Aut idem bei Adrenalin Autoinjektoren

Prof. Dr. med. Ludger Klimek, Vizepräsident des Aeda über die Gefahren der Aut idem-Regelung bei AAI für Menschen mit Anaphylaxie

Aut idem bei Adrenalin Autoinjektoren – Patienten sind in Gefahr!

Wie sieht das spezielle Training für den Umgang mit dem Adrenalin-Autoinjektor aus?

Damit Anaphylaxie-Patienten im Ernstfall besser vorbereitet sind, hat die Arbeitsgemeinschaft Anaphylaxie Training und Edukation (AGATE) ein spezielles 2-tägiges (!) Trainingsprogramm entwickelt. Mit diesem Anaphylaxie-Training werden nicht nur die Anaphylaxie-Patienten selbst geschult, sondern möglichst alle, die mit dem Patienten in Kontakt stehen. Dazu gehören z.B. die Familie, Freunde, die Erzieherinnen in Kita und Hort, die Lehrer etc.. Es kann bei Anaphylaxie immer vorkommen, dass die anaphylaktische Reaktion so schnell abläuft, dass der Patient sich nicht mehr selbst mit dem AAI  behandeln kann. Deshalb kann es lebensrettend sein, wenn auch die unmittelbaren Kontaktpersonen des Patienten wissen, wie man mit dem Adrenalin Autoinjektor richtig umgeht, ganz besonders dann, wenn Kinder betroffen sind. Man kann aber alle diese Personen nicht bei jeder neuen Verordnung auf ein neues Modell schulen.

Advertorial

Was könnte passieren, wenn ein AAI falsch angewendet wird?

Die falsche Anwendung eines Adrenalin Autoinjektors könnte dazu führen, dass das lebensrettende Epinephrin nicht im Muskel des Patienten landet, sondern z.B. im Finger desjenigen, der den AAI falsch verwendet. Dann stünde kein Medikament mehr zur Verfügung und für den Patienten bestünde akute Lebensgefahr! Ebenso könnte es sein, dass durch falsche Anwendung zu wenig Epinephrin verabreicht wird. Auch dies könnte für den Patienten lebensbedrohlich sein.

Die im AeDA organisierten Allergologen haben sich an den Gemeinsamen Bundesausschuss gewendet – was fordern Sie vom G-BA?

Wir haben den G-BA aufgefordert, die Adrenalin Autoinjektoren zum Gegenstand einer Regelung nach § 129, Abs. 1a Satz 2 SGB V zu machen. Das bedeutet, wir fordern den Ausschluss des Wirkstoffs „Epinephrin in der Darreichungsform Injektionslösung zur Anaphylaxie-Behandlung“ aus der Liste „Ersetzung wirkstoffgleicher Arzneimittel“!

Herr Prof. Klimek, herzlichen Dank für dieses Interview!

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Bitte beachte auch unsere Datenschutzbestimmungen gemäß DSGVO.