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Dr. Schauerte bei einer Asthmaschulung!

Asthma: Licht und Schatten bei der Patientenversorgung

Prävention durch Asthmaschulung – die Rolle der Gesundheitspolitik

Ohnehin ist das Asthma DMP erst für Kinder ab dem 5. Lebensjahr möglich, obwohl ja gerade in jungen Jahren eine gute Asthmakontrolle wichtig wäre. Es gibt zwar eine gut evaluierte spezielle Asthmaschulung für Kinder. Diese ist jedoch nicht Teil des DMP und wird von den Krankenkassen nur in Einzelfällen und nach Einzelfallbeantragung erstattet.

Aus Sicht der Kinderpneumologen ist diese Regelung nicht dazu geeignet, eine optimale Versorgung von unter fünfjährigen Asthmapatienten zu gewährleisten, was auch mehrfach gegenüber dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vorgetragen wurde. Belegen konnte man dies durch Studien aus Bayern zur strukturierten Betreuung von Kindern ab dem zweiten Lebensjahr. Die Untersuchungen haben nachgewiesen, dass gerade Kinder bis zum fünften Lebensjahr in hohem Maße von einer engmaschigen Betreuung profitieren, so ging z.B. die Anzahl der stationären Aufenthalte deutlich zurück. Bislang hatten die Einwände der Pädiater jedoch keinen Erfolg. Der -G-BA konnte sich nicht dazu entschließen das DMP Asthma für Kinder unter fünf Jahren zu öffnen. Eltern von asthmakranken Kindern unter fünf Jahren sind deshalb darauf angewiesen, diese Informationen vom behandelnden Kinderarzt zu erhalten, der dies aber wiederum nicht vergütet bekommt.

„Eine Möglichkeit für die Eltern, doch noch zu einer Asthmaschulung für sich bzw. das Kind zu kommen, ist die AGAS. Je nach Region, Versicherung und vorhandenen Schulungskapazitäten kann dann eine Elternschulung ermöglicht werden“ so Dr. Schauerte“, für die Eltern ist das natürlich mit deutlich mehr Aufwand und längeren Anfahrtswegen verbunden, insbesondere in Regionen mit weniger dichtem Schulungsangebot.

Asthmaschulung – wie zufrieden sind die Schulungsteilnehmer?

93 Prozent der Umfrageteilnehmer, die eine Asthmaschulung mitgemacht hatten, waren der Ansicht, dass diese Schulung für sie hilfreich war, lediglich für 7 Prozent traf dies nicht zu. Ein Kritikpunkt war zum Beispiel, dass in der Schulung „nur auf medizinische Behandlung und Allergenvermeidung im Haushalt, nicht aber ausreichend auf psychosoziale Folgen, insbesondere im schulischen Umfeld eingegangen wurde“.

Asthma-Patienten – wie tauschen sie sich aus?

Der Austausch mit anderen Betroffenen spielt für einen großen Teil der Befragten eher keine Rolle. So gab mit 57 Prozent die überwiegende Mehrheit an, dass sie sich überhaupt nicht austauscht, weitere 11 Prozent machten dazu keine Angaben. 18 Prozent der Befragten nutzen Facebook, nur 2 Prozent Instagram und nur 1 Prozent Twitter. Nur 2 Prozent sind in Selbsthilfegruppen aktiv.

15 Prozent der Umfrageteilnehmer bevorzugt andere Wege des Austauschs. Davon sucht knapp jeder Zweite (47 Prozent) das persönliche Gespräch, 27 Prozent bevorzugen Foren und Portale im Internet oder auch Whats-App Gruppen.

Asthma – ein Teil der Patienten fühlt sich allein gelassen!

„Welche Unterstützung und von wem würden Sie sich zur besseren Bewältigung des Asthmas wünschen?“ diese Frage beantworteten 50 Prozent der Befragten. 57 Prozent der Kommentatoren wünschten sich mehr Unterstützung von ihrem Arzt. Unter anderem wurde beklagt, dass man „die Fachärzte erst ansprechen [muss], bevor individuelle Vorschläge zur Behandlung und Verbesserung der persönlichen Lage erfolgen“. Man wünscht sich „mehr Aufklärung von Haus- und Facharzt über die Medis und über unterstützende Maßnahmen“, eine „bessere Schulung von Landärzten & Personal“ und „eine bessere Zusammenarbeit der Ärzte untereinander“. Offensichtlich fühlt sich mancher auch nicht ausreichend informiert, wenn es heißt “Patienten und auch Kassenpatienten sind nicht zu dumm, Sachverhalte ‚vernünftig erklärt‘ zu verstehen.“

Wie kommt es dazu, dass manche Patienten den Eindruck haben, nicht optimal betreut zu werden? „Mögliche Gründe für eine vom Patienten empfundene unzureichende Unterstützung sind meiner Ansicht nach in erster Linie zu wenig Zeit für ein Arzt-Patienten-Gespräch bzw. ein reines Verordnen von Medikamenten, ohne mit dem Patienten Nutzen, Anwendungsweise und Nebenwirkungen besprochen zu haben. Das Kommunikationsproblem kann durch eine partnerschaftliche Beziehung zwischen Arzt und Patient gelöst werden“, betont Prof. Worth.

Asthma: Wie hilfreich ist die gesundheitspolitische Weichenstellung?

Das Fazit: Es gibt viele Ursachen für eine unzureichende Symptomkontrolle bei Asthma und viele Ursachen dafür, dass nicht alle Asthma-Patienten ausreichend informiert sind. Die Frage ist auch, welchen Anteil ein Gesundheitssystem an der aktuellen Situation hat. Gerade präventive Maßnahmen im frühen Kindesalter, wie die Asthmaschulung, werden nicht unterstützt. Zudem wird grundsätzlich die Apparatemedizin und nicht die sprechende Medizin honoriert. Das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient, das erst durch ausführliche Gespräche entstehen kann, scheint bei der chronischen Erkrankung Asthma eine wichtige Säule des Therapieerfolgs zu sein, wird aber nicht ausreichend vergütet und demzufolge nicht immer ausreichend umgesetzt. Ein effizientes Management sähe anders aus.

Quelle:

1) Leserumfrage Asthma 2017, MeinAllergiePortal, Juli - September 2017

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