Atemnot und Asthmaanfälle trotz Therapie? Ist Symptomfreiheit bei schwerem Asthma möglich?
Wenn es trotz Asthma-Therapie immer wieder zu Atemnot und Exazerbationen, also Asthmaanfällen, kommt, resignieren viele Patienten und nehmen die Asthma-Symptome als gegeben hin. Das hat allerdings Folgen, denn dauerhaft schwere Asthma-Symptome beeinträchtigen auch Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Was viele nicht wissen: Es gibt moderne Therapien, die auch bei schwerem und lange bestehendem Asthma noch helfen können. Für welche Asthma-Formen das gilt und was zu beachten ist, darüber sprach MeinAllergiePortal mit Prof. Dr. med. Stephanie Korn, Oberärztin Ärztliche Leitung Asthma Ambulanz und Oberärztin (Thoraxklinik Heidelberg), Leiterin des Instituts für Klinische Forschung Pneumologie in Mainz (IKF Pneumologie Mainz) und Gründerin und Betreiberin des Patientenportals Lungenglück (www.lungenglueck.de).

Autor: Sabine Jossé
Interviewpartner: Prof. Dr. med. Stephanie Korn
Biologika bei Asthma: Die wichtigsten Fakten!
▶Exazerbationen (Verschlechterungen, die dazu führen, dass man mehr Therapie benötigt, z.B. mehr Inhalationen oder Kortisontabletten) trotz Therapie können ein Hinweis auf schweres Asthma sein.
▶Asthma ist häufig mit Begleiterkrankungen verbunden, die das Entzündungsgeschehen verstärken.
▶Aktuell stehen zur Behandlung von Asthma 7 Biologika und ein Biosimilar zur Verfügung.
▶Alle Biologika zeigen eine gute Wirksamkeit und ein gutes Sicherheitsprofil, unabhängig von der Häufigkeit der Anwendung.
▶Der Wechsel zwischen Biologika ist möglich.
Frau Prof. Korn, woran liegt es, dass manche Menschen trotz Asthma-Therapie unter Atemnot leiden oder sogar Asthmaanfälle haben?
Wenn es trotz sorgfältig angewendeter Asthma-Therapie zu Asthma-Symptomen wie Atemnot oder Exazerbationen kommt und Therapietreue, Inhalationstechnik, Komorbiditäten, Trigger und Differenzialdiagnosen geprüft bzw. ausgeschlossen und gegebenenfalls behandelt wurden, handelt es sich häufig um ein schweres Asthma. Ab einem gewissen Asthma-Schweregrad kann man mit inhalativen Medikamenten die Symptome zwar verbessern und es kommt dann durchaus zu weniger Beschwerden. Alle Symptome bekommt man dann jedoch unter Umständen nicht in den Griff.
Was ist die Definition von schwerem Asthma?
Bei schwerem Asthma lässt sich die zugrundeliegende Entzündung trotz einer optimierten hochdosierten inhalativen Therapie nicht ausreichend kontrollieren. Zusätzlich können Faktoren wie Allergene oder Atemwegsinfektionen die Entzündung und die Beschwerden verstärken. Nicht immer lässt sich jedoch ein konkreter Auslöser identifizieren. Von einem schweren Asthma spricht man, wenn die Erkrankung trotz optimierter hochdosierter inhalativer Therapie und nach Überprüfung von Inhalationstechnik, Therapieadhärenz, Begleiterkrankungen und möglichen Triggern weiterhin unkontrolliert bleibt oder sich bei einer Reduktion dieser Therapie wieder verschlechtert.
Was sind typische Anzeichen für ein schweres, unkontrolliertes Asthma?
Ein schweres Asthma erkennt man an diesen Symptomen, die trotz hochdosierter inhalativer Therapie weiterhin auftreten:
- Atemnot tagsüber
- Nächtliches Erwachen aufgrund des Asthmas
- Geringere Belastbarkeit durch das Asthma
- Häufiger Einsatz des Notfallsprays
- Dauerhaft wiederkehrende Exazerbationen oder Asthmaanfälle
Bei lange bestehendem und unzureichend kontrolliertem Asthma kann die chronische Entzündung zu einem sogenannten Remodeling der Atemwege führen. Dabei kommt es zu strukturellen Veränderungen der Atemwegswände, beispielsweise zu einer Verdickung und einem Umbau des Gewebes. Dadurch können die Atemwege dauerhaft enger und weniger flexibel werden, sodass die Atemwegsobstruktion teilweise nicht mehr vollständig reversibel ist.
