Asthmaschulung für Kinder und Jugendliche

Dr. med. Gerd Schauerte, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung e.V.

Asthmaschulung für Kinder und Jugendliche: Alltagshilfe durch die AGAS

Die Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung im Kindes- und Jugendalter e.V. (AGAS) wurde 1994 gegründet und richtet sich an alle Berufsgruppen, die an einer Asthmaschulung beteiligt sind. Angesprochen sind u.a. Ärzte, Psychologen, Pädagogen, Kinderkrankenschwestern, medizinische Fachangestellte und Physiotherapeuten. Ziel der Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung ist es, die an der Asthmaschulung beteiligten Trainer umfangreich für das Training von Kindern und Jugendlichen mit Asthma und deren Familien zu schulen. Es soll ein flächendeckendes Schulungsangebot mit einheitlich hohen Qualitätsstandards bereitgestellt werden. MeinAllergiePortal sprach mit Dr. med. Gerd Schauerte, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung e.V. über das aktuelle Angebot.

Herr Dr. Schauerte, die Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung wird dieses Jahr 20 Jahre alt. Welche Ihrer Ziele konnten Sie erreichen?

Wir sind sehr glücklich dass wir als Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung Schulungsstandards für Asthmaschulungen entwickelt und festgelegt haben, die im Qualitätsmanagement-Handbuch für Eltern von Kindern unter 5 Jahren, Kleinkinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr fest verankert sind. Diese Schulungsstandards gelten für ganz Deutschland einheitlich und sind Basis aller Verträge zu Asthmaschulungen – hier sind wir einen großen Schritt vorangekommen.

Auch die Ausbildung für Asthmatrainer innerhalb Deutschlands ist ganz klar organisiert. Es gibt bundesweit Asthmaakademien und die Ausbildung kann relativ rasch, ohne lange Wartezeiten umgesetzt werden. Außerdem haben wir es in Zusammenarbeit mit dem Kompetenznetz Patientenschulungen geschafft die Ausbildungen modular zu konzipieren. Das bedeutet, dass bestimmte Module der Ausbildung zum Asthmatrainer auch für andere Ausbildungen anerkannt werden, z.B. für die Ausbildung zum Neurodermitistrainer oder Anaphylaxietrainer.

In Bezug auf die Finanzierung der Schulungen durch die Krankenkassen konnten wir auch viel erreichen. Es gibt bundesweite Verträge für die Kostenübernahme der Asthmaschulungen für Kinder ab dem 5. Lebensjahr und Jugendliche bis 18 Jahre bzw. für die Eltern der betroffenen Kinder.

Wo „hakt“ es aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung noch? 

Ein „Lücke“ im System gibt es bei der Finanzierung der Schulungen für Kinder zwischen dem 2. und dem 5. Lebensjahr. Für diese Altersgruppe gibt es zwar auch eine evaluierte Schulung der AG Asthmaschulung, aber diese sind nicht Teil des DMP, d.h. des Disease Management Programmes für Asthma und so konnten noch keine bundesweit gültigen Verträge zur Finanzierung der Schulungen geschlossen werden. Lediglich Selektivverträge, d.h. einzelne Verträge mit einzelnen Krankenkassen, waren für diese Altersgruppe bisher möglich.

Was bedeutet Disease Management Programm im Zusammenhange mit einer Asthmaschulung?

Das Disease Management Programm (DMP) für Asthma wurde im Jahr 2006 eingeführt. Disease Management Programme sind spezielle Behandlungsprogramme für chronische Erkrankungen. Diese DMPs gibt es deshalb nicht nur für Asthma, sondern auch z.B. für koronare Herzerkrankungen oder COPD. In diesen Disease Management Programmen wurde festgehalten, dass den Patienten, die im Disease Management Programm eingeschrieben sind, eine Schulung zum Umgang mit ihrer Erkrankung ermöglicht werden soll. Damit waren die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen und die Umsetzung dieser Rahmenbedingungen oblag dann den Kassenärztlichen Vereinigungen gemeinsam mit den jeweiligen gesetzlichen Krankenkassen eines Bundeslandes. Fast alle Krankenkassen haben dies auch umgesetzt und die Asthmaschulungen in die DMPs aufgenommen, d.h. sie werden finanziert, wenn sie nach den Qualitätsvorgaben der AG Asthmaschulung durchgeführt werden. Das jeweils aktuelle Qualitätshandbuch der AG Asthmaschulung ist Bes tandteil dieser Verträge.

Wie gesagt, in diese DMPs dürfen Kinder erst ab dem 5. Lebensjahr eingeschrieben werden und es fehlt noch ein Disease Management Programm für Kinder unter fünf Jahren. Bisher war man jedoch auf Seiten der Krankenkassen immer der Meinung, dass Investitionen in andere Bereiche Vorrang haben. Das heißt, die Krankenkassen können eine Asthmaschulung für Kinder unter 5 Jahren finanzieren, aber sie sind nicht dazu verpflichtet.

Bei den Privat-Versicherten können die Schulungen über verschiedene Abrechnungsziffern kostendeckend abgerechnet werden.

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