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Kinder, Luftverschmutzung, Asthma: Helfen Haustiere?

Kinder, Luftverschmutzung, Asthma: Helfen Haustiere?

Könnte das Halten von Haustieren Kinder, die hoher Luftverschmutzung ausgesetzt sind, vor dadurch bedingtem Asthma schützen? Eine Studie aus China hat den Zusammenhang zwischen Asthma im Kindesalter, Luftschadstoffen und Haustierhaltung untersucht. Hier finden Sie die wichtigsten Ergebnisse und Zusammenhänge.

Asthma bei Kindern: Welchen Effekt hat Luftverschmutzung?

Dass Luftverschmutzung nicht förderlich für die Gesundheit der Atemwege ist, ist hinreichend bekannt. In einer großen Studie in China wurde von einem internationalen Forscherteam nun zunächst untersucht, ob die Luftverschmutzung durch verschiedene Schadstoffe − nämlich kleine Partikel (im Englischen „particulate matter“) und Stickstoff (NO2) − im Zusammenhang mit einer höheren Anzahl an Asthmaerkrankungen bei Kindern steht. Die Ergebnisse früherer Studien deuten bereits darauf hin. Die Forscher um Guang-Hui Dong von der Universität Guangzhou konnten bestätigen, dass an Orten mit höherer Luftverschmutzung mehr Kinder unter Asthmasymptomen wie Giemen und Husten leiden. Je größer die Luftverschmutzung, desto mehr Kinder hatten Asthma bzw. Asthmasymptome.

Asthma bei Kindern und Luftverschmutzung: Können Haustiere den Effekt der Luftverschmutzung verhindern?

Die Forschungsgruppe schloss fast 60.000 Kinder aus 94 Schulen in China in die Studie ein. Es wurde untersucht, ob in der Gruppe der Kinder mit Haustieren mehr oder weniger Asthma im Zusammenhang mit hoher Luftverschmutzung auftritt, als in der Gruppe der Kinder ohne Haustiere. Es zeigte sich, dass in der Gruppe der Kinder ohne Haustiere die Wahrscheinlichkeit für Asthmaerkrankungen größer war, je höher die Konzentration an Luftschadstoffen in der Region war. Dieser Zusammenhang wurde in der Gruppe der Kinder mit Haustieren jedoch nicht beobachtet. Demnach könnte das Halten von Haustieren die betroffenen Kinder also davor schützen, trotz hoher Luftverschmutzung nicht häufiger an Asthma zu erkranken als Kinder, die in Regionen mit besserer Luftqualität leben. Warum das so ist, ist jedoch noch nicht vollständig geklärt.

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Asthma bei Kindern und Luftverschmutzung: Welche Tierarten wurden untersucht?

In der chinesischen Studie wurden unter anderem Katzen, Hunde, Vögel und Geflügel als Haustiere betrachtet. Der vor Asthma schützende Effekt war besonders bei Kindern zu beobachten, die zu Hause Hunde oder Vögel hatten. Bei Katzenhaltung zeigte sich im Hinblick auf Asthma kein deutlicher Effekt.

Asthma bei Kindern und Luftverschmutzung: Sind Hunde gut zur „Vorbeugung“ von Asthma?

Die Studie aus China legt einen positiven Effekt der Hundehaltung in Bezug auf die Entwicklung eines Asthmas bei Kindern nahe, die hoher Luftverschmutzung ausgesetzt sind. Es muss aber betont werden, dass es auch weitere Studien zu diesem Thema gibt, die zu anderen, teils gegensätzlichen Ergebnissen gekommen sind. Hier gibt es also noch kein eindeutiges Forschungsergebnis und für eine klare Aussage ist es zu früh. Die Autoren der chinesischen Studie weisen auch darauf hin, dass kein kausaler Zusammenhang gezeigt wurde. Das bedeutet: Der beobachtete schützende Effekt vor den Folgen der Luftverschmutzung kann nicht ursächlich klar der Haltung von Hunden oder Vögeln zugeschrieben werden. Es gibt viele andere Faktoren, die in der Studie nicht berücksichtigt werden konnten und die ebenfalls einen Einfluss auf die Entwicklung von Asthmasymptomen haben könnten. Zudem zeigte sich in der Studie nur in der Gruppe der Kinder bis 12 Jahre der protektive Effekt der Haustierhaltung. Bei älteren Kindern war dies nicht zu beobachten.

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Asthma bei Kindern: Beeinflusst ein Haustier das Immunsystem positiv oder negativ?

Ob Haustiere das Immunsystem generell positiv oder negativ beeinflussen, ist ebenfalls nicht einfach zu beantworten: Einerseits gibt es Studien, die zeigen, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen mit einer größeren Diversität an Mikroben in ihrem Umfeld in Berührung kommen und gleichzeitig seltener Asthma entwickeln, als Kinder, die in einem anderen Umfeld aufwachsen. Die genaue Rolle des mirkobiellen Umfeldes im Zusammenhang mit der Entwicklung von Asthma ist aber noch nicht geklärt und muss weiter erforscht werden.

Andererseits müssen Kinder, die an allergischem Asthma leiden, sich oft von ihren Haustieren trennen, damit die Asthmabeschwerden weniger werden. Denn: Eiweißbausteine aus dem Speichel der Tiere gelangen über Haare und Hautschuppen in die Luft und verteilen sich in der Wohnung. Die Eiweißpartikel stellen potenzielle Allergene dar und können das Immunsystem „empfindlicher“ Halter bzw. Kinder „provozieren“ und zur Ausbildung von Allergien und/oder allergischem Asthma führen beziehungsweise die Symptome verstärken.

