Dieselgate Stickstoffoxiden Stickstoffmonoxid NO Stickstoffdioxid NO2 NOx

Prof. Jeroen Buters zum Theme "Dieselgate: Wie effektiv ist die politische Weichenstellung?"

Dieselgate: Wie effektiv ist die politische Weichenstellung?

Stickoxide schädigen die Atemwege und wirken sich begünstigend auf die Entstehung von Allergien aus. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die an stark befahrenen Straßen wohnen, ein erhöhtes Risiko tragen, Atemwegsallergien sowie andere Erkrankungen der Atemwege zu entwickeln. Die politische Weichenstellung verfolgt seit Jahren das Ziel den Anteil von Schadstoffen, zuletzt insbesondere den Stickoxiden (NOx), in der Luft zu reduzieren. Aber: Wie effektiv sind diese Bemühungen? In seinem Vortrag zu Dieselgate beim EAACI 2018 nahm Prof. Dr. Jeroen Buters, Toxikologe am Zentrum Allergie & Umwelt (ZAUM), Technische Universität & Helmholtz Zentrum, Stellung zu Dieselgate.

Stickoxide – was sollte man wissen?

Als Stickstoffmonoxide bezeichnet man farbloses und geruchloses Gas, das bei Verbrennungsvorgängen entsteht. Es gibt zwei Arten von Stickstoffoxiden - Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2) – der Sammelbegriff lautet NOx.

Stickstoffmonoxid kann natürliche Ursachen haben, zum Beispiel entsteht es bei Blitzen. Stickstoffmonoxid kann aber auch vom Menschen verursacht sein, zum Beispiel durch Abgase, die beim Verbrennen fossiler Brennstoffe entstehen, wie dies auch bei Dieselmotoren der Fall ist.

Aber: Beim Thema Stickoxide geht es nicht nur um das Stickstoffmonoxid selbst. Stickstoffmonoxid reagiert mit Ozon aus der Luft zu Stickstoffdioxid, und das Stickstoffdioxid, ein braunes, smogähnliches Gas, das oft wie eine Dunstglocke über verkehrsreichen Städten liegt, gilt als schädlich. Letztendlich sind sowohl das von Dieselabgasen stammende Stickstoffmonoxid als auch Stickstoffdioxid in der Luft vorhanden. „Das Stickstoffdioxid stammt allerdings nicht direkt von Dieselmotoren, da diese lediglich Stickstoffmonoxid emittieren. Nachträglich reagiert Stickstoffmonoxid spontan in der Umluft mit Ozon und es entsteht NO2“ betonte Prof. Buters.

Stickstoffmonoxid vs. Stickstoffdioxid: (K)eine Gefahr für die Gesundheit?

Ein Blick auf die Bestimmungen zum Arbeitsschutz und die damit einhergehenden Richtwerte zeigt eine deutlich unterschiedliche Einschätzung von Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid. Während für Arbeiter, die am Arbeitsplatz Stickstoffmonoxid ausgesetzt sind, ein Grenzwert von bis zu 25 ppm (33 mg per m3) als nicht gesundheitsschädlich gewertet wird, gilt für Stickstoffdioxid ein wesentlich niedrigerer Wert von 1 ppm (2 mg pro m3) als Höchstgrenze. Die Höchstgrenze für Stickstoffdioxid in der Luft liegt bei 40 µg, eine Höchstgrenze für Stickstoffmonoxid gibt es nicht.

Stickstoffdioxid: Wo kommt es her?

Dass NO2 ein von Menschen verursachtes Problem ist, zeigt ein Blick auf Statistiken. „Am höchsten sind die Stickstoffdioxid-Werte zu den Stoßzeiten am Morgen, an Werktagen und an bestimmten Verkehrsknotenpunkten. Vergessen wird hier allerdings oft, dass Autos nicht die einzigen NO2-Quellen sind. Auch bei Flugzeugen, Baumaschinen und Industrieanlagen kommt es zum Ausstoß von Stickstoffdioxid. „Schiffe, von denen es weltweit vergleichsweise wenige gibt, sind sogar für 50 Prozent des weltweiten Schadstoffausstoßes verantwortlich, erläuterte Prof. Buters, „eine Tatsache, der wenig Beachtung geschenkt wird.“

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