Andreas Andersson, Clean Compartment Expert (contact allergy) bei Volvo Schweden

Auto und Allergie - Volvos Service für Allergiker

Pollenfilter sind bei allen Autos inzwischen Standard, aber besondere Anstrengungen um Allergikern das Autofahren zu erleichtern, unternehmen nur wenige Marken. Eine davon ist Volvo. Bereits Mitte der neunziger Jahre begann man dort zum Thema „Kontaktallergie“ zu forschen und verbannte allergene Metalle weitgehend aus dem Innenraum. Seit über zehn Jahren arbeitet man mit der Schwedischen Allergie- und Asthmagesellschaft zusammen. Was Volvo aktuell für Allergiker bietet und was in Zukunft zum Thema Allergie von der Marke zu erwarten ist, erfuhr MeinAllergiePortal von Andreas Andersson, Clean Compartment Expert (contact allergy) bei Volvo Schweden.

Die Marke "Volvo" ist ja eher für Sicherheit durch Stabilität bekannt, als für das Eingehen auf flüchtige Stoffe wie Pollen und Gerüche oder Hautreizungen durch Kontakte. Was hat Volvo dazu veranlasst, sich intensiv des Themas „Allergie und Auto“ anzunehmen?

Es gibt bei Volvo einen Leitsatz, und diesen gibt auch schon seit der Gründung im Jahre 1927. Bei allem was wir tun, stellen wir den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Sicherheit gehört zu den Markenkernwerten von Volvo und darin eingeschlossen ist auch der Schutz der Gesundheit. Unsere Kunden legen Wert darauf, saubere Luft einzuatmen und vor schädlichen Substanzen geschützt zu werden. Und wir möchten einen Beitrag dazu leisten, indem wir einen erstklassigen Fahrzeug-Innenraum anbieten, in dem sich die Insassen wohlfühlen.          

Volvo arbeitet intensiv mit der Schwedischen Allergie- und Asthma-Gesellschaft zusammen. Seit wann gibt es diese Kooperation und was hat Volvo von der Allergie- und Asthma-Gesellschaft gelernt?

Die Kooperation startete in der ersten Jahreshälfte 2002. Das erste Fahrzeug, das mit einer Empfehlung der Schwedischen Asthma- und Allergie-Vereinigung auf den Markt gekommen ist, war 2008 der Volvo S80, unsere große Limousine. Dank der professionellen und angenehmen Zusammenarbeit konnten wir wertwolle Kenntnisse über die Bedürfnisse von Menschen sammeln, die an Asthma oder Allergien leiden. Das gewonnene Wissen hat uns bei der Produktentwicklung und der Einführung des Innenraum-Luftqualitätssystem sehr geholfen.

Das Interior Air Quality System, also das Innenraumqualitäts-System, überwacht die Qualität der von außen einströmenden Luft und schließt automatisch die Außenluftzufuhr, wenn der Schadstoffanteil zu hoch wird. Wie funktioniert das konkret?

Das Innenraum-Luftqualitätssystem besteht aus einem Filter und einen Sensor. Der Filter ist mit Aktivkohle imprägniert und absorbiert Partikel, wie zum Beispiel Pollen, aus der einströmenden Luft, die Aktivkohle kümmert sich um die Reduktion von Gasen und unangenehmen Gerüchen. Der Sensor registriert, ob Substanzen wie Stickoxide, Kohlenmonooxide und Kohlenwasserstoffe in der Umgebungsluft enthalten sind und schließt die Luftaufnahme, wenn die Konzentration zu hoch ist. So hilft das System effektiv die Luft im Innenraum zu reinigen und verringert die möglichen Probleme für Asthmatiker, Allergiker und andere sensible Fahrzeuginsassen. Schließlich sollen sich alle Passagiere bei einer Fahrt in einem Volvo wohl und gut fühlen. 


Zusätzlich stellt das Clean Zone Interior Package, ein Innenraumreinigungs-Paket, sicher, dass die Innenraumluft automatisch gereinigt wird, sobald der Wagen aufgeschlossen wird. Wie kann man sich das vorstellen?

Das Innenraum-Luftqualitätssystem beinhaltet ein ferngesteuertes, automatisches Innenraum-Belüftungssystem. Es startet, wenn die Fahrzeugtür mit der Fernbedienung aufgeschlossen wird und eliminiert effektiv alle Emissionen und starke Gerüche, die während der Parkzeit entstanden sind – das fördert ein gesünderes Klima im Innenraum.

Eine der größten Herausforderungen in diesem Projekt war die Verringerung der Kohlenwasserstoffemissionen. Bei warmen Temperaturen dünsten giftige Kohlenwasserstoffe aus Textilien und Plastikteilen aus. Auf diese Substanzen können hypersensible Personen reagieren. Um die Kriterien der Asthma- und Allergie-Vereinigung zu erfüllen, war es zwingend nötig, diesen Anspruch zu erfüllen.

Volvo arbeitet bereits seit Mitte der neunziger Jahre an einer für Kontaktallergiker verträglichen Innenraumgestaltung. Der Nickelanteil im Innenraum wurde auf ein Minimum reduziert und das Leder wird in einem chromfreien Prozess gegerbt. Gibt es weitere Bemühungen in dieser Richtung?

Wir überlegen uns immer, wie wir den Fahrzeug-Innenraum verbessern können und die Zahl der gesundheitsgefährdenden Stoffe reduzieren können. Leider können wir noch keine Details über zukünftige Produkte verraten. Allgemein sehen wir ein wachsendes Interesse an einem gesunden Fahrzeug-Innenraum, besonders in Asien und Metropolen mit schlechter Luftqualität.

Wie schätzt Volvo die weitere Entwicklung beim Thema "Allergie und Auto" ein? Stellen Sie sich auf eine wachsende Zahl von Allergikern unter den PKW-Käufern und –Fahrern ein? Welche Services und Entwicklungen können die Allergiker von Volvo hier noch erwarten?

Der Partikelfilter wird kontinuierlich für zukünftige Fahrzeuge verbessert, insbesondere in Hinblick auf kleinste Arten von Partikeln. Auch das Innovationsgebiet der Konnektivität wird fantastische Möglichkeiten eröffnen, um Asthmatiker und Allergiker zu unterstützen. Wir werden in der Lage sein, brauchbare Informationen über die Luftqualität, sowohl im als auch außerhalb des Fahrzeugs, an den Fahrer zu kommunizieren. Wenn die Luft außerhalb des Volvo Modells schlechter ist, gibt ja eigentlich auch keinen Grund auszusteigen, oder?

Herr Andersson, vielen Dank für das Interview!

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