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Coronavirus Asthma Biologika

Dr. med. Peter Kardos zum Thema: Coronavirus: Asthma und Biologika - soll man sie weiterhin nehmen?

Coronavirus, Asthma & Biologika: Soll man sie weiterhin nehmen?

Asthmatiker, die mit Biologika behandelt werden, gehören zu den schwerer betroffenen Patienten. Deshalb stellt sich angesichts der Coronavirus-Pandemie für Viele die Frage, ob sie ein höheres Infektionsrisiko tragen. Manche fragen sich auch, ob die Biologika selbst dieses Risiko verstärken können. Darüber sprach MeinAllergiePortal mit Dr. med. Peter Kardos, Lungenzentrum Maingau in Frankfurt und Mitglied des Vorstands der Deutschen Atemwegsliga e.V. zum Thema: Coronavirus: Asthma und Biologika - soll man sie weiterhin nehmen?

Herr Dr. Kardos, was weiß man zurzeit darüber, wie sich der Coronavirus auf Patienten mit Asthma auswirkt, die Biologika einnehmen?

Ein erhöhtes Infektionsrisiko sehen wir nicht. Allerdings sind Menschen mit schwerem Asthma per se eine Risikogruppe. Biologika sind in der Lage, das Asthma zu kontrollieren oder zumindest zu einer besseren Asthmakontrolle beizutragen. Dadurch hat die eventuell notwendige intensivmedizinische Behandlung deutlich bessere Erfolgsaussichten. Man sollte die Therapie deswegen auf keinen Fall absetzen. Sollten Bedenken bestehen, ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, gegebenenfalls telefonisch, anzuraten. Das Absetzen eines Biologikums führt in der Regel zu einer Asthmaexazerbation. Hier gilt hier jedoch grundsätzlich: Es gibt aktuell keine Daten zur Biologikabehandlung und COVID -19 Erkrankung.

Allerdings sollte man im Hinblick auf die Biologika beachten, dass die Verabreichung in der Arztpraxis mit einem Infektionsrisiko verbunden ist. Deshalb sollte die Fortsetzungstherapie möglichst selbst zu Hause fortgeführt werden. Für die Eigenanwendung zugelassen sind die Wirkstoffe: Omalizumab, Mepolizumab, Benralizumab und Dupilumab. Die Einleitung einer Behandlung soll allerdings nach wie vor in der Arztpraxis erfolgen.

 

Was sagen die Hersteller zur Frage, ob Biologika das Risiko einer Coronavirus-Infektion von Asthma-Patienten erhöhen könnten?

Bislang gibt es auch aus dieser Richtung keinen Hinweis für eine Kontraindikation. Man sollte auch bedenken, dass das Absetzen der Biologika in der Regel zur Notwendigkeit einer oralen Kortisontherapie, manchmal auch zu Noteinweisungen ins Krankenhaus führt.

Welche Konsequenzen hätte es, wenn Asthmapatienten mit einer oralen Kortisontherapie behandelt würden?

Die orale Kortisontherapie wirkt stark immunsuppressiv, im Gegensatz zu der inhalativen Kortisontherapie. Das bedeutet, die Immunreaktion wird durch die orale Kortisontherapie unterdrückt, und dadurch das Risiko von Infektionen r erhöht. Diese Tatsache ist lange bekannt in der Medizin.

Herr Dr. Kardos, herzlichen Dank für dieses Interview!