Erdnussallergie Anaphylaxie Lotta the allergy

Erdnussallergie: Wie kam es zu „Lotta the allergy warning dog“?

Erdnussallergie: Wie kam es zu Lotta the allergy warning dog?

Es gab auch eine Zeit, in der Du nicht so sicher warst, ob die Arbeit mit Lotta klappt…

Ich habe eine Zeit lang sehr viel mit Lotta trainiert, weil ich gerne schnell vorankommen wollte. Dadurch hatte Lotta eine Phase in der sie sehr unmotiviert und unkonzentriert war. Natürlich geht man selbst dann auch nicht motiviert ans Training ran, was der Hund merkt.

Wir haben dann eine Zeit pausiert und gar nicht trainiert. Nach der Pause haben wir langsam wieder angefangen und das Training reduziert fortgesetzt. Seitdem üben wir 1bis2 Mal die Woche und Lotta ist wieder voll konzentriert dabei. Manchmal ist weniger eben mehr 😊


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Wie hat „die Umwelt“ darauf reagiert, dass Lotta immer dabei ist, auch an Orten, an denen Hunde eigentlich nicht erlaubt sind?

Der Großteil reagiert sehr positiv auf Lotta. Da Allergiker Warnhunde noch die Seltenheit sind, muss man natürlich Aufklärungsarbeit leisten und den Leuten erstmal erklären, was der Hund für Aufgaben hat. Wie bei allem gibt es aber natürlich auch Mitmenschen, die dafür kein Verständnis haben. Das sind zumeist diejenigen, die sich auch nicht vorstellen können (oder wollen), was ein „kleines Allergen“ alles anrichten kann. Für solche Situationen muss man sich ein dickes Fell zulegen und „einfach drüberstehen“. Durch meine ärztliche Bescheinigung darf Lotta mich in fast alle Lebensmittelgeschäfte, ins Kino und mittlerweile auch in die Schule begleiten, was mir enorm hilft. Trotzdem muss man sagen, das Hausrecht haben immer die Geschäftsführer und auch uns wurde der Zutritt schonmal nicht gestattet. Sowas passiert, aber dann sucht man sich ein anderes Geschäft, denn bei der Mehrheit sind wir herzlich Willkommen.

Welche Situationen sind heute noch schwierig a) für Dich b) für Lotta und wie löst Ihr das Problem?

Für mich ist das Training manchmal schwer. Manchmal muss ich, wenn ich mit positiven Proben (Erdnuss) arbeite früher aufhören, da ich es selber merke und leichte Symptome wie kratzen im Hals oder starken Husten bekomme. In den Situationen muss ich dann auf meinen Körper hören und mich somit schützen. Für Lotta ist es im Moment manchmal noch schwer sich in einer Ablenkungsreichen Umgebung 100%tig zu konzentrieren. Ich helfe ihr im Training dann, indem ich nicht mit „Spuren“ arbeite, sondern mit etwas größeren Mengen des Allergens, damit sie auch da Erfolge hat.

Was empfiehlst Du anderen, die überlegen, ob sie sich einen Allergiewarnhund anschaffen sollen? Was sollten sie vorher wissen?

Ich empfehle, vorher zu überlegen, ob man diese Aufgaben zeitlich und finanziell stemmen kann. Man sollte da auch ehrlich zu sich selbst sein, sonst bringt es nichts. Außerdem sollte die Familie dahinterstehen und einem Unterstützung geben, denn natürlich gibt es auch mal schlechte Tage an denen nichts funktioniert, wie man es möchte.

Noch ein wichtiger Punkt ist, dass der Allergikerwarnhund einen überallhin begleitet und Urlaube etc. dementsprechend geplant werden müssen. Und natürlich ist es immer noch ein Tier und keine Maschine!

Wenn aber nichts dagegenspricht, kann ich es jedem Allergiker nur empfehlen. Mein Hund gibt mir die Sicherheit zurück, die ich bei all meinen Reaktionen Stück für Stück verloren habe und bereichert meinen Alltag enorm! 😊

Vielen herzlichen Dank, Johanna, für dieses Interview!

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