24. Deutscher Lungentag Allergie Kind

24. Deutscher Lungentag: Fokus Allergie beim Kind

24. Deutscher Lungentag: Fokus Allergie beim Kind

Online, live und interaktiv findet der diesjährige 24. Deutsche Lungentag statt. Dabei liegt der Fokus im ersten Teil der Veranstaltung auf der Allergie beim Kind. Die Veranstaltung ist kostenfrei und findet am Samstag, den 25. September 2021, 11:00-13:00 Uhr statt. Im Vorfeld sprach Medienpartner MeinAllergiePortal mit Frau Prof. Dr. med. Christiane Lex, Leiterin Schwerpunkt Kinderpneumologie-/allergologie an der Klinik für Pädiatrische Kardiologie, Intensivmedizin und Neonatologie Universitätsmedizin Göttingen.

Frau Prof. Lex, was ist das Anliegen des 24. Deutschen Lungentags – was möchten Sie den Teilnehmern vermitteln?

Im ersten Teil der Veranstaltung geht es um die Kinder. Hier ist es uns wichtig, den Eltern einen guten Überblick über bestimmte Erkrankungen zu geben. Dazu gehören neben Asthma auch die Nahrungsmittelallergien, die mir besonders wichtig sind. In kurzen Präsentationen geht es beim 24. Deutschen Lungentag unter anderem um Fragen wie:

  • Woran erkennt man bei Kindern erste Anzeichen allergischer Erkrankungen?
  • Wann hilft der Kinderarzt und ab wann sollte man einen Experten aufsuchen?
  • Was tut man bei plötzlich auftretenden Notfällen?
  • Ab welchem Alter ist welche Diagnostik im Kindesalter sinnvoll?

Gerade dieser letzte Punkt ist mir sehr wichtig, denn oft wird den Eltern gesagt, man könne bei kleinen Kindern noch keine Allergiediagnostik durchführen. Ab den sechsten Lebensmonat ist das aber nicht nur problemlos möglich, sondern auch enorm wichtig. Gerade in diesem Alter kommt es schließlich zu den ersten allergologischen Erkrankungen, oft sind dies Nahrungsmittelallergien, und je früher die Diagnose erfolgt, um so besser.

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Warum ist Ihnen das Thema Nahrungsmittelallergien beim Kind beim 24. Deutschen Lungentag besonders wichtig?

Die Eltern über Nahrungsmittelallergien beim Kind zu informieren, liegt mir deshalb besonders am Herzen, weil wir immer wieder feststellen, dass eine korrekte Diagnose bei vielen Kindern viel zu spät gestellt wird. Oft leben die Kinder jahrelang unter strengen Diäten. Bei der oralen Provokation auf das entsprechende Nahrungsmittel stellt sich dann aber heraus, dass gar keine Nahrungsmittelallergie vorliegt. Das ist ausgesprochen schade, denn eine Diät bedeutet ja schließlich eine massive Einschränkung der Lebensqualität. In gewisser Weise stigmatisiert sie die betroffenen Kinder, insbesondere im Kindergarten und in der Schule. Diäten sollten deshalb nur zur Anwendung kommen, wenn tatsächlich nachgewiesen wurde, dass eine Nahrungsmittelallergie vorliegt. Die üblichen Allergietestungen sind dafür aber gar nicht geeignet.

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Warum sind die klassischen Allergietestungen nicht geeignet, eine Nahrungsmittelallergie beim Kind zu diagnostizieren?

Die klassischen Allergietestungen, der Prick-Test und der IgE-Test, liefern allein keine eindeutige Diagnose von Nahrungsmittelallergien. Hier kann man lediglich Sensibilisierungen feststellen, aber keine tatsächlich bestehende Allergie. Erst eine orale, Placebo-kontrollierte Provokation mit dem betreffenden Nahrungsmittel schafft hier Klarheit. Dieser Allergietest sollte im möglichst frühen Kindesalter erfolgen, um unnötige Diäten zu vermeiden. Abgesehen von den unnötigen Diäten, hilft eine frühe orale Provokationstestung aber auch den Kindern, die tatsächlich eine Nahrungsmittelallergie haben, weil sie sich so an den Test gewöhnen. Der Grund: Kinder, die jahrelang auf ein Nahrungsmittel verzichten mussten, ohne jemals einen oralen Provokationstest gemacht zu haben, entwickeln oft große Angst davor. Das muss nicht sein.

Beim 24. Deutschen Lungentag geht es aber auch um die Therapie von Nahrungsmittelallergien.

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