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Belastungsasthma Sport

Privatdozent Dr. med. Matthias Krüll zum Thema Belastungsasthma: Häufigkeit, Symptome und Therapie!

Sport trotz Belastungsasthma: Was ist wichtig?

Was bedeutet dieser Paradigmenwechsel in der Asthmatherapie für Sportler mit Belastungsasthma?

Die Kombinationen aus inhalierbarem Steroid, also Kortison, und Formoterol, einem langwirksamen Betamimetikum, bei Bedarf, ist für Sportler besonders attraktiv. Der Grund: Die regelmäßig Bedarfstherapie mit Salbutamol kann diverse Nebenwirkungen haben. Ein weiterer negativer Effekt von Salbutamol ist die sogenannte Tachyphylaxie, der Gewöhnungseffekt. Das bedeutet der Körper gewöhnt sich an das Medikament und man benötigt immer höhere Dosen, um eine Wirkung zu erzielen. Ab einem gewissen Zeitpunkt wirkt das Salbutamol dann gar nicht mehr. Das hängt damit zusammen, dass der Körper die Rezeptoren für Salbutamol herunterreguliert. Das passiert schon, wenn man über einen Zeitraum von 6 bis 8 Wochen mehr als 2 bis 3 Hub pro Woche einnimmt.

Ein Leistungssportler mit Belastungsasthma, der zweimal täglich trainiert, müsste dann 10 bis 12 mal pro Woche Salbutamol anwenden und dies wirkt dann eben nach einigen Wochen nicht mehr adäquat. Diese Sportler mussten in der Vergangenheit zusätzlich zum Salbutamol als dauerhafte Therapie, Kortison inhalieren. Heute kann man daher als Alternative ein Kombinationspräparat vor dem Sport bei Bedarf einsetzen, und erspart sich so die negativen Auswirkungen der Salbutamol-Therapie.

Was ist in Bezug auf Doping zu beachten, wenn Menschen mit Belastungsasthma bzw. Asthma generell, Sport oder Leistungssport betreiben?

Die inhalativen Medikamente, die in der Therapie des Belastungsasthmas eingesetzt werden, haben keine leistungssteigernden Effekte, solange sich die Anwendung im therapeutischen Bereich bewegt. Sie werden nicht in höherem Maße systemisch resorbiert und haben daher auch keine leistungssteigernden systemischen Effekte wie zum Beispiel Muskelaufbau oder Fettabbau. Die Asthmasprays geben Asthmatikern lediglich die Chance, mit der Erkrankung auf das gleiche Leistungsniveau zu kommen, wie jemand der kein Asthma hat. Nicht ohne Grund wurden die meisten dieser Präparate deshalb auch von der Welt sowie der Nationalen Anti-Doping Agentur (W/NADA) für Asthmatiker freigegeben. Die Sportler benötigen lediglich ein Attest, eine Bescheinigung, dass sie das entsprechende Medikament aus medizinischen Gründen einsetzen.

Advertorial

Noch eine Frage zum allergischen Asthma: Ist Allergenmeidung im Zusammenhang mit der Behandlung von Belastungsasthma relevant?

Bei Allergien sollte das auslösende Allergen, zum Beispiel Birkenpollen, Tierhaare oder Schimmelpilze, gemieden werden. Wenn das nicht möglich ist, greift man zu medikamentösen Therapien. Das gleiche gilt auch für den Leistungssport.

Athleten mit einem allergischen Asthma können ihre Trainingszeiten in Zeiten des Pollenflugs anpassen. Das bedeutet, man muss nicht unbedingt gerade dann trainieren, wenn der Pollenflug am intensivsten ist, aber das ist nicht immer möglich. Eine weitere Möglichkeit ist es, in der Pollensaison die Dosis der inhalativen Medikament vorübergehend zu erhöhen. Grundsätzlich gilt jedoch auch hier: Eine gute, angepasste Therapie ist die wichtigste Maßnahme!

Herr Dr. Krüll, herzlichen Dank für dieses Gespräch!