Welche Auswirkungen hat ein schweres Asthma auf den Alltag der Betroffenen?
Ein schweres Asthma kann die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Viele Patienten merken, dass sie im Alltag weniger belastbar sind und Aktivitäten vermeiden, die früher selbstverständlich waren. Sport fällt schwerer oder ist manchmal gar nicht mehr möglich. Bei ausgeprägten Beschwerden können sogar alltägliche Dinge wie Einkaufen, Treppensteigen oder Hausarbeit zur Herausforderung werden.
Auch nachts kann sich ein schweres Asthma bemerkbar machen: Wer wegen Husten, Atemnot oder einem Engegefühl in der Brust immer wieder aufwacht, schläft schlechter und fühlt sich am nächsten Tag häufig müde und weniger leistungsfähig. Atemwegsinfekte können die Beschwerden zusätzlich verstärken und Asthmaanfälle auslösen.
Wiederkehrende Asthmaanfälle können sich außerdem auf Schule, Beruf und Freizeit auswirken und zu Fehlzeiten führen. Manche Betroffene ziehen sich zunehmend von gemeinsamen Aktivitäten zurück, weil sie Sorge haben, nicht mithalten zu können oder plötzlich Atemnot zu bekommen.
Deshalb ist es wichtig, ein schweres Asthma möglichst gut zu kontrollieren und dabei auch mögliche Begleiterkrankungen zu erkennen und zu behandeln. Denn auch diese können Beschwerden verstärken und dazu beitragen, dass das Asthma schwerer zu kontrollieren ist.
Was sind typische Begleiterkrankungen bei Asthma?
Asthma betrifft nicht nur die Lunge. Nase, Nasennebenhöhlen und Bronchien gehören zu einem zusammenhängenden Atemwegssystem, weshalb man auch von den „United Airways“ spricht. Außerdem treten bei Menschen mit Asthma häufig Begleiterkrankungen auf, zum Beispiel Allergien, eine chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen mit Nasenpolypen oder Neurodermitis.
Diese Begleiterkrankungen sind wichtig, weil sie die Beschwerden verstärken und dazu beitragen können, dass sich das Asthma schlechter kontrollieren lässt. Deshalb sollten sie bei der Behandlung eines schweren Asthmas immer mitberücksichtigt werden.
Das Gute ist: Einige moderne Asthma-Therapien setzen gezielt an Entzündungswegen an, die nicht nur beim Asthma, sondern auch bei bestimmten Begleiterkrankungen eine Rolle spielen. So kann eine passende Therapie unter Umständen mehrere Erkrankungen gleichzeitig positiv beeinflussen.
| Häufige Begleiterkrankungen bei schwerem Asthma |
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| Quellen: Prof. Dr. med. Stepanie Korn, Khan J, Moran B, McCarthy C, Butler MW, Franciosi AN. “Management of comorbidities in difficult and severe asthma.” Breathe. 2023;19(3):230133. doi:10.1183/20734735.0133-2023; Porsbjerg C, Menzies-Gow A. “Co-morbidities in severe asthma: Clinical impact and management.” Respirology. 2017;22:651–661. |
Was kann bei Asthma helfen, wenn die inhalative Asthma-Therapie nicht ausreicht?
Bei einem schweren, unkontrollierten Asthma mit häufigen Exazerbationen war es lange Zeit oft notwendig, die Therapie mit Kortison weiter zu intensivieren. Neben hochdosiertem inhalativem Kortison kamen dabei nicht selten auch Kortisontabletten, also systemische Kortikosteroide, zum Einsatz. Insbesondere eine wiederholte oder dauerhafte Behandlung mit Kortisontabletten kann jedoch erhebliche Nebenwirkungen verursachen, zum Beispiel Osteoporose, Diabetes, Bluthochdruck oder einen grauen Star.
Heute versucht man deshalb, die Belastung durch systemisches Kortison so weit wie möglich zu reduzieren. Für viele Patienten mit schwerem Asthma stehen inzwischen moderne Biologika zur Verfügung, die gezielt in die Entzündungsprozesse des Asthmas eingreifen. Dadurch lassen sich Exazerbationen häufig deutlich reduzieren und eine Behandlung mit Kortisontabletten in vielen Fällen verringern oder sogar ganz vermeiden.
Schweres Asthma und trotzdem symptomfrei, ist das mögllich?
