Spezifische Immuntherapie SIT Asthma Therapieoption

Dr. Peter Kardos, Gemeinschaftspraxis & Zentrum Pneumologie, Allergologie, Schlafmedizin, Klinik Maingau vom Roten Kreuz zur SIT als Therapieoption bei bestehendem Asthma!

Spezifische Immuntherapie (SIT) bei bestehendem Asthma: Eine Therapieoption?

Mit der spezifische Immuntherapie (SIT), auch Allergen Immuntherapie (AIT) genannt, kann die Entstehung von Asthma bei Patienten mit allergischer Rhinitis verhindert werden. Ein bestehendes Asthma galt für die SIT jedoch lange als  Kontraindikation. Warum man die SIT heute als Therapieoption bei bestehendem Asthma sieht, erklärt Dr. Peter Kardos, Gemeinschaftspraxis & Zentrum Pneumologie, Allergologie, Schlafmedizin, Klinik Maingau vom Roten Kreuz in Frankfurt im Gespräch mit MeinAllergiePortal.

Wie wirksam ist die SIT, wenn der Patient bereits ein Asthma entwickelt hat?

Bis vor kurzem war dies eine unter den allergologischen und pneumologischen Fachgesellschaften höchst umstrittene Frage. Vor ca. 15 Jahren waren die deutschen Pneumologen der Meinung, dass bei einem bestehenden Asthma keine Spezifische Immuntherapie durchgeführt werden sollte.

Warum waren die Pulmologen in der Vergangenheit gegen eine Behandlung von Asthmapatienten mit der Spezifische Immuntherapie?

Ein Grund dafür war, dass man die SIT bei bestehendem Asthma für zu gefährlich hielt. Man bewertete das Risiko, dass ein bereits unter Atembeschwerden leidender Asthmapatient unter der SIT einen durch die Behandlung ausgelösten Asthmaanfall bekommt, als zu hoch.

Ein weiterer Grund für die eher skeptische Haltung der Pulmologen gegenüber einer Spezifische Immuntherapie von Asthmatikern war, dass man mit der SIT die Asthmasymptome nicht vollständig beseitigen, sondern nur verbessern kann. Das bedeutet, man kann beim Asthma, trotz SIT, nicht auf Asthmamedikamente, meist auf die Inhalationstherapie, vollständig verzichten, sondern lediglich die Dosis reduzieren.      

Diese Befürchtungen sind heutzutage jedoch ausgeräumt.

Man empfiehlt also heute auch Patienten mit bestehendem Asthma eine Behandlung mit der Allergie Immuntherapie?

Es gibt mehre Studien, die beweisen, dass die genannten Befürchtungen unbegründet waren. An einer dieser Studien habe ich, zusammen mit Herrn Prof. Zielen, selbst mitgewirkt.1) Hier haben wir Kinder mit einer Hausstaubmilbenallergie und Asthma mit einer spezifischen Immuntherapie (SCIT) behandelt und die Gabe der inhalativen Kortikosteroiden reduziert. Dabei konnten wir feststellen, dass der Verbrauch an inhalativen Kortikosteroiden innerhalb von zwei Jahren bei der Verum-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe sehr gut reduziert werden konnte, durchschnittlich um 50 Prozent ohne die Asthmakontrolle zu verschlechtern. Vor der Studie waren unsere Patienten bereits auf die geringste noch wirksame inhalative Kortisondosis eingestellt.

Bei leichtem Asthma mit nur wenig eingeschränkter Lungenfunktion, d.h. mit einer Lungenkapazität über 70 Prozent, wird die SIT zur Therapie des Asthmas im GINA Dokument 2017 empfohlen.

Mitte letzten Jahres wurden die Ergebnisse einer neuen multizentrischen Studie an einem großen Patientenkollektiv von Herrn Prof. Virchow veröffentlicht. In dieser Studie wurden Asthmapatienten mit Hausstaubmilbenallergie mit einer SLIT gegen das Hausstaubmilbenallergen behandelt. Alle Patienten wurden zuvor mit inhalativen Kortikosteroiden behandelt und bei allen Patienten wurde während der Studie die Behandlung ausgesetzt. Die Ergebnisse zeigten eine sehr schöne Wirkung, denn bei den Patienten, die die SLIT-Therapie erhielten, war die Wahrscheinlichkeit für Asthma-Exazerbationen um 30 Prozent niedriger  als bei der Placebo-Gruppe.2)

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