Anaphylaxieumgang Kinder altersgerecht

Kirsten Henning, Kinderkrankenschwester, Diplom Pädagogin für Erwachsenenbildung und außerschulische Jugendbildung, Patiententrainerin für DMP-Asthma, Neurodermitis und Anaphylaxie

Anaphylaxie – wie gehen Eltern mit den Risiken altersgerecht um?

Wie wissen die Eltern, ob das Kind "reif" für den nächsten Schritt ist? Wie vermeiden es die Eltern, selbst in einem zu stark bemutternden Stadium stehenzubleiben?

Auch hier geht es um gutes Beobachten. In der Regel sind Eltern kompetent zu erkennen, ob ihr Kind dem Alter entsprechend Verantwortung übernehmen kann. Und dann muss eine schrittweise Ablösung eingeleitet werden. Immer im Austausch mit den erwachsenen Bezugspersonen des Kindes.

Hier kann der Kinderarzt den Eltern demonstrieren, dass er das Kind mit zunehmendem Alter als kompetenten Patienten ansieht. Nämlich indem er das Kind während der Praxistermine direkt anspricht und sowohl geplante Untersuchungen, deren Ergebnisse und auch die  Therapie nicht ausschließlich mit den Erwachsenen bespricht.


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Wie geht man mit älteren Kindern um? Insbesondere im "schwierigen Alter" ab 12 Jahren? Und wie weiß man, ob das Kind "alt genug" ist um selbst die Verantwortung zu übernehmen?

Für die Jugendlichen ist es besonders schwer zu akzeptieren, anders zu sein. Hier ist der Austausch unter Jugendlichen mit der gleichen Diagnose sehr nützlich. Die Eltern sind weiter noch als Berater gefragt – Vertrauenspersonen finden sich aber vermehrt in der Peergroup.

Deshalb ist die Information und Schulung der Freunde besonders wichtig. Mit deren Unterstützung  wird es möglich sein, die Meidung des Allergens als etwas ganz normales zu sehen.

Ein gutes Verhältnis zum behandelnden Arzt hilft in schwierigen Situationen. Hier können Jugendliche Unterstützung und neutrale Gesprächspartner finden.

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Die 5 wichtigsten Tipps für Kinder ab 12 Jahren:

  1. Loslassen – Eigenverantwortung einfordern.
  2. Peergroup einbeziehen.
  3. Die Jugendlichen ermutigen, sich selbst Informationen bei Fachleuten zu holen.
  4. Andere Erwachsene als Moderatoren oder Berater hinzuziehen bei schwierigen Situationen bzw. Gesprächen.
  5. Kompetenz der Jugendlichen in Bezug auf neue Medien nutzen für die Informationssammlung.

Frau Henning, ganz herzlichen Dank für das Gespräch!

Quellen:

Handbuch Hannover, Arbeitskreis Allergologie- und Anaphlaxieschulungen Hannover, AAH e.V., April 2013, S. 9

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