Muss man sich mit schwerem #Asthma abfinden, oder kann man trotzdem #symptomfrei werden? Wie das geht erklärt Prof. Dr. med. Stephanie Korn, Oberärztin Ärztliche Leitung Asthma Ambulanz und Oberärztin...Wie können Biologika bei Asthma helfen?
Biologika sind gezielt entwickelte Antikörper, die bestimmte Botenstoffe oder Strukturen des Immunsystems blockieren, die bei der Entzündung des Asthmas eine wichtige Rolle spielen. Dadurch können sie sehr gezielt in die Entzündungsprozesse eingreifen.
Bei schwerem Asthma können unterschiedliche Entzündungswege eine Rolle spielen. Hinweise darauf, welcher Entzündungsweg bei einem Patienten besonders aktiv ist, liefern sogenannte Biomarker. Dazu gehören beispielsweise die Anzahl der Eosinophilen im Blut oder die Konzentration von Stickstoffmonoxid in der Ausatemluft (FeNO). Auch ein allergisches Asthma und der IgE-Spiegel können für die Auswahl einer Therapie von Bedeutung sein. Die verschiedenen Biologika setzen an unterschiedlichen Stellen dieser Entzündungswege an, beispielsweise an IgE, IL-5 bzw. seinem Rezeptor, IL-4/IL-13 oder TSLP. Anhand dieser Informationen kann die Behandlung möglichst gezielt auf die jeweilige Form des Asthmas abgestimmt werden.
In Deutschland stehen mittlerweile sieben Biologika sowie ein Biosimilar für die Behandlung verschiedener Formen des schweren Asthmas zur Verfügung. Welches Biologikum am besten geeignet ist, hängt neben den Biomarkern unter anderem von der Form des Asthmas, bisherigen Beschwerden und Asthmaanfällen sowie möglichen Begleiterkrankungen ab. Insgesamt zeigen die zugelassenen Biologika eine gute Wirksamkeit und ein günstiges Sicherheitsprofil.
Die Präparate unterscheiden sich außerdem darin, wie häufig sie angewendet werden müssen. Je nach Biologikum erfolgt die Behandlung beispielsweise alle zwei, vier oder acht Wochen. Inzwischen steht auch ein Biologikum zur Verfügung, das nur noch zweimal im Jahr – also etwa alle sechs Monate – verabreicht wird. Damit unterscheiden sich die verfügbaren Therapien nicht nur hinsichtlich ihres Wirkmechanismus, sondern auch deutlich in ihren Behandlungsintervallen.
Unabhängig vom jeweiligen Anwendungsintervall ist eine frühe und kontinuierliche Kontrolle der Entzündung ein wichtiges Ziel der Asthmatherapie. Patienten können hierzu durch eine regelmäßige und zuverlässige Anwendung ihrer Therapie selbst wesentlich beitragen. Eine gute Adhärenz hilft dabei, die Entzündung dauerhaft zu kontrollieren und Beschwerden sowie Asthmaanfälle möglichst zu vermeiden. Das langfristige Therapieziel geht dabei heute über eine reine Verbesserung der Beschwerden hinaus: Angestrebt werden eine möglichst gute Symptomkontrolle bis hin zur Symptomfreiheit und – wenn möglich – eine Remission des Asthmas. Remission bei Asthma bedeutet, dass die Erkrankung so gut unter Kontrolle ist, dass keine oder kaum Beschwerden auftreten, keine Asthmaanfälle vorkommen und die Lungenfunktion stabil ist – auch wenn das Asthma damit nicht unbedingt dauerhaft geheilt ist.
Für welche Asthma-Formen kommen welche Biologika-Therapien in Frage und was ist der Unterschied?
Voraussetzung für den Einsatz eines Biologikums ist, dass tatsächlich ein schweres Asthma vorliegt und die Erkrankung trotz optimierter inhalativer Therapie nicht ausreichend kontrolliert ist. Anschließend wird genauer untersucht, welche Entzündungsprozesse das Asthma antreiben. Dabei helfen bestimmte Biomarker, zum Beispiel die Zahl der Eosinophilen im Blut oder das ausgeatmete Stickstoffmonoxid (FeNO). Zusammen mit der Krankengeschichte, möglichen Allergien und Begleiterkrankungen helfen diese Werte dabei, das Asthma genauer einzuordnen und das am besten geeignete Biologikum auszuwählen. Omalizumab ist das Biologikum, das bereits am längsten zur Behandlung des schweren Asthmas eingesetzt wird. Es richtet sich gegen Immunglobulin E (IgE), einen Antikörper des Immunsystems, der bei allergischen Reaktionen eine zentrale Rolle spielt. Omalizumab kommt deshalb insbesondere bei Patienten mit schwerem allergischem Asthma zum Einsatz. Mittlerweile steht für Omalizumab auch ein Biosimilar zur Verfügung.
