Asthma Sport trainieren richtig

Dr. med. Dr. phil. Tobias Böselt, Klinik für Innere Medizin, Schwerpunkt Pneumologie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Marburg zum Thema Asthma und Sport: Wie trainiert man richtig?

Asthma und Sport: Wie trainiert man richtig? - Generell empfehlen Sie sportliche Aktivitäten aber für Asthma-Patienten in jedem Alter?

Generell empfehlen Sie sportliche Aktivitäten aber für Asthma-Patienten in jedem Alter?

Häufig wird Asthma bereits bei jungen Menschen diagnostiziert, dennoch gelten die Empfehlungen für tägliche Aktivität und Sport in jedem Alter. Nehmen die Nebenerkrankungen zu, wie zum Beispiel durch kardiale Einschränkungen, z.B. Herzinsuffizienz, so ist im Einzelfall immer der Hausarzt oder niedergelassene Sportmediziner für weitere sportliche Vorhaben zu konsultieren.

Wie sieht bei Asthma die richtige Mischung zwischen Kraft- und Ausdauertraining aus und wie die richtige Mischung von Sportarten, die man „drinnen“ und „draußen“ ausübt?

Im Grunde profitieren die Menschen mit Asthma am Meisten vom Sport, wenn sich das Training abwechslungsreich und ausgewogen gestaltet. Somit sollten sowohl das Kraft- als auch das Ausdauertraining regelmäßig auf dem Plan stehen. Ob drinnen oder draußen entscheidet entweder die Sportart oder auch die Jahreszeit. So ist nicht nur die kalte Luft im Winter ein möglicher Risikofaktor für die Atemwege, sondern auch der Pollenflug im Frühling.

Dürfen Asthmatiker auch nach aktuell populären Trainingskonzepten, wie z.B. Pump oder Functional Training, trainieren?

Auf jeden Fall! Wie bereits erwähnt, gibt es keine Einschränkungen in der Wahl der Sportart. Wichtig für den Kursbereich in Fitnessstudios und speziell für Kurse wie Pump, Step oder Hot Iron, ist ein ausgiebiges Aufwärmprogramm. Da die Kurse ihre Teilnehmer meist mit intervallartigen Belastungen fordern und motivieren wollen, ist es für Asthmatiker wichtig, hierbei die eigenen Grenzen zu kennen und gegebenenfalls die Gewichte oder Widerstände an den jeweiligen Erschöpfungsgrad anzupassen.

Wichtig ist: Auch im Studio sollte das Notfallspray immer griffbereit sein.

Gibt es etwas, was man bei Asthma besser nicht machen sollte?

Natürlich empfehlen wir jedem Asthmatiker die Vermeidung von provozierenden Einflüssen. Diese können, neben den bereits genannten, auch Stäube, Zigarettenqualm, Parfüm oder eine enorme körperliche Beanspruchung mit einer starken kardiopulmonalen Belastung sein.

Wie entscheidet man bei Asthma, ob eine Steigerung oder eine Reduzierung angezeigt ist? Wie findet man das „richtige Maß“?

Wir empfehlen neben der regelmäßigen Kontrolle des Peakflow das subjektive Belastungsempfinden nach der Borg Skala Skala zu Rate zu ziehen. Unterschreitet z.B. die wahrgenommene Anstrengung auf einer Skala von 6 bis 20 die Zahl 11/12, so sollte die Intensität ein wenig gesteigert werden. Allerdings sollte die Intensität ein Maß von 16/17 auch nicht überschreiten. Eine optimale Kontrolle für das Ausdauertraining haben Sportler durch die kontinuierliche Messung der Herzfrequenz. Ein moderates Training sollte bei 60 bis70 Prozent der maximalen Herzfrequenz (Hfmax) durchgeführt werden. Die Hfmax kann nach den Empfehlungen der WHO mit der Alterformel berechnet werden (220-Lebensalter= Hfmax).

Herr Dr. Böselt, herzlichen Dank für dieses Interview!

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