Nuss/Anaphylaxie-Netzwerk Aut idem Adrenalin-Autoinjektoren

Kristina Schmidt, Vorsitzende des Nuss/Anaphylaxie Netzwerk (NAN) e.V.

Stellungnahme des Nuss/Anaphylaxie-Netzwerk (NAN) e.V. zu bestehenden Rabattverträgen für Adrenalin-Autoinjektoren

Als Selbsthilfeorganisation für Nuss- und Erdnussallergiker, insbesondere für Eltern von hochgradig nuss- und erdnussallergischen Kindern, appellieren wir dringend an den Gemeinsamen Bundesausschuss sowie die Krankenkassen, Adrenalin-Autoinjektoren (AAI) auf die Substitutionsausschlussliste zu setzen.

Aus Patientensicht  ist es unverantwortlich und unter Umständen lebensgefährlich, AAI in der Aut idem-Regelung  zu belassen. Obwohl der Inhaltsstoff in allen Modellen der gleiche ist, unterscheiden sich die in Deutschland erhältlichen AAI-Modelle in der Handhabung, daher werden Anaphylaxie-Patienten vom Arzt und in Anaphylaxieschulungen aufwändig und intensiv auf das einmal verordnete Modell geschult.

Ein besonderes Problem entsteht für den hohen Anteil an anaphylaxiegefährdeten Kindern, die den AAI noch nicht selbst anwenden können. Nicht nur die Eltern und andere Angehörige müssen den AAI im Notfall sicher anwenden können, sondern auch ErzieherInnen in der Kita, Lehrkräfte in der Schule sowie weitere Betreuungspersonen, die im Alltag für das Kind die Verantwortung übernehmen. NAN-Vorsitzende Kristina Schmidt erklärt: „Je nach Alter und individueller Betreuungssituation des Kindes werden ca. 15 bis 45 Personen in der Familie, in Kitas und Schulen, in Sportvereinen, bei Freunden etc. meist durch die Eltern als Multiplikatoren mit Hilfe von Trainer-AAI ohne Nadel und Medikament in der AAI-Anwendung geschult.

Für die Kinder ist es lebenswichtig, dass ihnen im Notfall schnell das Medikament verabreicht wird, auch während der Schulzeit oder im Sportverein.“ Darüber hinaus  wird es auch den betroffenen Kindern selbst erschwert, zunehmend Eigenverantwortung für ihre Erkrankung und das Medikament zu übernehmen (§ 1 SGB V), wenn das von klein auf eingeübte AAI-Modell aufgrund von Rabattverträgen u.U. sogar mehrfach gewechselt werden  muss.

Eine aus Rabattverträgen resultierende Veränderung des AAI-Modells verunsichert alle Beteiligten und hat neben einem erhöhten Aufwand (Beschaffung neuer Trainer-AAI, erneute Schulung aller Betreuer, Änderung der Notfallpläne und des Anaphylaxiepasses etc.) möglicherweise lebensbedrohliche Konsequenzen, da im Notfall keine sichere Anwendung mehr gewährleistet ist. Der AAI ist zur einmaligen Anwendung gedacht; eine fehlerhafte Anwendung würde die Einmal-Dosis „verschießen“ und schlimmstenfalls zum Tod des Patienten führen.

Advertorial

Der Verein Nuss/Anaphylaxie Netzwerk (NAN) e.V. setzt sich bundesweit für die Unterstützung von hochgradigen Nuss- und Erdnussallergikern und die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen ein. Einen Schwerpunkt der Vereinsarbeit bildet die Aufklärung und Beratung im täglichen Umgang mit der Allergie für Betroffene, Eltern, Kitas oder Schulen.

Darüber hinaus wird der Erfahrungsaustausch Betroffener untereinander in regionalen und virtuellen Selbsthilfegruppen unterstützt und gefördert. Alle Informationen zu NAN e.V. auf www.nussallergie.org.

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