MeinAllergiePortal Umfrage Asthma Patientenversorgung

Dr. Schauerte bei einer Asthmaschulung!

Asthma: Licht und Schatten bei der Patientenversorgung

Asthma ist eine häufige Erkrankung. Laut „Lungenärzte im Netz“ erkranken „in Deutschland […] etwa 10 bis 15 Prozent der Kinder und etwa 5 bis 7 Prozent der Erwachsenen an Asthma - das sind rund 8 Millionen Menschen.“ Vor allem Kinder sind von Asthma in starkem Maße betroffen: „Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter […] Etwa jedes 8. Kind unter 10 Jahren und jedes 10. Kind unter 15 Jahren leidet in Deutschland unter Asthma“ so „Lungenärzte im Netz“. Grund genug für MeinAllergiePortal mit Hilfe einer Online-Umfrage unter den Lesern einigen Fragen nachzugehen: Wie werden Asthmapatienten versorgt? Gelingt die Symptomkontrolle? Wo besteht bei den Patienten ein Informationsbedarf? Die Auswertung brachte Erwarbares, aber auch überraschende Erkentnisse.1)

Therapieziel bei Asthma - Beschwerdefreiheit

Unabhängig von der Ausprägung des Asthmas ist es das Ziel der Asthmatherapie, einen beschwerdefreien Zustand des Patienten zu erreichen. Bei einem gut kontrollierten Asthma sollten nur minimale oder gar keine Symptome auftreten, der Bedarf an Bedarfsmedikation sollte gering sein. Auch sollten die Asthma-Patienten durch ihre Erkrankung im Alltag nicht eingeschränkt sein, auch nicht bei körperlicher Belastung. Insbesondere sollte es nicht zu Exazerbationen und zu nächtlichem Erwachen durch Asthmasymptome kommen und ebenso wenig zu Notfällen mit Klinikeinweisung.

Asthmatiker sind weitgehend symptomfrei

Das wichtigste Therapieziel, die Symptomkontrolle, gelingt, laut Umfrageergebnissen, weitgehend. So berichteten 73 Prozent, dass die Asthmasymptome unter Kontrolle seien. Aber immerhin 17 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass die Asthmasymptome nicht unter Kontrolle sind und dass es häufiger zu Asthmaanfällen kommt. 10 Prozent machten zu der Frage keine Angaben sodass auch hier nicht unbedingt von einer zufriedenstellenden Behandlung ausgegangen werden kann.

Unkontrolliertes Asthma – was sind die Ursachen?

Den einen Grund dafür, dass Menschen mit Asthma unter Symptomen leiden, scheint es nicht zu geben, die Gründe sind vielschichtig. So gaben 3 Prozent der mit Asthma diagnostizierte Umfrageteilnehmer an, dass ihnen zur Behandlung des Asthmas keine Medikamente verordnet wurden, weitere 3 Prozent machten dazu keine Angaben. 94 Prozent der Befragten bekamen zwar Medikamente verordnet, allerdings nahmen davon nur 76 Prozent diese nach Verordnung ein, 23 Prozent handelten nach eigenem Ermessen und 1 Prozent nahm sie gar nicht.

Was ist die Ursache dafür, dass manche Patienten ihre Medikamente nicht nach Verordnung oder gar nicht einnehmen? „Wenn ein Patient nur leichte Asthmasymptome hat und nur mit einem Betamimetikum behandelt wird, ist es völlig in Ordnung, das Medikament nach eigenem Ermessen einzunehmen“ erklärte Dr. med. Gerd Schauerte, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung e.V. die Umfrageergebnisse, „bei inhalativem Kortison ist das eigene Ermessen jedoch nicht sinnvoll.“

Es gibt jedoch noch weitere Gründe für hartnäckige Asthmasymptome. „Die Ursachen eines unkontrollierten Asthmas sind vielfältig, erklärt Prof. Dr. Heinrich Worth“, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga, “nicht jedes Asthma kann vollständig kontrolliert werden trotz optimaler medikamentöser Einstellung durch den Arzt und Therapietreue seitens des Patienten. Eine andere Diagnose als Asthma, z.B. bei einer nicht zutreffenden Diagnose und daraufhin falschen Medikation, die fehlende Vermeidung von anfallsauslösenden Faktoren sowie eine unzureichende Inhalationstechnik sind weitere Ursachen für eine fehlende Asthma-Kontrolle“.

Eine mögliche Ursache für unkontrollierte Symptome ist also der Umgang mit den verordneten Medikamenten. „Hauptursache für ein unkontrolliertes Asthma ist eine unzureichende Therapieadhärenz“ bestätigt Prof. Worth, „so hat ein Kollege aus den USA beim letzten europäischen Kongress angegeben, dass nur 50 Prozent der Patienten nur 50 Prozent der verordneten Medikation zu nur 50 Prozent der verordneten Zeit einsetzen“.

Medikamente nicht eingenommen? Es gibt viele Gründe…

Ein Versehen scheint dies nicht in jedem Fall zu sein. „Die geringe Therapieadhärenz erfolgt bei ca. 25 Prozent der Patienten unabsichtlich, z.B. aufgrund von Vergessen, Verwirrung u.a., in 75 Prozent der Fälle absichtlich, etwa aus Angst vor Nebenwirkungen der Medikamente, Wunsch nach medikamentenfreier Zeit, etwa wegen eines Urlaubs, Angst vor zu hohen Therapiekosten oder einem fehlenden Gefühl für die Notwendigkeit der Medikation“ sagt Prof. Worth.

Um dies zu verbessern, ist ein intensives partnerschaftliches Gespräch zwischen Arzt und seinem Patienten erforderlich, bei dem gemeinsame Behandlungsziele und die hierfür notwendige Medikation unter sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken der Therapie vereinbart werden . „Am besten gelingt die partnerschaftliche Einbeziehung des Patienten in ein optimiertes Management seiner Erkrankung durch die Teilnahme des Betroffenen an einer strukturierten Patientenschulung, z. B. nach dem NASA- Programm der Deutschen Atemwegsliga. „Der geschulte Patient lernt, seine Erkrankung anhand der Beschwerden und der von ihm gemessenen Peak- Flow- Werte zu kontrollieren und bei Verschlechterung seine Medikation an die jeweilige Schwere der Erkrankung anzupassen“ so Prof. Worth.

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