Anaphylaktischer Schock Anaphylaxie

Prof. Dr. Ludger Klimek, Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden und Vizepräsident beim Ärzteverband Deutscher Allergologen e.V.

Anaphylaktischer Schock: Wer ist gefährdet und was kann man tun?

Was kann man als Nahrungsmittelallergiker selbst tun, um einen Anaphylaktischen Schock zu vermeiden?

Menschen mit Anaphylaxie benötigen eine Schulung. Sie müssen lernen, wie sie durch präventive Strategien bzw. organisatorische Maßnahmen bei Außer-Haus-Verzehr und beim Kauf loser Lebensmittel den Kontakt mit „ihrem“ Allergen vermeiden können. So ist es z.B. hilfreich für die Betroffenen, sich spezielle Lieferanten zu suchen - sei dies ein Bäcker, Metzger, Winzer oder ein Restaurant - die die individuelle Problematik kennen und verlässlich allergenfreie Ware liefern.    

Für den Patienten ist es auch wichtig, Alternativen zum allergieauslösenden Lebensmittel zu kennen. Dies können Lebensmittel sein, die natürlicherweise „allergenfrei“ sind, wie z.B. der Reisdrink für Milchallergiker oder das Buchweizenmehl für Weizenallergiker. Es gibt aber auch Spezialprodukte, wie Vollhydrolysat-Nahrung bei Kuhmilchallergie, eiproteinfreier Ei-Ersatz oder weizenfreie Brotsorten. Auch gibt es herkömmliche Produkte, die ein spezielles Allergen nicht enthalten, wie milch- oder sojafreie Margarine oder nussfreies Gebäck oder Schokolade. Insbesondere wenn aufgrund einer Nahrungsmittelallergie auf bestimmte Grundnahrungsmittel verzichtet werden muss, muss der Betroffenen wissen, wie eine ausgewogene Nährstoffversorgung sichergestellt werden kann. Dies lässt sich  durch eine individuelle Ernährungstherapie in enger Absprache mit dem Allergologen und einer allergologisch fortgebildeten Ernährungsfachkraft gewährleisten.

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Durch welche Insekten kann es zu einer Anaphylaxie kommen?

Eine Anaphylaxie kann prinzipiell von allen Arten von Insektengiften ausgelöst werden. In Mitteleuropa sind in erster Linie Honigbienen (Apis mellifica) und Wespen (Vespula germanica) von Bedeutung. Ein Stich kann eine lebensgefährliche anaphylaktische Reaktion zur Folge haben. Auch können Kreuzallergien zwischen dem Gift von Wespen und Hornissen oder auch zwischen dem Gift von Bienen und Hummeln auftreten.

Wie schützt man sich bei einer Allergie gegen Insektengift vor Anaphylaxie?

Menschen, die auf Insektengifte allergisch reagieren, sollten auf bunte und insbesondere gelbe Kleidung verzichten, denn diese Farben gleichen den Blumenfarben und ziehen Insekten möglicherweise an. Ähnlich ist es bei Gerüchen, denn bestimmte Parfüms, After Shaves oder Deodorants üben auf Bienen und Wespen einen starken olfaktorischen Reiz aus.  

Auch zu Abfallbehältern, dort halten sich Wespen häufig auf, sollten Insektengift-Allergiker Abstand halten. Sie sollten auch auf das Barfußgehen auf Wiesen – bei Bienen insbesondere Kleewiesen - verzichten.

Ein weiteres Risiko geht von offen zugänglichen Gläsern, Flaschen und Getränkedosen aus. Diese sollten stets abgedeckt sein, damit Insekten nicht hineinfallen und dann zustechen können. Generell sollte man bei Anaphylaxie-Gefahr während der warmen Jahreszeit im Freien keine süßen Getränke und Speisen verzehren.

Insekten im Haus lassen sich durch Insektengitter an Türen und Fenstern vermeiden. Aus dem gleichen Grund sollte man die Schlafzimmertür im Sommer geschlossen halten.

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