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Akuter Husten: Wie kommt es dazu? Therapie?

Virusinfekte gelten als die häufigste Ursache für akuten Husten. Wie es dazu kommt und was für die Therapie wichtig ist, erklärte Dr. Justus de Zeeuw, MVZ Gesundes Herz, Pneumologie in Köln, bei der Fachveranstaltung „Allergologie im Kloster“ die am 21. und 22. August 2020 im Kloster Eberbach stattfand.

Wie kommt es bei Virusinfekten zu Husten?

Bei Virusinfekten kommt es zu Sekretansammlungen in den Atemwegen. Diese – und auch die darin enthaltenen Viren - versucht der Organismus aus den Atemwegen zu entfernen. Dies geschieht durch die Flimmerepithelien, die mit einer wässerigen Flüssigkeit bedeckt sind. Kommt es im Rahmen einer Infektion zu Husten, beginnt dieser meist in einer trockenen Form. Erst im weiteren Krankheitsverlauf kommt es zur Bildung eines zähen, klebenden Sekrets das von den Flimmerhärchen nicht mehr ausreichend abtransportiert werden kann. In der Folge kommt es zu „produktivem Husten“. „Dabei wirkt der Husten selbst auch hustenverstärkend“, erklärte Dr. de Zeeuw, „denn durch den Hustenreiz prallen die Atemwegsränder aufeinander und es kommt erneut zu Hustenreiz“.

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Akute Atemwegsinfekte - Husten: Wie ist der reguläre Verlauf?

Der Verlauf von Atemwegsinfektionen ist langsam, erfolgt nach einem bekannten Schema und dauert meist ca. 21 Tage. Auf die Infektion folgt die Inkubationszeit, in der der Patient zwar infiziert ist, jedoch noch keine Symptome zeigt. Die ersten Symptome einer akuten Atemwegsinfektion treten in der Regel in Form von Halsschmerzen auf, gefolgt von Schnupfen, Kopfdruck und Rhinosinusitis. „Nach ca. einer Woche erreicht der Reizhusten seinen Höhepunkt und geht dann in einen produktiven Husten über“, so Dr. de Zeeuw.

Der Verlauf einer Grippe unterscheidet sich deutlich von einer Erkältung. Ein wesentliches Merkmal der Grippe ist das abrupte Auftreten von Symptomen. Auch kommt es bei der „echten Grippe“ nicht zunächst zu Halsschmerzen, sondern gleich zu Fieber, Mattigkeit, einem starken Krankheitsgefühl und Husten.

Akute Atemwegsinfekte - Husten: Was beeinflusst Verlauf und Therapie?

Viele Effekte beeinflussen die Wirksamkeit einer Therapie. „Wir wissen, daß ‚Zuwendung‘ und der ‚Placebo-Effekt‘ wichtige Faktoren sind“, so Dr. de Zeeuw.

Zu beachten ist bei allen Erkrankungen der natürliche Verlauf der Erkrankung. Eine Virusinfektion dauert in der Regel 21 Tage. Je später die Therapie einsetzt, um so mehr entsteht der Eindruck, daß diese Therapie schnell hilft. „Der Therapie kommt dann zugute, daß die Erkrankung sowieso natürlicherweise abklingt“, so Dr. de Zeeuw.
Der „Hawthorne Effekt“ ist ein weiterer Faktor, der therapeutische Effekte beeinflussen kann. Vom „Hawthorne Effekt“ spricht man in der Medizin dann, wenn bereits die Ankündigung einer Maßnahme bzw. Therapie beim Patienten den gewünschten Effekt auslöst.

Auch die „Regression zur Mitte“ beeinflußt Erkrankungen. Damit ist eine Art „ausgleichender Effekt“ gemeint. Übertragen auf Erkrankungen wie Atemwegsinfekte heißt das: Nachdem die Symptomatik einen gewissen Höhepunkt erreicht hat, wird es zwangsläufig besser.

All diese Faktoren zeigen deutlich, die eigentliche Substanz eines Medikaments ist nur ein Faktor unter vielen. „Der Substanzeffekt macht ca. 20 Prozent der Wirkung aus“, erläuterte Dr. de Zeeuw.