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Advertorial

MeinAllergiePortal-Interview zum Thema Asthma mit Wolfgang

 

Wolfgang, viele Menschen denken, dass Asthma angeboren ist. Dabei kann man es auch im Laufe des Lebens entwickeln. Wie ist Ihre persönliche Geschichte zu der Lungenerkrankung?

Bis Dezember 2004 gehörte ich auch zu den Menschen ohne Asthma: Ich bin Halbmarathon gelaufen, habe Fußball gespielt und hatte auch sonst keine Probleme.

Im Dezember 2004 traten dann die ersten Symptome nach einer verschleppten Erkältung auf. Da war ich 52 Jahre alt. Ich hatte auf einmal schon nach der kleinsten Anstrengung das Gefühl, keine Luft zu bekommen und war kurzatmig. Ich war generell schnell erschöpft, kraftlos und hatte Konzentrationsprobleme.

Die Symptome verschlechterten sich im Laufe der Zeit weiter – vor allem die Kurzatmigkeit. Dazu kam Husten mit Schleimauswurf. Mein damaliger Hausarzt hat dann entsprechende Untersuchungen eingeleitet. Ergebnis: Schwergradiges, gemischtförmiges Belastungsasthma. Neben anderen Medikamenten bekam ich sehr hoch dosierte Kortisontabletten verordnet und erhielt bei Bedarf Sauerstoff. Am Ende hatte ich – wohl auch durch das hochdosierte Kortison – psychische Probleme.

Es folgten einige Aufenthalte in Fachkliniken für Lungenheilkunde und immer wieder neue Untersuchungen. Da es mir zu diesem Zeitpunkt sehr schlecht ging, habe ich mich an jeden Strohhalm geklammert. In einer Klinik erhielt ich ein Medikament, das zwar anfangs eine Besserung brachte, langfristig jedoch nicht.Was hat das für Sie bedeutet?

Ab Dezember konnte ich sozusagen von einem zum anderen Tag nichts mehr! Von 100 Prozent auf 30 Prozent meiner bisherigen Leistungen – auf der Arbeit, aber auch privat. Ich war fast vier Jahre bettlägerig, konnte kaum aufstehen. Ich bin in ein tiefes Loch gefallen, war häufig nicht fähig zu arbeiten. Schwere Asthmaanfälle haben mir zu schaffen gemacht. Ich hatte mich fast schon aufgegeben und hing beinah dauerhaft am Sauerstoffgerät.

Mit 62 konnte ich dann über eine Vorruhestandsregelung meines Arbeitgebers in den Ruhestand gehen.

Wie sind Sie und Ihre Familie damit umgegangen?

Damals war mein Sohn 9 Jahre alt. Ich war Co-Trainer seiner Fußballmannschaft und musste damit aufhören. Er wusste, dass ich krank bin. Aber nicht wie schwer – wir wollten ihn nicht zusätzlich belasten.

Meine Frau hat es schwer getroffen, denn meine Krankheit hat auch ihr Leben stark beeinflusst. Zum einen konnten wir kaum noch etwas gemeinsam unternehmen, und zum anderen hatte sie ständig Angst um mich. Denn jeder neue Asthmaanfall hätte tödlich enden können. Meine Frau war allerdings auch eine meiner größten Stützen. Sie hat mich dazu gebracht, mich nicht mehr selbst zu bemitleiden, sondern dem Asthma den Kampf anzusagen.

Hat die Erkrankung neben direkten Folgen auf Ihren Gesundheitszustand auch eine hohe seelische Belastung mit sich gebracht?

Ja, die seelische Belastung war hoch: für mich und meine Familie. Ich konnte sehen, wie meine Familie dauntergelitten hat. Ich habe mich immer weiter zurückgezogen. Das Gefühl nichts mehr unternehmen zu können und die Angst vor Triggerfaktoren hat meine Welt sehr klein gemacht.

Das sind viele einschneidende Veränderungen in kurzer Zeit. Ihr eigentlich aktives und selbstbestimmtes Leben hat sich sehr plötzlich grundlegend verändert und Sie mussten lernen, mit einer chronischen Erkrankung umzugehen. Ihr Asthma ist besonders schwer ausgeprägt. Wie sah Ihre Therapie zunächst aus?

Zunächst nur die „üblichen“ Medikamente: Kortisontabletten und Medikamente, die inhaliert werden mussten. Nach einem schweren Asthmaanfall musste ich in eine Fachklinik. Es folgten einige Kuraufenthalte – aber auch nur mit kurzem Erfolg, da vorrangig an der körperlichen Fitness und Atemtechniken angesetzt und gearbeitet wurden.

Meine damaligen Medikamente halfen nur kurzzeitig. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass mein Hausarzt immer wieder die gleichen Medikamente verschrieb – sich überhaupt nicht mehr darum bemühte, etwas anderes für mich zu finden („Guten Tag, brauchen Sie wieder ein neues Rezept. Auf Wiedersehen).

In dieser Zeit habe ich mich sehr ausführlich in den Medien und im Internet mit dem Thema Asthma beschäftigt und konnte auch einer „Lungensportgruppe“ beitreten. Ich wechselte den Hausarzt. Mein neuer Arzt hatte von einer Studie eines Lungenfacharztes gehört, an den er mich dann im Januar 2018 überwiesen hat.

Nach einer ausführlichen Anamnese konnte ich an der Studie teilnehmen und damit eine neue Therapie mit einem Biologikum beginnen. Biologika sind Medikamente, die gezielt die Entzündung, die bei Asthma vorliegt, behandeln.

Auf diese Therapie sprach ich gut an und mein Asthma verbesserte sich. Ich bin bis heute in Behandlung und werde immer wieder nach meinem Befinden gefragt. Die Therapieoptionen dort werden immer wieder neu an mich angepasst.

Seitdem macht mein Körper wieder mehr mit und ich habe an Lebensqualität zurückgewonnen. Ich kann wieder am Leben teilhaben und ich treibe wieder mehr Sport. Cardio-Training, lange Fahrradtouren und Spaziergänge – das geht wieder. In meinen schlimmsten Asthma-Phasen kam ich nicht einmal aus dem Bett!

Was gab den Anstoß zur Verbesserung? Wodurch haben Sie Ihr Asthma besser unter Kontrolle bekommen?

Ich glaube, es war eine Kombination aus vielem. Meine Familie hat mir die Kraft gegeben, nicht aufzugeben und mich über neue Therapiemöglichkeiten zu informieren. Gemeinsam mit meinem neuen Lungenfacharzt, viel eigener Recherche zu dem Thema und vor allem meinen Willen habe ich es geschafft, wieder ein normales und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Herzlichen Dank, Wolfgang, für dieses Interview!

 

asthma infokasten 2