Für das sogenannte eosinophile Asthma stehen mehrere Biologika zur Verfügung, die gezielt in den IL-5-Signalweg eingreifen. Eosinophile sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen und können bei bestimmten Formen des Asthmas vermehrt auftreten. Ihre Anzahl lässt sich im Blut bestimmen und dient als wichtiger Biomarker, um eine eosinophile Entzündung zu erkennen und die passende Therapie auszuwählen.
Mepolizumab und Reslizumab richten sich gegen den Botenstoff Interleukin-5 (IL-5), während Benralizumab am IL-5-Rezeptor ansetzt. IL-5 spielt eine wichtige Rolle für die Bildung, Aktivierung und das Überleben eosinophiler Granulozyten.
Erst kürzlich hinzugekommen ist Depemokimab, das ebenfalls gegen IL-5 gerichtet ist. Es zeichnet sich durch seine lange Wirkdauer aus und muss zweimal im Jahr verabreicht werden.
Ein weiterer Antikörper, Dupilumab, er greift gezielt in die Typ-2-Entzündung ein und hemmt die Signalwege der beiden wichtigen Entzündungsbotenstoffe Interleukin-4 (IL-4) und Interleukin-13 (IL-13).
Desweiteren gibt es Tezepelumab (Anti-TSLP). Es richtet sich gegen den Botenstoff Thymic Stromal Lymphopoietin (TSLP), der von den Epithelzellen der Atemwege freigesetzt wird und bereits früh an der Entstehung und Verstärkung der Entzündungsreaktion beteiligt ist.
Wie werden diese Biologika bzw. Antikörper-Therapien gegen schweres Asthma verabreicht?
Bis auf ein Biologikum, das intravenös als Infusion verabreicht wird, werden die Biologika zur Asthma-Therapie subkutan, also unter die Haut, gespritzt. Unterschiede gibt es vor allem bei den Abständen zwischen den Anwendungen. Je nach Präparat erfolgt die Behandlung beispielsweise alle zwei, vier oder acht Wochen. Seit Kurzem steht auch ein Biologikum zur Verfügung, das alle sechs Monate verabreicht werden muss. Ein solch langes Therapieintervall kann für viele Patienten eine große Erleichterung sein und dazu beitragen, dass die Erkrankung und ihre Behandlung im Alltag stärker in den Hintergrund treten.
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Biologika zur Behandlung von schwerem Asthma |
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| Therapie | Anwendungshäufigkeit | Gerichtet gegen |
| Omalizumab | subkutan alle 2 oder 4 Wochen | IgE |
| Omalizumab-Biosimilar | subkutan alle 2 oder 4 Wochen | IgE |
| Mepolizumab | subkutan alle 4 Wochen | IL-5 |
| Reslizumab | intravenös alle 4 Wochen | IL-5 |
| Benralizumab | Benralizumab subkutan initial alle 4 Wochen, dann alle 8 Wochen IL-5R | IL-5R |
| Dupilumab | subkutan alle 2 Wochen | IL-4/IL-13 |
| Tezepelumab | subkutan alle 4 Wochen | TSLP |
| Depemokimab | subkutan alle 6 Monate | IL-5 |
| Quelle: Prof. Dr. med. Stephanie Korn | ||
Gibt es Unterschiede bei der Wirksamkeit der Biologika-Therapien?
Die verschiedenen Biologika greifen an unterschiedlichen Stellen der Entzündungsreaktion an und kommen deshalb je nach Asthmaform und individuellen Voraussetzungen zum Einsatz. Ein direkter Vergleich ihrer Wirksamkeit ist nur eingeschränkt möglich. Entscheidend ist vielmehr, das Biologikum auszuwählen, das am besten zur jeweiligen Form des Asthmas, zu den Biomarkern und zu möglichen Begleiterkrankungen passt. Die Erfahrung zeigt, dass bei passender Auswahl mit allen zugelassenen Biologika sehr gute Behandlungsergebnisse erzielt werden können.
Helfen Biologika immer oder gibt es auch Fälle, bei denen die Asthma-Symptome nicht komplett verschwinden?
