Gewitter-Asthma

Univ.-Prof. Dr. med. Roland Buhl, Facharzt für Innere Medizin, Schwerpunkt Pneumologie, Zusatzbezeichnung Allergologie und Leiter des Schwerpunktes Pneumologie, Universitätsmedizin Mainz zu Gewitter-Asthma!

Gewitter-Asthma: Das sollten Asthma-Patienten wissen!

Gibt es Menschen, die besonders gefährdet sind, ein Gewitter-Asthma zu entwickeln?

Menschen, die an Asthma erkrankt sind, dem eine Allergie gegen Pflanzenpollen zugrunde liegt, tragen ein erhöhtes Risiko. Wenn es bei einem Gewitter zu den beschriebenen speziellen Umweltbedingungen kommt und die Patienten sehr schnell gegenüber großen Pollenmengen, auf die sie allergisch sind, exponiert werden, steigt das Risiko für ein Gewitter-Asthma.

Sie erwähnten, dass die Pollen durch die bei Gewittern auftretenden Phänomene in kleinere Bestandteile zerfallen können. Ist dies beim Gewitter-Asthma ein maßgeblicher Faktor?

Die Entstehung von Pollen-Fragmenten mit noch besserer Lungengängigkeit kann beim Gewitter-Asthma eine gewisse Rolle spielen, aber auch normale Pollen können ein Gewitter-Asthma auslösen.

Maßgeblicher ist, dass durch das Gewitter auf einmal große Pollenmengen und Staubteilchen aufgewirbelt werden. Dadurch steigt die Konzentration dieser Bestandteile in der Luft extrem an und es kommt mit einem Schlag zu einer massiven Exposition.

Ausschlaggebend für das Gewitter-Asthma sind aber nur die Pollen, nicht z.B. Schimmelpilzporen?

Möglicherweise können auch Schimmelpilzporen, beispielsweise Alternaria alternata, bei entsprechender Sensibilisierung des Patienten eine Rolle spielen, denn bei einem Gewitter können grundsätzlich alle allergenen Partikel aufgewirbelt, nach oben getragen und durch die Luftfeuchtigkeit noch besser lungengängig werden. Die Pollenart oder zusätzliche Umweltfaktoren wie Feinstaub und Schadgase spielen dabei keine Rolle.

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