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Anaphylaxie Risikopatienten

Prof. Dr. Margitta Worm im Interview zur Feage: Wer gehört zu den Anaphylaxie-Risikopatienten?

Anaphylaxie: Wer gehört zu den Risikopatienten?

Eine Anaphylaxie ist eine schwere systemische Reaktion, an der mehrere Organsysteme beteiligt sein können. Dazu gehören die Haut, die Schleimhaut, die Atemwege, der Gastro‐Intestinaltrakt und das Herz‐Kreislauf‐System. Aber: Da die Anaphylaxie sich durch eine Vielzahl von Symptomen und in unterschiedlichen Schweregraden zeigen kann, wird sie nicht immer rechtzeitig erkannt – man vermutet eine hohe Dunkelziffer. Das Fatale daran ist: Bleibt die Anaphylaxie undiagnostiziert, erhalten die Patienten kein Notfallset, das jedoch bei einer akuten schweren Anaphylaxie lebensrettend wäre. Das kann im schlimmsten Fall tödlich enden. Gleichzeitig zeigen jüngste Untersuchungen: Bei Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen, wie z.B. Asthma und Nahrungsmittelallergien, kommt es tendenziell häufiger zu Anaphylaxien. MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. Margitta Worm, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité - Universitätsmedizin in Berlin über Anaphylaxie, wer zu den Risikopatienten gehört und neuste Daten aus ihrem Anaphylaxieregister.

Frau Prof. Worm, besteht bei Menschen, die Nahrungsmittelallergien oder Asthma haben, ein höheres Anaphylaxierisiko?

Das ist eine schwierige Frage, denn es ist hier nicht klar, was „Henne“ ist und was „Ei“.

Aber: Grundsätzlich kann man schon sagen, dass bei Menschen mit Nahrungsmittelallergien ein höheres Risiko für schwere allergische Reaktionen besteht, als bei Gesunden. Daten zur Anaphylaxiehäufigkeit von Nahrungsmittelallergikern im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung gibt es meines Wissens aber nicht.

Beim Asthma ist jedoch bekannt, dass Patienten mit schlecht eingestellter Asthmabehandlung ein höheres Anaphylaxierisiko tragen. Hinzu kommt, dass bei Asthmatikern ein höheres Risiko für Schmerzmittelunverträglichkeiten besteht. Schmerzmittel sind generell häufiger Auslöser für Anaphylaxien.

Gibt es weitere Risikogruppen für Anaphylaxien?

Aus dem Anaphylaxieregister wissen wir, dass auch bei Insektengiftallergikern ein höheres Risiko für schwere allergische Reaktionen besteht. Das liegt vielleicht auch daran, dass bei Insektengiftallergikern der Insektenstich ein plötzliches Ereignis ist, bei dem das Insektengift über das Blutsystem in den Körper gelangt und die allergische Reaktion unvermutet auftritt.

Im Gegensatz dazu haben Nahrungsmittelallergiker häufiger wiederholte Reaktionen. Dadurch wissen sie, dass sie „ihr Allergen“ meiden müssen und auch ihre Notfallmedikamente immer bei sich tragen sollten. Das bedeutet, Nahrungsmittelallergiker können das Risiko besser eingrenzen.

Zudem ist es eher selten, dass es bei einer Nahrungsmittelallergie direkt beim ersten Mal bereits zu einer sehr schweren Reaktion kommt. Meist zeigen Nahrungsmittelallergiker zu Anfang leichtere allergische Reaktionen (Hautrötungen), die dann im Verlauf zunehmen.

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Steigt das Risiko für Anaphylaxie bei Patienten, die Nahrungsmittelallergien und Asthma haben?

Bei Kindern mit Nahrungsmittelallergien und Asthma ist bekannt, dass sie häufiger anaphylaktische Reaktionen haben.

Bei Erwachsenen ist das nicht bekannt. Allerdings sind sie auch nicht so häufig von Asthma betroffen, wie Kinder, denn oft verschwindet das Asthma bei Jugendlichen wieder.

Gibt es weitere Faktoren, die die Ausprägung einer Anaphylaxie beeinflussen können?

Der wichtigste Risikofaktor für schwere Reaktionen ist ein höheres Alter, ab 60 Jahren aufwärts, das zeigen die Daten aus dem Anaphylaxieregister, aber auch Untersuchungen aus den USA.

Der zweitwichtigste Risikofaktor ist die Mastozytose. Die Mastozytose ist eine genetisch bedingte Erkrankung, bei der die Mastzellen, die ja die Effektorzellen der Anaphylaxie darstellen, vermehrt auftreten. Die erhöhte Anzahl von Mastzellen im Körper erhöht somit das Risiko für schwere Reaktionen.

An dritter bis siebter Stelle stehen, die bereits erwähnte Insektengiftallergie, das männliche Geschlecht, psychische Belastung, Herz‐Kreislauf‐Medikamente und körperliche Anstrengung.

 

Risikofaktoren für Anaphylaxie
1. Höheres Alter, d.h. ab 60 Jahren aufwärts
2. Mastozytose, eventuell auch Mastzellenaktivierungssyndrom (MCAS)
3. Insektengiftallergie
4. Das männliche Geschlecht
5. Psychische Belastung
6. Herz‐Kreislauf‐Medikamente
7. Körperliche Anstrengung.

Quelle: Prof. Margitta Worm, www.mein‐allergie‐portal.com

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