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Dr. Schauerte bei einer Asthmaschulung!

Asthma: Licht und Schatten bei der Patientenversorgung

Chronisches Asthma: Die Erkrankung annehmen, dann managen!

Eine Rolle spielt auch die Frage, in welchem Maß der Patient akzeptiert hat, dass er chronisch erkrankt ist, d.h. dass das Asthma lebenslang bestehen bleibt und man lebenslang Zeit investieren und therapieren muss. „Oft greifen dann Verdrängungsmechanismen und man verhält sich unbewusst so, dass Symptome selten auftreten, z.B. indem man jede körperliche Anstrengung meidet, so dass vermeintlich nicht die Notwendigkeit besteht, eine Dauertherapie durchzuhalten“, erklärte Dr. Schauerte diese Verhaltensweise. Hinzu kommt, dass es nicht alle Patienten schaffen, sich dauerhaft und diszipliniert zu therapieren. „Die Einnahme der Medikamente muss ritualisiert in den Alltag eingepasst sein, genauso wie das Zähneputzen und das Haare kämmen“, so Dr. Schauerte, “wie das geht, lernt man in einer Asthmaschulung“. Eine chronische Erkrankung fordert den Patienten, er muss konsequent am Ball bleiben und lernen, seine Erkrankung zu managen und zu kontrollieren. Dafür ist es wichtig, die Mechanismen hinter der Erkrankung und die Wirkweise der Medikamente zu verstehen. „All diese Fragen, sowie das Thema Nebenwirkungen werden in Asthmaschulungen behandelt“, so Dr. Schauerte.

Asthmaschulung – viele Asthmatiker sind nicht informiert!

Liegt das an mangelndem Wissen oder ist die Compliance nicht gegeben? Teils, teils! Nachdenklich macht auf den ersten Blick, dass nur 54 Prozent der Befragten eine Asthmaschulung erhalten hatte, bei 38 Prozent war dies nicht der Fall (keine Angabe machten dazu 8,0 Prozent). Die Gründe für die Nicht-Teilnahme sind bemerkenswert. So berichteten 46 Prozent derjenigen, die keine Schulung erhalten hatten, dass sie ihnen nie angeboten worden sei. 15 Prozent konnten nicht einmal mehr sagen, warum sie nie eine Asthmaschulung gemacht hatten und ein Befragter war der Meinung, eine Asthmaschulung sei nicht nötig, weil „nur saisonales Asthma“ vorliege. Zum Teil wurden das mangelnde Angebot vor Ort oder das zu junge Alter des Betroffenen als Gründe genannt, jeweils 10 Prozent der nicht Geschulten machten diese Angaben. Lediglich 8 Prozent hatten kein Interesse an einer Asthmaschulung bzw. keine Zeit.

Teilnahme an Asthmaschulungen – warum nur 54 Prozent?

Befragt man einen Experten zeigt sich ein differenzierteres Bild. „Dass 54 Prozent der Umfrageteilnehmer angaben, dass sie oder das Kind eine Asthmaschulung erhalten haben, ist Summa summarum ein gar nicht mal so schlechter Wert.“ beurteilte Dr. Schauerte die Umfrageergebnisse. „Zum einen ist bei Patienten mit leichtem und kontrolliertem Krankheitsverlauf oft die Motivation, an einer Asthmaschulung teilzunehmen, verständlicherweise nicht so groß. Zum anderen muss man berücksichtigen, wer überhaupt eine Asthmaschulung erhalten kann und bei wem sie refinanziert wird“, so Dr. Schauerte.

Finanziert werden Asthmaschulungen in Deutschland von den Gesetzlichen Krankenkassen nur für Patienten, die im Disease Management Programm (DMP) für Asthma eingeschrieben sind und in dieses Programm dürfen wiederum nur Kinder und Jugendliche ab dem 5. Lebensjahr und Erwachsene aufgenommen werden. „Schaut man sich die Zahlen bei den Kindern an, stellt man allerdings fest, dass nicht so viele Kinder in DMP-Programmen eingeschrieben sind, wie man dies angesichts der Erkrankungszahlen erwarten würde,“ so Dr. Schauerte, „von denjenigen die im DMP sind, werden die Asthmaschulungen aber in der Regel gut angenommen.“ Bei Asthma-Patienten, die nicht im DMP sind, ist die Finanzierung der Asthmaschulung allerdings nicht gegeben und in der Regel erfolgt dann auch keine Schulung.

Disease Management Programm (DMP) für Asthma – wie kommt man rein?

Eine Aufnahme in ein DMP erfolgt nicht automatisch. Eine Voraussetzung ist zunächst, dass der behandelnde Arzt sich in das DMP-Programm eingeschrieben hat. Erst dann kann er auch seine Patienten dafür anmelden, was mit einem gewissen Zusatzaufwand verbunden ist. „Zudem fällt es manchen Kollegen schwer, die Wertigkeit einer Asthmaschulung richtig einzuschätzen“ betonte Dr. Schauerte, „laut Leitlinie ist eine Asthmaschulung aber Teil der Asthmatherapie, spätestens wenn die Patienten eine Dauertherapie benötigen. „Mein Rat an Kollegen, die selbst keine Schulungen anbieten lautet „Die Motivation des Patienten aufbauen und ihn im Zweifelsfall zur Asthmaschulung an einen Kollegen verweisen“.

Während es für Erwachsene für zahlreiche Erkrankungen DMP-Programme gibt, findet man für Kinder und Jugendliche neben dem Asthma-DMP lediglich ein DMP für Diabetes mellitus – DMP Programme haben sich in der Pädiatrie also nie wirklich etabliert. „Dies könnte der Grund dafür sein, dass mehr Erwachsene in DMP-Programmen eingeschrieben sind, als Kinder und Jugendliche“, so Dr. Schauerte. Dabei sind DMP-Programme bei Asthma sehr effektiv, das belegen die Zahlen aus den DMP-Programmen. Dabei spielt auch die regelmäßige standardisierte Wiedervorstellung bei Arzt eine Rolle, die für eine engmaschige Betreuung sorgt.

Man sollte meinen, dass es im Interesse der gesetzlichen Krankenkassen liegt, möglichst viele Patienten zu einer Teilnahme an einem Asthma DMP zu motivieren. Anders als früher, gehört Asthma heutzutage jedoch nicht mehr zu den sehr kostenintensiven Erkrankungen. Auch eine Unterstützung aus dem Gesundheitsfonds, wie sie die Krankenkassen bei der erstmaligen Einführung der Asthma-DMP für jeden Patienten erhielten, ist weggefallen. Seit einigen Jahren gibt es die umfangreichen Programme, mit denen die Kassen ihre Mitglieder mit Asthma zur Teilnahme an Asthma-DMP zu motivieren suchten, nicht mehr in gleichem Maße. „Die Krankenkassen werben bei ihren Asthma-Patienten nicht mehr so stark für eine Teilnahme am DMP und man hat manchmal das Gefühl, dass das Interesse der Krankenkassen, an der DMP-Teilnahme von Asthma-Patienten nicht mehr so stark ausgeprägt ist“ erklärte Dr. Schauerte.

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