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Advertorial
Patienten Asthma COPD Corona

Dr. Torsten Hewelt zum Thema: welche Sorgen haben Patienten mit Asthma und COPD in Zeiten von Corona?

Welche Sorgen haben Patienten mit Asthma und COPD in Zeiten von Corona?

Chronische Erkrankungen der Atemwege wie Asthma oder COPD gelten als Risikofaktoren für eine Infektion mit SARS-CoV-2. Das Virus greift die Lunge an, so dass Patienten befürchten, aufgrund ihrer Vorerkrankung im Fall einer Infektion einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung zu erleiden. Ein Arzt, der sich intensiv mit den Sorgen seiner Patienten beschäftigt und die drängenden Fragen im Zusammenhang von Asthma oder COPD und dem Corona-Virus in verständlichen Videos auf dem Webportal www.easyhaler.de beantwortet, ist der Lungenfacharzt Dr. Torsten Hewelt. MeinAllergiePortal sprach mit ihm über die vorrangigen Besorgnisse und seine Ratschläge.

Herr Dr. Hewelt, wie besorgt sind die Patienten in Ihrer Praxis?

Patienten mit Asthma und COPD sind sehr besorgt und verängstigt. Viele befürchten, im Falle einer Infektion mit dem Corona-Virus aufgrund ihrer Vorerkrankung einen schweren oder sogar tödlichen Verlauf von Covid-19 zu erleiden.

Ist die Befürchtung berechtigt, weil Menschen mit Asthma oder COPD anfälliger sind, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren?

Das ist eine komplexe die Frage. Es ist plausibel, dass ein vorgeschädigtes Bronchialgewebe bei einer die Atemwege betreffenden viralen Infektion ein besonderes Risiko darstellt. Insofern ist Vorsicht richtig. Allerdings muss man nach bisherigen Erkenntnissen Asthma und COPD trennen. Konkrete Beweise, dass Asthma bei Covid-19-Patienten im Vergleich zur Häufigkeit in der Allgemeinbevölkerung überrepräsentiert ist, gibt es derzeit nicht. Anhand veröffentlichter epidemiologischer Daten der US-Gesundheitsbehörde von New York beispielsweise hatten ca. 89 Prozent der an oder mit Covid-19 Gestorbenen mindestens eine Vorerkrankung. Asthma spielte dabei mit 5 Prozent eine sehr untergeordnete Rolle.1)2) Wesentlich scheint nach Auswertung der amerikanischen Behörden der der Schweregrade des Asthma zu sein.3)

Zur COPD gibt es Hinweise, dass diese mit einem höheren Risiko für einen schweren Verlauf verbunden ist. Hier fehlen aber weitere belastbare Auswertungen. Es zeigt sich allerdings in weiteren Untersuchungen, dass Vorerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, Übergewicht und das Alter im Vergleich zu Atemwegserkrankungen eine größere Rolle als Risikofaktor spielen.4) Eine der Theorien dazu ist, dass die Therapie gegen die chronischen Bronchialerkrankungen einen schützenden Effekt haben könnte.

Welche Konsequenzen lassen sich aus den bisherigen Erkenntnissen für Asthma- und COPD-Patienten ableiten?

Grundsätzlich ist es bei beiden Erkrankungen wesentlich, die verordneten Medikamente ganz konsequent einzunehmen und damit das Immunsystem zu entlasten. Das Einhalten des Therapieplans ist mehr denn je ein wichtiger Gesundheitsfaktor.

Was sagen Sie Patienten, die Therapeutika und insbesondere Kortison absetzten wollen, weil sie gerade das Gegenteil – eine Verschlechterung des Immunsystems – befürchten?

Diese Frage wird vor allem im Zusammenhang mit Cortison-haltigen inhalativen Arzneimitteln gestellt. Ich sage meinen Patienten, was auch die Experten der Fachgesellschaften in einer gemeinsamen Stellungnahme veröffentlicht haben: Die Therapie mit inhalierbaren Corticosteroiden sollte auf jeden Fall unverändert fortgeführt werden. Es ist unbewiesen, dass Cortison das Infektionsrisiko erhöht. Dem gegenüber besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich Asthma und COPD durch eine Veränderung der Medikation verschlechtern. Eine Verschlechterung der Symptomatik wirkt sich negativ auf die Gesamtkonstitution und damit die Infektanfälligkeit eines Patienten aus. Erwachsene und Kinder mit Asthma oder COPD sollten daher ihre verordneten Präparate nun gerade regelmäßig einnehmen und darauf achten, das Inhalationssystem korrekt anzuwenden.

Sie beantworten auf easyhaler.de die drängendsten Fragen von Patienten mit Asthma und COPD in Corona-Zeiten. Welche Fragen werden am häufigsten gestellt?

easyhaler update corona virus covid19Easyhaler-Update Corona-VirusNeben der Frage, ob die verordneten zu inhalierenden Arzneimittel das Corona-Infektions- und Erkrankungsrisiko erhöhen, sind es vor allem Fragen zur Diagnostik und Therapie sowie zu konkreten Verhaltensmaßnahmen. Bei der Frage zu therapeutischen Maßnahmen gebe ich beispielsweise Hinweise zur Pneumokokken- und Grippe-Impfung. Wenn es um Vorsorge- und Schutzmaßnahmen geht, lautet die Empfehlung wie für alle anderen Bevölkerungsgruppen auch: Abstand halten, ein hohes Hygienebewusstsein aufbauen und insbesondere auf sorgfältige Handhygiene achten, Kontakt zwischen Händen und Schleimhäuten vermeiden, in öffentlichen Einrichtungen Atemmasken tragen, um sich im Rahmen des Möglichen vor einer Tröpfcheninfektion zu schützen – und vor allem keine Panik aufkommen lassen. Wer sich an die therapeutischen Ratschläge und die sonstigen Schutzvorschriften hält, verringert das eigene Infektionsrisiko auf ein Minimum.

Wann rechnen Sie mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Corona und chronischen Atemwegserkrankungen?

Forschung und das Generieren einer evidenten Datenlage werden weltweit fieberhaft vorangetrieben und es werden fortlaufend neue Forschungsergebnisse veröffentlicht. Wenn es wesentliche neue Antworten gibt, werde ich diese über easyhaler.de weitergeben.

Dr. Hewelt, vielen Dank für das Gespräch!

 

Quellen:

1) https://covid19tracker.health.ny.gov/views/NYS-COVID19-Tracker/NYSDOHCOVID-19Tracker-Fatalities?%3Aembed=yes&%3Atoolbar=no&%3Atabs=n

2) 1151, PHARM. ZTG., 165 JG, 23.4.2020, 17. Ausg., 37

3) https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/need-extra-precautions/groups-at-higher-risk.html#chronic-lung-disease

4) Bauer et al: Stellungnahme der DGP. https://pneumologie.de/fileadmin/user_upload/COVID-19/20200428_DGP_BdP_Risikoabschaetzung_chron._LK_SARS-CoV-2.pdf