Atemnot Kind Asthma

Prof. Dr. med. Philippe Stock, Ärztlicher Leiter Pädiatrie im AKK Altonaer Kinderkrankenhaus in Hamburg zu Atemnot beim Kind - wann ist es Asthma?

Atemnot beim Kind: Wann ist es Asthma? Symptome und Maßnahmen!

Wann sollten die Eltern zum Arzt gehen bzw. den Notarzt rufen, wen das Kind Atemnot hat?

Wenn es regelmäßig zu Atemnot kommt, sollte unbedingt der Arzt erneut aufgesucht werden.

Sind die Symptome in ihrer Ausprägung stärker oder anders als sonst, oder wenn die Luftnot grundsätzlich neu ist, dann sollte immer ein Notarzt gerufen werden.

Welche Erkrankungen können die Ursache sein, wenn ein Kind plötzlich Atemnot bekommt?

Zum einen sind da natürlich die ganzen Infektionserkrankungen. Oft handelt es sich um Viren, die zu bestimmten Jahreszeiten gehäuft vorkommen. Eine Bronchitis oder Lungenentzündung kann dramatische Formen von Luftnot zur Folge haben. Bei Kindern zwischen 9 Monaten und 2,5 Jahren - orale Phase, Erleben der Umwelt dadurch, dass alles in den Mund gesteckt wird- muss man auch an Fremdkörper denken, die oft aus völliger Gesundheit heraus, zum Beispiel beim Spielen, in die Atemwege gelangen. Aber auch akute Zustände von Asthma bronchiale können ganz plötzlich zur Atemnot führen.

Wie häufig ist Asthma der Grund, wenn ein Kind Atemnot bekommt?

Asthma gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Also ja, Asthma als Ursache für Luftnot ist im Kindesalter häufig. Meist sprechen wir erst ab ca. 5 Jahren von Asthma, da der chronische Verlauf erst dann so richtig deutlich wird.

Gibt es hierfür Risikofaktoren für Asthma im Kindesalter?

Risikofaktoren sind eine allergische Sensibilisierung. Manchmal weiß man das noch nicht, aber allein die Tatsache, dass in der Familie, etwa bei Eltern oder Geschwistern, Allergien vorkommen, erhöht schon das Risiko.

Welche Möglichkeiten zur Prävention von Asthma hat man zurzeit?

Für die Behandlung des Asthma haben wir inzwischen eine Vielzahl von Medikamenten zur Verfügung. Diese können die Symptome sehr effektiv lindern, oder auch die Entzündung in den Bronchien kontrollieren. Das behandelt jedoch nur die Symptome.

Wenn eine Allergie nachgewiesen wurde, kann diese auch direkt behandelt werden. Das ist natürlich langfristig viel sinnvoller, da die Ursache für die Beschwerden genommen wird. Hierfür steht die Hyposensibilisierung durch Spritzen unter die Haut oder durch Tabletten unter die Zunge zur Verfügung. Zugelassen ist die Therapie ab 5 Jahren und ist die einzige Kausaltherapie, die es gibt. Bei Allergikern sollte man sie daher immer in Erwägung ziehen und eine Anwendung mit der Familie besprochen werden.

Herr Prof. Stock, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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