Asthma COPD Rauchen

Prof. Dr. Heinrich Worth, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga zum Einfluß des Rauchens auf Asthma und COPD!

Asthma? COPD? Welchen Effekt hat das Rauchen auf die Erkrankungen?

Mit dem Rauchen aufzuhören fällt vielen Rauchern schwer, was raten Sie Ihren Patienten?

Meine Empfehlung ist zunächst, eine sehr gute Tabakanamnese durchzuführen. Das bedeutet, man befragt den Patienten ausführlich wie lange er was raucht und wie intensiv. Dann sollte man mit dem Patienten einen festen Termin vereinbaren, an dem er nicht mehr raucht, diese Methode hat sich bewährt.

Aus meiner Sicht macht es keinen Sinn, einem Patienten, der z.B. 20 Zigaretten am Tag raucht zu empfehlen, er solle Monat für Monat täglich jeweils eine Zigarette weniger rauchen. So wird der Raucher nicht erfolgreich entwöhnt.

Wichtig ist auch, dass der Arzt bei jedem Gespräch mit dem rauchenden Patienten darauf hinweist, dass es absolut notwendig ist, auf die Zigarette zu verzichten.

Gibt es weitere Methoden, Patienten mit Asthma oder COPD vom Rauchen abzubringen?

Bei Rauchern eine Abstinenz zu erreichen ist nicht einfach, aber es gibt unterstützende Maßnahmen. Meist braucht man eine Kombination aus unterschiedlichen Methoden, um Raucher vom Rauchen abzubringen.

Zum einen gibt es Tabakentwöhnungsprogramme, die mitunter auch von Krankenkassen angeboten werden, aber auch von niedergelassenen Ärzten, auch von Lungenärzten. In diesen strukturierten Programmen ist auch eine psychologische Betreuung enthalten.

Weiter gibt es die Möglichkeit den „Nikotinhunger“ durch eine Nikotinersatztherapie zu kontrollieren. Im Rahmen der Therapie wird dem Patienten Nikotin in Form von Nikotinkaugummis, Nikotinnasensprays oder Nikotinpflastern zur Verfügung gestellt.

Außerdem gibt es Medikamente, die suchthemmend wirken und die über durchschnittlich 12 Wochen eingenommen werden müssen. Aus meiner Erfahrung ist der Wirkstoff Vareniclin erfolgreich bei der Raucherentwöhnung. Die Entwöhnungsraten liegen hier höher, als z.B. beim Wirkstoff Bupropion. Leider werden diese Medikamente, die recht teuer sind, nicht von den Krankenkassen übernommen. Grundsätzlich kann man diese Medikamente mit einer Nikotinersatztherapie kombinieren.

Dann gibt es noch alternative Methoden wie Hypnose und Akupunktur, aber die Erfolgsquoten sind hier deutlich schlechter. Die wichtigste Maßnahme aber ist und bleibt die Vorbeugung.

Wie lässt sich Vorbeugung am besten umsetzen?

Bereits in der Schule, ab der 4. Grundschulklasse, sollte man beginnen, dem Einstieg ins Rauchen gegenzusteuern, insbesondere bei Kindern rauchender Eltern. In einigen Modellprogrammen in Deutschland wird dies umgesetzt, aber nicht flächendeckend. Außerdem gilt es nicht nur beim Zigarettenrauchen gegenzusteuern, sondern auch bei den Shishas und bei den E-Zigaretten.

Tatsächlich ist die Zahl der rauchenden Teenager in den letzten Jahren zurückgegangen, aber dafür ist die Zahl der Jugendlichen, die Shisha rauchen, gestiegen. Das Problem ist, dass im Falle der Shishas eine Harmlosigkeit suggeriert wird, die so nicht gegeben ist, auch hier muss dringend gegengesteuert werden.

Herr Prof. Worth, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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