Anaphylaxie – die unterschätzte Gefahr

Anaphylaxie wird in Deutschland nicht optimal therapiert“, so fasst Dr. Thomas Buck, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Allergologie und pädiatrische Pneumologie seine Sicht der aktuellen Versorgungslage zusammen. Eine Sicht, die in Anbetracht von geschätzten 81 bis 243 durch Anaphylaxie verursachten Todesfällen* durchaus nachvollziehbar ist. Mit dem Anaphylaxie Handbuch Hannover hat er zusammen mit seinen Co-Autoren deshalb ein Nachschlagewerk inklusive Handlungsleitfaden entwickelt, das Mediziner dabei unterstützt, anaphylaktische Reaktionen rasch zu erkennen und optimal zu behandeln. Darüber hinaus hat er als Mitorganisator der 62. Jahrestagung des NDGKI (Norddeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin), die vom 12. bis 14. April 2013 in Hannover stattfand, das Thema Anaphylaxie prominent auf die Agenda gesetzt. Auf dem Fachsymposium „Anaphylaxie Update: Aus der Praxis für die Praxis“ konnten sich Mediziner praxisnah und anhand zahlreicher Fallbeispiele informieren.

Anaphylaxie: Die Symptome bleiben oft unerkannt

Doch wie kommt es, dass die Symptome eines Anaphylaktischen Schocks oft nicht richtig gedeutet werden? Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zum einen werden die Symptome der Patienten, die auch sehr unspezifisch sein können, nicht immer mit einer Anaphylaxie in Verbindung gebracht und dementsprechend auch nicht so behandelt. „Hier mangelt es oft schon bei der Terminvergabe durch die Rezeptionsmitarbeiter der Artpraxis an der richtigen Einordnung des Vorfalles. Auch verfügen nicht alle Arztpraxen zusätzlich zum Fachgebiet über einen allergologischen Schwerpunkt und entsprechend schwer fällt auch Ärzten die Einschätzung der Symptome.“ erklärt Dr. Buck. 

Hinzu kommt, dass die Symptome eines allergischen Schocks von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein können, selbst wenn er durch das gleiche Allergen verursacht wird. So können z.B.  Augmentationsfaktoren, also verstärkende Faktoren wie Sport, Stress, Infekte etc. dazu führen, dass allergische Reaktionen extrem heftig ausfallen. Es gibt sogar Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern, denn Auslöser einer Anaphylaxie bei Erwachsenen sind oft Insektengifte, bei Kindern sind die auslösenden Allergene eher Nahrungsmittelallergene. 

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