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Coronavirus Asthma

Dr. Peter Kardos, Zentrum für Allergie, Pneumologie und Schlafmedizin an der Klinik Maingau vom Roten Kreuz

Coronavirus: Was heißt das bei Asthma?

Viele Asthmatiker sind besorgt. Der Coronavirus befällt die Atemwege und Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege. Sind Asthmatiker deshalb stärker gefährdet? Darüber sprach MeinAllergiePortal mit Prof. Dr. Carl-Peter Criée Facharzt für Pneumologie und ehemaliger Chefarzt des Bereiches Pneumologie, Beatmungsmedizin und Schlaflabor, Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende e.V., sowie Dr. Peter Kardos, Zentrum für Allergie, Pneumologie und Schlafmedizin an der Klinik Maingau vom Roten Kreuz in Frankfurt am Main, Mitglieder des Vorstands der Deutschen Atemwegsliga e.V. zum Thema: Coronavirus: Was heißt das bei Asthma?

Herr Prof. Criée, Herr Dr. Kardos, sind Asthmatiker stärker gefährdet, sich mit dem Coronavirus SARS-Covid-2 zu infizieren?

prof carl peter crieeProf. Carl-Peter Criée!Es gibt keine Daten, dass bei leichtem oder mittelschwerem Asthma ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Allerdings sind Menschen mit schwerem Asthma eine Risikogruppe. Nicht für die Infektion, sondern weil die intensivmedizinische Behandlung schwieriger werden kann.

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Und wenn ein Asthmatiker eine Lungenentzündung entwickelt?

Im Falle einer Lungenentzündung kann sich die intensivmedizinische Behandlung schwieriger gestalten. Das gilt insbesondere für das schwere Asthma.

Viele Asthmatiker sind angesichts der Coronavirus-Epidemie unsicher, ob ihre Inhalationstherapie mit Kortison fortsetzen sollten…

Zur Frage, ob man bei Asthma die antiasthmatische Inhalations-Therapie, insbesondere auch eine ICS-Therapie, fortführen sollte, gab es vor kurzem eine Stellungnahme der deutschen Asthma-Spezialisten. Deren Empfehlung für Kinder und Erwachsenen mit Asthma lautet: Eine adäquate und individuell eingestellte antiasthmatische inhalative Kortisontherapie (ICS-Therapie) sollte nicht aufgrund von Corona geändert oder gar beendet werden.

Was könnte passieren, wenn Asthma-Patienten ihre Therapie selbstständig verändern?

Die Experten sagen in ihrer Stellungnahme, dass die Gefahr, dass sich das Asthma dadurch in bedrohlicher Weise verschlechtert, wesentlich bedrohlicher sei, als ein mögliches Risiko einer Förderung der Ansteckung mit dem Coronavirus (SARS-Cov-2). Die insbesondere deshalb, weil ein solches Risiko bislang nicht nachgewiesen wurde.

Hinzu kommt, dass eine Veränderung oder Unterbrechung der Therapie ansonsten unnötige Arztbesuche oder Krankenhaus-Aufenthalte erforderlich machen könnte, einschließlich möglicher Kontakte mit COVID-19-Patienten. Eine erfolgreiche Inhalationstherapie bei Patienten mit Asthma sollte daher auch und gerade in der aktuellen Coronavirus-Pandemie unverändert fortgesetzt werden.

Herr Prof. Crieé, Herr Dr. Kardos, herzlichen Dank für dieses Interview!