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Asthma bei Kindern und Luftverschmutzung: Warum haben Katzen keinen schützenden Effekt gezeigt, Hunde aber schon?

In der Studie aus China zeigte sich in der Gruppe der Kinder mit Katzen als Haustier, im Gegensatz zu denen mit einem Hund, kein schützender Effekt in Bezug auf die Einflüsse der Luftverschmutzung. Ein Erklärungsansatz für diese Beobachtung besteht darin, dass dies an der unterschiedlichen bakteriellen Besiedelung von Katzen und Hunden liegt. Die Mechanismen des Zusammenhangs zwischen Tierhaltung und der Reaktion auf Schadstoffe in der Luft sind jedoch noch nicht ausreichend untersucht. Vermutlich wird es dazu in der Zukunft weitere Studien geben.

Asthma bei Kindern und Luftverschmutzung: Sollte ich ein Haustier anschaffen?

Die oben genannten Erkenntnisse aus den Studien zu Haustierhaltung und Asthma sollten keinesfalls als Grundlage dafür dienen, sich für oder gegen ein Haustier zu entscheiden. Es gibt eine Vielzahl an zusätzlichen beeinflussenden Faktoren, die in der Studie aus China nicht alle berücksichtigt werden konnten. Zudem sind die Ergebnisse aus China nicht ohne weiteres auf die Situation in Deutschland zu übertragen, denn die in der Studie gemessenen Schadstoffkonzentrationen sind sehr viel höher als die Werte, die in der Regel in Deutschland gemessenen werden. Ob also in Deutschland ein ähnlicher Zusammenhang zwischen Haustierhaltung, Asthma und Luftverschmutzung nachgewiesen werden kann, ist unsicher.
Die Frage, ob das eigene Kind bezüglich des Asthmarisikos von einem Haustier profitieren kann, kann durch die Daten nicht beantwortet werden. Eltern sollten daher das Gespräch mit dem Kinderarzt suchen und sich dort beraten lassen.

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Asthma bei Kindern: Schützt ein Haustier vor Asthma?

Wie gesagt gibt es hier noch keine eindeutige Antwort. Auch in der Studie aus China war der prozentuale Anteil von Kindern mit Asthmasymptomen in der Gruppe mit Tieren nahezu gleich groß wie in der Gruppe ohne Tiere. Wenn man den negativen Effekt der Luftverschmutzung also außer Acht lässt, so ergab sich in dieser Studie kein Hinweis auf einen generellen schützenden Effekt. Zwar gibt es andere Studien, die Hinweise darauf finden, dass Haustiere Kinder vor der Entwicklung von Asthmaerkrankungen schützen könnten, jedoch wird auch über die Interpretation dieser Studien noch viel diskutiert.
Da ein Haustier bestehende Allergien und Asthmabeschwerden auch verstärken kann, und Allergien gegen Haustiere recht häufig sind, sollte man sich immer mit dem behandelnden Arzt beziehungsweise dem Kinderarzt beraten, bevor man eine Entscheidung für oder gegen ein Haustier trifft.

 

Quellen:

  • Zeng X, Lodge CJ, Lowe AJ, et al. Current pet ownership modifies the adverse association between long‐term ambient air pollution exposure and childhood asthma. Clin Transl Allergy 2021;11. doi:10.1002/clt2.12005
  • Ege MJ. Exposure to Environmental Microorganisms and Childhood Asthma. N Engl J Med 2011;:9.
  • Ojwang V, Nwaru BI, Takkinen H-M, et al. Early exposure to cats, dogs and farm animals and the risk of childhood asthma and allergy. Pediatr Allergy Immunol Off Publ Eur Soc Pediatr Allergy Immunol 2020;31:265–72. doi:10.1111/pai.13186
  • https://www.umweltbundesamt.de/daten/luft/feinstaub-belastung#feinstaubkonzentrationen-in-deutschland

 

Unsere Autorinnen:

dr susanne meinrenken aerztinDr. med. Susanne Meinrenken, Bremen, ist seit mehr als 20 Jahren freiberuflich für verschiedene medizinische Verlage tätig. Während und nach dem Medizinstudium und der Promotion in Göttingen und Freiburg sammelte sie Erfahrungen als Praktikantin und Mitarbeiterin der Deutschen Ärztezeitung und der Süddeutschen Zeitung. Seit 1999 arbeitet sie freiberuflich für den Thieme Verlag, Springer Medizin Verlag, Hogrefe, die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und andere. Hier geht es um das Lektorat von medizinischen Büchern für Fachärzte oder interessierte Laien, die redaktionelle Arbeit für ein Journal sowie das Schreiben von Kurzfassungen von Originalarbeiten für Fachzeitschriften sowie eigener Texte für Laien aus dem Bereich der Medizin. Innere Medizin, Neurologie, Pädiatrie und Allergologie bilden dabei den inhaltlichen Schwerpunkt – aber auch fast alle anderen medizinischen Fachbereiche stehen als Themen immer wieder zur Bearbeitung an.

 

dr anne kathrin wegnerDr. rer. nat. Anne-Kathrin Wegner ist Humanbiologin. Während ihrer Promotion an der Universität Marburg und ihrer Zeit als PostDoc in Manchester (UK) hat sie in verschiedenen wissenschaftlichen Fachzeitschriften publiziert. Seit 2016 arbeitet sie als freie Medizinredakteurin und begleitet dabei medizinwissenschaftliche Manuskripte und Fortbildungsartikel auf dem Weg von der Einreichung zur Publikation.

 

 

 

 

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