Samter-Trias, Nasenpolypen, Asthma, ASS-Intoleranz – hilft ASS-Desaktivierung?

Wie sieht die Behandlung der Nasenpolypen aus?

Bei leichteren Beschwerden, kann man zunächst versuchen, die Symptome mit einem kortisonhaltigen Nasenspray in den Griff zu bekommen. Bei ausgeprägten Symptomen bzw. wenn der Einsatz des Nasensprays nicht zum Erfolg führt, kann man Kortison im Tablettenform einsetzen. In manchen Fällen kann man auch Antiallergika oder Antibiotika anwenden. Letztendlich wäre eine Operation der Nasennebenhöhlen in Vollnarkose empfehlenswert, wenn es ansonsten zu keiner Besserung der Beschwerden kommt. Die Operation wird mit feinen Instrumenten und mit Endoskopen und/oder Mikroskop durchgeführt. Bei der Operation entfernt man die Polypen und eröffnet die Zugänge der Nasennebenhöhlen, um deren Belüftung zu verbessern und damit das kortisonhaltige Nasenspray die Nasenschleimhäute besser erreichen kann.

Ist eine solche Operation dauerhaft oder können die Nasenpolypen nachwachsen?

Die Nasenpolypen können jederzeit nachwachsen, und dies ist auch bei 40 Prozent der Patienten der Fall. Unabhängig davon, welche Operationstechnik genutzt wurde, wie gut die Operation verlief, oder wie radikal sie erfolgte, können die Nasenpolypen wiederkehren. Wenn dies der Fall ist, würde man eine ASS-Desaktivierung in Angriff nehmen.

Wann empfehlen Sie eine ASS-Desaktivierung und wie geht man dabei vor?

Eine ASS-Desaktivierung wird bei Patienten mit Samter-Trias empfohlen. Zusätzlich kann dies auch bei wiederkehrenden, schwer zu behandelnden Nasenpolypen, nach einer ausgiebigen Operation und medikamentösen Behandlungen angeraten sein.  

Die Therapie erfolgt grundsätzlich stationär und dabei wird mehrmals täglich über ca. drei bis sieben Tage ASS verabreicht. ASS kann oral, durch die Vene, oder als Spray über die Nase oder Bronchien verabreicht werden. Ein einheitliches Behandlungsschema gibt es nicht, aber man beginnt die Behandlung grundsätzlich mit einer sehr geringen Dosis, z.B. ab 5 mg, und sättigt sie auf eine Höchstdosis von 30 bis 1500 mg auf - es gibt hier sehr unterschiedliche Studien zu den Dosierungen.

ASS wird erst nach der Durchführung eines Lungenfunktionstests verabreicht. Auch ein intravenöser Zugang für die Verabreichung der Notfallmedikamente gehört zum Standard bei der ASS-Desaktivierung. Selten wird die Behandlung abgebrochen, wenn ASS überhaupt nicht verträglich ist. Um bei schweren systemischen Reaktionen schnell handeln zu können, ist der stationäre Aufenthalt unabdingbar.

Wenn die Patienten die ASS-Desaktivierung gut vertragen, müssen sie nach Abschluss der Behandlung täglich eine Erhaltungsdosis einnehmen – dies erfolgt dann oral. Auch in Bezug auf die Erhaltungsdosis gibt es sehr unterschiedliche Verfahrensweisen. In dem Krankenhaus, in dem ich tätig bin, in Marienhospital in Gelsenkirchen, sind 100 mg pro Tag üblich. In anderen Zentren wird bis zu 1000 mg täglich empfohlen. Eine möglichst niedrige Erhaltungsdosis ist jedoch grundsätzlich angeraten, denn je geringer die Erhaltungsdosis, desto geringer sind auch die potenziellen Nebenwirkungen durch das ASS.

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