Asthma COPD Rauchen

Prof. Dr. Heinrich Worth, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga zum Einfluß des Rauchens auf Asthma und COPD!

Asthma? COPD? Welchen Effekt hat das Rauchen auf die Erkrankungen?

Gibt es weitere Auswirkungen des Rauchens für Asthma- und COPD-Patienten?

exazerbationen copd vorbeugenAuch die Beschwerden, die durch Asthma und COPD hervorgerufen werden, wie z.B. Husten und Auswurf, treten bei Rauchern häufiger auf als bei Nichtrauchern.

Hinzu kommt, dass die COPD in der Regel mit einer Vielzahl von Begleiterkrankungen einhergeht. Zum Beispiel leiden 50 Prozent der COPD-Patienten an einer kardiovaskulären Erkrankung und auch dafür ist das Rauchen ein gewichtiger Risikofaktor. Auch für Lungenkrebs stellt das Rauchen ein Risiko dar und damit auch für die Kombination aus COPD und Lungenkrebs.

Das Rauchen ist ein sehr relevanter Risikofaktor bei COPD, weil nicht nur die COPD selbst negativ vom Rauchen beeinflusst wird, sondern auch die Komorbiditäten.

Und welche Auswirkungen hat das Rauchen auf Asthma-Patienten?

Auch bei Patienten mit Asthma werden vorhandene Komorbiditäten durch das Rauchen ungünstig beeinflusst. Die Komorbidität kardiovaskuläre Erkrankung ist beim Asthma allerdings weniger relevant. Dafür ist das Rauchen bei Asthma-Patienten oft der Grund für akute Verschlechterungen und der Verlauf der Erkrankung wird ungünstig beeinflusst.

Es gibt jedoch  Asthmatiker, die eine so starke Überempfindlichkeit der Atemwege leiden, dass sie Rauchen gar nicht ertragen können und diese Patientengruppe raucht dann auch nicht weiter.

Ein weiterer wichtiger Punkt beim Thema „Asthma und Rauchen“ betrifft jedoch die Medikation.

Welche Auswirkungen hat es auf die Medikation, wenn Menschen mit Asthma rauchen?

Das Basismedikament bei der Asthmatherapie ist das inhalierbare Kortison. Im Vergleich zum Kortison, das dem Körper in Form von Tabletten oder Spritzen zugeführt wird, hat inhalierbares Kortison  den Vorteil, dass man wesentlich niedrigere Dosen benötigt, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Bei Rauchern mit Asthma benötigt man allerdings etwa die fünffache Menge an inhalativem Kortison, um eine Wirkung zu entfalten. Der Grund dafür ist, dass die Entzündung in den Atemwegen, die dem Asthma zugrunde liegt, durch das Rauchen stark stimuliert und aktiviert wird. Deshalb benötigt man wesentlich größere Kortisonmengen um gegenzusteuern.

Führt die höhere Kortisondosis bei rauchenden Asthmatikern auch zu mehr Nebenwirkungen?

In der Regel kommt es durch die höheren Kortisondosen, die bei rauchenden Asthmatikern nötig sind, auch zu mehr Nebenwirkungen. Bei hochdosiert eingesetztem inhalativem Kortison gelangt ein Teil des Kortisons in den Köper. Je mehr Kortison eingesetzt werden muss, umso mehr Kortison gelangt in den Körper und umso mehr treten auch am gesamten Körper Nebenwirkungen auf.

Insgesamt kommt es bei Rauchern zu akuten und chronischen Effekten. Ein akuter Effekt ist der Anstieg von Entzündungsmarkern, was insbesondere bei der COPD sehr gut nachgewiesen wurde. Auch Infekte werden bei Rauchern im Vergleich zu Nichtrauchern weniger gut bewältigt. Durch Viren oder Bakterien verursachte Lungenentzündungen treten bei Rauchern z.B. leichter auf und dauern länger. Das liegt daran, dass Raucher eine gestörte Immunabwehr haben und spielt sicherlich auch eine wichtige Rolle.

Außerdem hat man festgestellt, dass Frauen mit Asthma und COPD, die rauchen, in Bezug auf die Nebenwirkungen des Rauchens besonders anfällig sind. Die Effekte des Rauchens auf die Lunge kommen bei Frauen also in stärkerem Maße zum Tragen.

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