlen Sie für welche epoxidharzhaltigen Produkte?

Das Problem der Epoxidharze ist vor allem ein Problem der Verarbeitung, deswegen sind auch, wie erwähnt, hauptsächlich Hand- und Heimwerker betroffen. Ausgehärtet sind diese Harze gesundheitlich nicht mehr bedenklich.

Bei der Verwendung von Epoxidharzen gilt, dass das nicht ausgehärtete Epoxidharz auf keinen Fall mit der Haut in Kontakt treten darf. Des Weiteren sollten Schutzbrille und Atemmaske getragen werden. Es empfiehlt sich aber in jedem Fall Ersatzprodukte in Erwähnung zu ziehen, bevor man sich leichtfertig für die Verwendung von Epoxidharzen entscheidet, denn diese sind mittlerweile ebenso wirksam, bei deutlich geringerer Gesundheitsgefahr.

In unserer Praxis haben wir es hauptsächlich mit Klebstoffen zu tun, die Epoxidharze enthalten. Hier gibt es, wie bereits erwähnt, hervorragende Alternativen, die sowohl lösungsmittelfrei, als auch kennzeichnungsfrei sind.

Aber auch in anderen Bereichen in denen Epoxidharze zum Einsatz kommen, können diese durch andere Produkte ersetzt werden. Beim Verfugen von Fliesenbelägen kann statt Epoxidharz auch Verfugungsmaterial auf Basis von Alkalisilikaten verwendet werden.

Herr Finsel, herzlichen Dank für das Interview!

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