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Diagnose Anaphylaxie Kind

Anaphylaxie Trainerin Kirsten Henning: Diagnose Anaphylaxie, wie sag' ich's meinem Kind?

Diagnose Anaphylaxie, wie sag' ich's meinem Kind?

Wie sollten die Eltern gegenüber dem Kind mit der möglicherweise tödlichen Gefahr umgehen, die mit der Anaphylaxie einhergehen kann?

Hierzu möchte ich feststellen: Mit der Anaphylaxie ist zwar eine Gefahr verbunden, aber die ist im Vergleich zu anderen Gefahren des Lebens eher gering. Der Straßenverkehr ist viel gefährlicher, egal ob die Kinder auf der Straße unterwegs sind, zum Beispiel wenn sie alleine zum Kindergarten oder zur Schule laufen, oder ob sie im Auto fahren.

Die Statistiken zeigen, dass viel mehr Kinder verunfallen, als an Anaphylaxie sterben. Das heißt, das Risiko, dass ein Kind im Straßenverkehr einen Unfall erleidet, ist wesentlich größer, als das Risiko, dass ein gut aufgeklärtes Kind mit Anaphylaxie in einen schweren und tödlich endenden Notfall gerät. Ich frage die Eltern und Betreuer deshalb immer was sie tun, damit die Kinder möglichst sicher im Straßenverkehr unterwegs sind. Dann kommt stets die Antwort: Wir erklären ihnen die Verkehrsregeln, und wir lassen kein Kind alleine auf die Straße, das diese „Verkehrsregeln“ noch nicht beherrscht. Genauso ist es bei Anaphylaxie. Das Kind muss die „Verkehrsregeln“ der Anaphylaxie beherrschen, dann ist es sicher, sicherer als im Straßenverkehr! Mit „Verkehrsregeln“ ist in diesem Sinne gemeint, dass das Kind seine Allergene kennt und meidet. Ebenso ist es wichtig, dass das Kind weiß, dass es Medikamente mit sich führen muss, wann und wie es sie einnehmen muss und dass die umgebenden Personen wissen, wie die Medikamente je nach Alter anzuwenden sind.

Im Zusammenhang mit der Gefahr, die von einer Anaphylaxie ausgeht, geht es auch darum zu spüren, ob das Kind Ängste entwickelt hat. Dabei ist es wichtig, ehrlich zu sein, um dem Kind die Ängste zu nehmen, die vielleicht in seiner Phantasie wachsen. Die Eltern sollten sich aber bewusst sein: Wenn das Kind in den Gesprächen zwischen Eltern, Großeltern oder auch bei Arztbesuchen eine unterschwellige Angst spürt – dann wächst die Angst auch im Kind. Deshalb ist es wichtig, dem Kind ehrlich zu erklären, was Anaphylaxie ist und was das bedeutet.

Heißt das, man muss zunächst den Eltern die Angst vor der Anaphylaxie zu nehmen, weniger dem Kind?

Ja, ganz genauso ist das. Ich trage das in allen Elternschulungen und auch bei den Erzieherinnen im Kindergarten ganz genauso vor, wie eben beschrieben und frage manchmal provokant: „Und wie mutig sind Sie denn, dass Sie jeden Tag die Kinder auf die Straße schicken?“ Mir ist es sehr wichtig den Eltern vor Augen zu führen, dass eine übergroße Angst vor der Anaphylaxie kontraproduktiv ist.

Für mich besteht ein Teil der Aufklärung über die Anaphylaxie auch darin, die Erkrankung in das richtige Verhältnis zu anderen Lebensrisiken zu setzen. Eine übergroße Angst der Eltern führt eher dazu, auch das Kind zu verunsichern. Wenn ich den Eltern aber Tipps und Regeln an die Hand gebe, hilft ihnen das bei der Bewältigung ihrer Angst. Zum Beispiel empfehle ich den Eltern, das Kind mit einzubeziehen, wenn sie beim Einkaufen im Supermarkt die Zutatenliste studieren. Dabei kann man das Kind sogar regelrecht schulen, indem man erklärt, dass die groß und fett geschriebenen Zutaten die Zutaten sind, die für manche Menschen allergen sind. So sieht das Kind, dass es nicht alleine betroffen ist und nebenbei lernt auf welche Zutaten es achten soll.

Mein Tipp an die Eltern lautet grundsätzlich: Immer alles erklären, auch Verbote! Das stelle ich auch immer wieder bei meiner Arbeit in der Schule fest. Wenn ich den Kindern sage „Ihr sollt hier nicht klettern!“ dann nehmen sie das hin wie alle anderen Anweisungen, die von den Erwachsenen kommen. Wenn ich aber sage „Ihr sollt hier nicht klettern, weil der Boden hier zu hart ist und Ihr Euch sehr weh tun könnt, wenn Ihr herunterfallt!“ - verstehen die Kinder das, und vermitteln das häufig auch den anderen. Manchmal gilt es aber auch, einen passenden Anlass oder spezielle Medien zu nutzen, um das Kind über die Anaphylaxie zu informieren.

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Was wäre denn ein passender Anlass um mit dem Kind über Anaphylaxie zu sprechen und welche Medien empfehlen Sie?

Ein passender Anlass für ein Gespräch über die Erkrankung Anaphylaxie wäre zum Beispiel, wenn man merkt, dass das Kind zwar weiß, dass es bestimmte Dinge nicht darf, aber nicht WARUM. In dieser Situation hilft es das Kind wieder daran zu erinnern, wie es war, als es Symptome hatte. Ebenso helfen auch Medien dabei, dem Kind deutlich zu machen, worum es geht. Ein sehr schönes Bilderbuch hierzu ist „Hannes Hase“. Hier wird die Erkrankung „Allergie“ ganz einfach erklärt, ohne einen schweren Notfall zu thematisieren. Vielmehr wird betont, „dass es einem dann nicht gut geht“ und dass ist für Kleinkinder gut verständlich. Für die Größeren kann man sich dann ein bisschen mehr an den Funktionen des Körpers orientieren. Das Immunsystem kann man zum Beispiel als Körperpolizei oder Körpersoldaten bezeichnen und auf diese Art erklären, was im Körper passiert. Es gibt es auf unserer Homepage AAH Ev. die Idee für eine Geschichte mit deren Hilfe die Eltern dem Kind erklären können, was Anaphylaxie eigentlich ist. So können Kinder es auch besser verstehen und verinnerlichen.