Es gibt bei jeder Therapie auch Patienten, die nicht so gut auf die Behandlung ansprechen.
In diesem Fall kann geprüft werden, ob ein Wechsel auf ein anderes Biologikum sinnvoll ist. Voraussetzung ist, dass das neue Präparat zur jeweiligen Form des Asthmas und zu den individuellen Voraussetzungen, beispielsweise den Biomarkern und Begleiterkrankungen, passt. Unsere klinische Erfahrung zeigt: auch nach einem unzureichenden Ansprechen auf ein erstes Biologikum kann mit einem Wechsel eine deutliche Verbesserung erreicht werden.
Dabei bedeutet Therapieerfolg nicht unbedingt, dass sämtliche Asthma-Symptome vollständig verschwinden. Bereits eine deutliche Verringerung der Exazerbationen ist ein wichtiges Therapieziel. Besonders bedeutsam ist es, wenn gleichzeitig die Behandlung mit systemischem Kortison reduziert oder eine dauerhafte Einnahme von Kortisontabletten ganz vermieden werden kann.
Biologika gegen Asthma muss man meist lebenslang einnehmen, was weiß man über Nebenwirkungen, auch auf längere Sicht?
Biologika werden zur Behandlung des schweren Asthmas bereits seit vielen Jahren eingesetzt. Für die am längsten verfügbaren Biologika liegen inzwischen Erfahrungen über mehr als zwei Jahrzehnte vor. Insgesamt zeigen die zugelassenen Asthma-Biologika ein günstiges Sicherheitsprofil und werden in der Regel gut vertragen.
Wie bei jedem Medikament können jedoch Nebenwirkungen auftreten. Art und Häufigkeit unterscheiden sich je nach Wirkstoff. Möglich sind beispielsweise Reaktionen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen oder vorübergehende grippeähnliche Beschwerden, selten auch Gelenk- und Muskelschmerzen. Viele dieser Nebenwirkungen sind mild bis mäßig ausgeprägt und klingen in der Regel innerhalb weniger Tage wieder ab. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind insgesamt sehr selten.
Die Häufigkeit der Anwendung – also beispielsweise alle zwei oder vier Wochen oder nur alle sechs Monate – lässt für sich allein keinen Rückschluss darauf zu, wie gut ein Biologikum vertragen wird. Ein größerer Abstand zwischen den Anwendungen bedeutet daher nicht automatisch ein höheres Risiko für Nebenwirkungen. Entscheidend sind vielmehr der jeweilige Wirkstoff, sein Wirkmechanismus und das individuelle Sicherheitsprofil.
Welche nächsten Schritte können Menschen mit Asthma unternehmen, wenn sie Fragen zu möglichen weiteren Therapieoptionen haben?
Wenn man sich für eine Asthma-Behandlung mit Biologika interessiert, sollte man zunächst mit der behandelnden Lungenfachärztin oder dem behandelnden Lungenfacharzt besprechen, ob eine solche Therapie grundsätzlich in Frage kommt. Darüber hinaus gibt es spezialisierte Zentren für schweres Asthma. Eine Übersicht dieser Zentren findet man beispielsweise auf der Homepage des German Asthma Net e. V. (https://germanasthmanet.de/centers/)
Wer sich zunächst ausführlicher informieren, seine Erkrankung besser verstehen oder sich gezielt auf das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt vorbereiten möchte, findet außerdem auf meiner Patientenplattform LungenGlück (lungenglueck.de) verständlich aufbereitete Informationen rund um Asthma, Lungenfunktion und moderne Therapiemöglichkeiten. Dort biete ich auch Online-Veranstaltungen, Videos und weitere Unterstützungsangebote für Menschen mit Atemwegserkrankungen an.
Frau Prof. Korn, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Prof. Dr. med. Stephanie Korn ist eine renommierte Expertin auf dem Gebiet der Pneumologie. Sie ist als Oberärztin und ärztliche Leiterin der Asthma-Ambulanz an der Thoraxklinik Heidelberg tätig und leitet zudem das Institut für Klinische Forschung Pneumologie in Mainz (IKF Pneumologie Mainz). Neben ihrer klinischen und wissenschaftlichen Arbeit engagiert sie sich stark in der digitalen Patientenaufklärung: Als Gründerin und Betreiberin des Patientenportals Lungenglück https://lungenglueck.de/ vermittelt sie Betroffenen fundiertes medizinisches Wissen leicht verständlich.
NP-DE-EOS-ADVR260002, September 2026
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