Asthma Belastungsasthma Unterschied

Privatdozent Dr. med. Matthias Krüll zum Thema Belastungsasthma: Was ist das eigentlich?

Asthma, Belastungsasthma, was ist der Unterschied?

Die Begriffe „Asthma“ und „Belastungsasthma“ werden von Laien oft durcheinandergebracht. Es stellt sich also die Frage: Was ist der Unterschied? MeinAllergiePortal sprach mit Privatdozent Dr. med. Matthias Krüll, Pneumologe in Berlin, über Asthma, Belastungsasthma, sowie über Auslöser, Symptome und Therapie der Erkrankungen.

Herr Privatdozent Krüll, wann spricht man von Belastungsasthma und wie häufig kommt es vor?

Zunächst möchte ich die Erkrankung „Asthma“ generell beschreiben. Asthma ist eine (meist) chronische Entzündung der kleinen und kleinsten Atemwege, die durch hohe Aktivität vieler Entzündungszellen und Hyperreagibilität, also Variabilität in der Weite der Atemwege, gekennzeichnet ist. Die Bronchien der Patienten sind dabei manchmal „enger“ oder „weiter“ gestellt, die Schleimhaut ist manchmal mehr, manchmal weniger geschwollen, gepaart mit mehr oder weniger Sekretbildung.

Früher gab es nur die Einteilung in allergisches- und nicht-allergisches Asthma. Heute wissen wir, dass es eine Vielzahl von asthmatischen Phänotypen gibt. Allergisches Asthma wird durch Allergene, oft in Abhängigkeit von der „Allergenmenge“ ausgelöst. Das nicht-allergische Asthma, kann durch eine Vielzahl anderer Triggerfaktoren ausgelöst werden, und zu Symptomen führen. Diese Trigger können kalte Luft, Dämpfe oder emotionale Aspekte wie Stress sein.

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Wie unterscheidet sich Asthma von Belastungsasthma und wodurch wird es ausgelöst?

Man geht davon aus, dass es beim Belastungsasthma durch die Belastung und die damit einhergehende deutlich verstärkte Ventilation von kälterer und trockenerer Luft zu einer Aktivierung einer Entzündungskaskade in den Atemwegen kommt.

Aktuell diskutiert man für die Entstehung der (belastungs)asthmatischen Beschwerden zwei Hypothesen:

  • 1) Durch trockene Luft verliert der Körper über die Bronchien viel Feuchtigkeit, die Schleimdrüsen produzieren daher reaktiv mehr Mukus, also Schleim, und die Schleimhaut schwillt an. Symptome entwickeln sich also aufgrund der relativen Austrocknung der Bronchien („Osmolaritätshypothese“).
  • 2) Die Bronchien werden durch kalte Luft gereizt. Hierdurch steigt reaktiv die peribronchiale Durchblutung an und man beobachtet ein Anschwellen der Kapillaren und nachfolgend auch der Bronchialschleimhaut („Gefäßhypothese“).

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Wie sehen die Symptome beim Belastungsasthma aus?

In seltenen Fällen beobachtet man bereits unter der laufenden Belastung eine Abnahme der Lungenfunktion und eine vermehrte Dyspnoe/Luftnot. Typischerweise treten die klassischen Symptome des Belastungsasthmas (starker und protrahierter Husten, teils mit Auswurf, Dyspnoe/Luftnot, und Druck und Brennen auf den Bronchien) vor allem bei Ausdauersportlern und typischerweise erst nach Beendigung der Belastung auf. Klassische Symptome der Sportler sind nach Ende des Trainings oder Wettkampfs auftretender.

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