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Allergisches Asthma bronchiale Forschung neue Therapieoptionen

Dr. Hendrik Beckert zum Thema: Allergisches Asthma bronchiale - Forschung an neuen Therapien!

Allergisches Asthma bronchiale: Forschung an neuen Therapien!

Im Rahmen Ihrer Doktorarbeit haben Sie sich mit den Mechanismen des allergischen Asthma bronchiale beschäftigt, welche Fragestellung haben Sie untersucht?

Wie bereits besprochen, spielt beim Asthma die Überreaktion des Immunsystems eine zentrale Rolle und dieses in der Lunge wieder ins Gleichgewicht zu bringen ist ein wichtiges Forschungsfeld. Im Zentrum meiner Forschungsarbeit stand speziell die Funktion des Wnt-Signalwegs. In verschiedenen Zellkultur und Mausmodellen habe ich die Wirkung der Signalwege im allergischen Asthma untersucht.

Die Aktivierung der Signalwege erfolgt durch Botenstoffe, in diesem Falle der Wnt-Liganden, die auf Zellen oder Geweben an spezifische Rezeptoren binden und dadurch Signale ins Zellinnere leiten. Die Zellen reagieren darauf, indem sie zum Beispiel Proteine bilden, ihren Stoffwechsel ändern oder sich teilen. Von den Wnt-Signalwegen ist unter anderem bekannt, dass sie die Funktion von Immunzellen modulieren, das heißt „abwandeln“, können.

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Und zu welchen Erkenntnissen sind Sie im Hinblick auf die Rolle der Wnt-Signalwege beim allergischen Asthma bronchiale gekommen?

Durch die Behandlung der Tiere mit Wnt-Liganden und Aktivierung der Signalwege konnte die Lungenfunktion verbessert und die Entzündung in der Lunge deutlich reduziert werden. Hierdurch bestätigte sich, dass die Signalwege auf das Immunsystem wirken und therapeutisch eingesetzt werden könnten. Darüber hinaus wurde auch der Wirkmechanismus analysiert. Es zeigte sich, dass die Wnt-Liganden vor allem auf dendritische Zellen wirken, einen Immunzelltyp der für die Einleitung von Entzündungsreaktionen relevant ist.

Was bedeutet es für das allergische Asthma bronchiale, dass die Wnt-Liganden vor allem auf dendritische Zellen wirken?

Die dendritischen Zellen bilden das Bindeglied zwischen angeborenem und erworbenem Immunsystem und steuern die Aktivierung von Lymphozyten. Kommt es bei einem Patienten mit allergischem Asthma bronchiale zum Kontakt mit Allergenen, nehmen dendritische Zellen diese in der Lunge auf und aktivieren Lymphozyten. Dies führt im weiteren Verlauf zu der Entzündungssituation.

Sie haben die Untersuchungen zum allergischen Asthma bronchiale am Mausmodell durchgeführt, aber sind die Untersuchungsergebnisse auch übertragbar auf Menschen?

Die Frage, ob die beobachteten Effekte mausspezifisch sind, oder auch auf den Menschen übertragen werden können, ist natürlich entscheidend für die Entwicklung neuer Therapien. Dies ist aktuell Gegenstand unserer Forschung an der Ruhrlandklinik. Tatsächlich konnten wir bereits mit Zellen von allergischen Patienten in Zellkulturen zeigen, dass die Wnt-Liganden die Immunantwort ebenfalls reduzieren können und der vermutete Wirkmechanismus in Maus und Mensch vergleichbar ist. Damit konnten die Wnt-Signalwege als potenzielle Zielstrukturen für neue Therapien identifiziert und das Verständnis für die Entwicklung des allergischen Asthma bronchiale erweitert werden.

Herr Dr. Beckert, herzlichen Dank für dieses Interview!

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