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Nahrungsmittelallergie Anaphylaxiesymptome

Dr. Katja Nemat zum Thema: Nahrungsmittelallergie - Typische und weniger bekannte Anaphylaxiesymptome!

NMA: Typische und weniger bekannte Anaphylaxiesymptome

Welche Symptome können bei Kindern in der Vorphase der Anaphylaxie auftreten?

Oft bemerken die Eltern bei den Kindern eine gewisse Wesensveränderung. Ruhige Kinder werden plötzlich agitiert oder aggressiv, aktive Kinder werden plötzlich ruhig, weinerlich oder anhänglich und ziehen sich zurück. Das Phänomen ist bekannt, alle Kinderallergologen, die orale Provokationen durchführen, kennen es.

Natürlich kommt es bei Kindern aber auch aus anderen Gründen immer wieder einmal zu Wesensänderungen, und damit ist das Phänomen so unspezifisch, dass es selten erwähnt wird, zumal auch zurzeit nicht bekannt ist, wie dieses Phänomen zustande kommt. Handelt es sich um eine Reaktion auf neuronaler Ebene, oder ist es eine Reaktion des Kindes auf ein gewisses Unwohlsein – wir wissen es nicht.

Auch eine gewisse Schläfrigkeit, in der englischen Literatur ist von „sleepyness“ die Rede, kann im Rahmen der kindlichen Anaphylaxie auftreten, was bei Erwachsenen so meines Wissens nicht beschrieben ist. In diesem Zusammenhang würde man erwarten, dass es bei den Kindern zu einem Blutdruckabfall kommt, der die Schläfrigkeit verursacht. Das ist aber nicht der Fall, denn die Kinder haben einen normalen Blutdruck, die Eltern sind häufig erleichtert weil sie glauben, das Kind schläft sich gesund. Tatsächlich ist die Schläfrigkeit bei Kindern jedoch ein Hinweis darauf, dass die Anaphylaxie noch andauert.

Es gibt jedoch auch allergische Spätreaktionen.

 

Ist es nicht gefährlich, wenn die Eltern die Schläfrigkeit im Rahmen einer kindlichen Anaphylaxie fälschlicherweise als positives Zeichen deuten?

Gefährlich wäre es dann, wenn man ein Kind in dieser Situation allein im Zimmer schlafen lassen würde, damit es sich „ausschlafen“ kann. In der Regel bleiben die Eltern nach einer Anaphylaxie aber bei ihren Kindern – meist bestehen ja auch noch andere Symptome, die sie überwachen müssen. Die Schläfrigkeit ist jedoch ein sehr häufig beschriebenes Phänomen im Rahmen des anaphylaktischen Schocks beim Kind.

Bei den echten Nahrungsmittelallergien lautet die Empfehlung stets, das Allergen zu meiden. Man forscht aber auch an Möglichkeiten der Hyposensibilisierung, wie weit ist die Forschung?

Ähnlich wie bei den Atemwegsallergien wäre es natürlich wünschenswert, auch für Nahrungsmittelallergien die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung für die betroffenen Kinder zu haben. Insbesondere für Kinder mit einer Erdnussallergie, die bereits auf sehr kleine Allergenmengen teilweise sehr schwer reagieren können, bemüht man sich seit langem um eine solche kausale Therapie. Inzwischen stehen mit der oralen Immuntherapie (OIT) und der epikuanen Immuntherapie (EPIT) zwei Therapien für Erdnussallergiker kurz vor der Zulassung.

Frau Dr. Nemat, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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