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Diagnose Anaphylaxie Kind

Anaphylaxie Trainerin Kirsten Henning: Diagnose Anaphylaxie, wie sag' ich's meinem Kind?

Diagnose Anaphylaxie, wie sag' ich's meinem Kind?

Wenn das Kind die DiagnoseAnaphylaxie“ erhält, stellt sich für Eltern die Frage: Wie sag' ich's meinem Kind? Leicht zu beantworten ist diese Frage nicht, denn oft sind die Kinder zum Zeitpunkt der Diagnose noch sehr jung. Zudem ist Anaphylaxie auch für die Eltern ein Angstthema und die komplexe Erkrankung kann man nicht so leicht erklären. Viel Erfahrung mit der richtigen Kommunikation zur Anaphylaxie hat Kirsten Henning, Kinderkrankenschwester, Diplom Pädagogin für Erwachsenenbildung und unter anderem Patiententrainerin für Anaphylaxie. Mit MeinAllergiePortal sprach sie über die Ängste der Eltern und funktionierende Tipps.

Frau Henning, sollten Eltern ihrem Kind sagen, dass es die Diagnose Anaphylaxie gestellt bekommen hat, oder ist es besser, das zunächst nicht anzusprechen?

Ob man dem Kind die Diagnose Anaphylaxie sofort kommuniziert, ist abhängig vom Alter des Kindes. Im Kleinkindalter würde man diesen Begriff nicht benutzen. Einfache Regeln helfen dem Kind, wie z.B.: Dieses Essen ist nichts für Dich.“. Wenn das Kind schon eine gute Sprachkompetenz hat, dann kann man auch mal einfache Botschaften kommunizieren, wie zum Beispiel: „Erinnerst Du Dich noch als Du Walnüsse gegessen hast? Da hast Du Bauchweh bekommen.“ oder: „Weißt Du noch, wie das war als Deine Haut so doll gejuckt hat?“ Aufbauend auf diesen Erinnerungen des Kindes kann man erklären: „Das ist passiert, weil Dein Körper das nicht mag, und deswegen solltest Du es nicht essen!“.

Wann sollte man beginnen, mit dem Kind konkret über „Anaphylaxie zu sprechen?

Sobald die Kinder älter werden, kann der Begriff „Anaphylaxie“ eingeführt werden. Dann haben die Kinder den Begriff wahrscheinlich auch bereits beim Besuch in der Kinderarztpraxis gehört, und nun sollte er erklärt werden. Je mehr das Kind nachfragt, desto genauer sollte differenziert werden, dazu gehört zu erklären, dass es sich um eine Erkrankung handelt und weshalb es manche Nahrungsmittel nicht essen darf. Auch dann kann man wieder die Symptome in Erinnerung rufen - vielleicht musste das Kind sich erbrechen oder es hat andere Symptome erlebt.

Ein genaues Alter des Kindes kann man dafür aber nicht bestimmen. Grundsätzlich kann bereits im Kindergartenalter erklärt werden, was mit Anaphylaxie gemeint ist. Manche Kinder beginnen aber auch erst in der Schule zu verstehen, dass sie erkrankt sind. Wann genau man den Begriff Anaphylaxie einführen kann, ist von der Persönlichkeit des Kindes abhängig. Außerdem spielt es auch eine Rolle, wie präsent die Anaphylaxie ist bzw. wie häufig die Eltern, Geschwister, Großeltern etc. diesen Begriff benutzen.

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Das heißt, wann man mit dem Kind über Anaphylaxie spricht, hängt auch von der individuellen Entwicklung des Kindes ab…

Ja, genau, ich kann das gerne anhand einer kleinen Geschichte erläutern: Im Zuge meiner Instruktionen in Kindergärten und Schulen erzählten mir die Erzieherinnen einer KiTa ganz begeistert von einem beeindruckenden Erlebnis mit einem Kind mit Anaphylaxie. Eines Morgens kam dieser fünfjährige Junge in die Kita und hatte dicke, rote Augen, die auch juckten und tränten. Dazu muss man wissen: Die Geschichte spielte in einer dörflichen Umgebung und der Kleine wurde nicht von den Eltern gebracht, sondern durfte schon allein zur Kita laufen. Aufgrund der allergischen Symptome waren die schon geschulten Erzieherinnen sofort „in Habachtstellung“, überlegten, was nun zu tun sei und fragten das Kind nach seinen Medikamenten. Der Kleine meinte dann aber nur ganz gelassen und selbstsicher: „Macht Euch keine Sorgen! Ich habe da vorne an der Birke gespielt und da sind die Birkenpollen und die machen das jetzt. Ich wasche mir mal die Augen aus und danach ist das besser!“ Die Kindergärtnerinnen haben ihn dann ins Badezimmer begleitet, er hat sich die Augen ausgewaschen und danach war es tatsächlich besser. Das war ein super aufgeklärtes Kind, das verstanden hatte, worum es geht und wann es wie allergisch reagiert. Schön ist auch, dass die Erzieherinnen dem Kind vertraut haben. Diese kleine Geschichte zeigt: Wenn alle gut informiert sind, kann man ein Kind tatsächlich schon im Kindergartenalter über die Anaphylaxie aufklären und „stark machen“. Aber dann muss das gesamte „System“ stimmen, und in diesem Fall stimmte es.

Also auch die Erzieherinnen so zu informieren und ihnen Sicherheit im Umgang mit der Anaphylaxie zu geben, dass sie nicht sofort in Panik verfallen sind. Aber: Nicht alle fünf Jährigen sind schon so weit. Für diese Kinder ist es dann besser, sich an klaren Regeln wie „das darfst Du nicht!“ zu orientieren, ohne das groß zu hinterfragen.

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