Kind Anaphylaxie Tipps

Dr. med. Thomas Buck, Facharzt für Kinderheilkunde und Allergologe

Das anaphylaktische Kind: Praktische Tipps für Familien!

Gibt es für die betroffenen Eltern Tipps für den Alltag?

Dipl. oec. troph. D. Bolgen: Ja, beispielsweise Tipps zum Einkaufen helfen den Eltern, denn die Allergen-Kennzeichnungspflicht der Lebensmittel ist zwar in vielen Fällen hilfreich, stiftet aber auch in manchen Fällen einige Verwirrung. Es tut den Eltern einfach gut, ein sicheres Gefühl zu haben und ihren Kindern zu vermitteln: „Das darfst Du gern essen, hier lässt Du lieber die Finger davon“.

Bestimmte Regeln sollten die Kinder dann ab einem gewissen Alter dringend beherrschen.

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Anaphylaktische Kinder müssen wissen, welche Lebensmittel sie vertragen, dass sie im Zweifel lieber nur das mitgebrachte Essen zu sich nehmen und nicht mit anderen Kindern tauschen. Auch das Besteck oder der Teller, Gläser, Tassen oder Strohhalme sollten nicht geteilt werden. Wichtig ist für die Kinder, dass sie eine „sichere“ Nascherei kennen, die sie ohne Probleme vertragen. Das hilft dabei selbstbewusst solche abzulehnen, bei denen sich die Kinder nicht sicher fühlen.

Sogenannte „Schatzkisten“, gut gefüllt mit kleinen Belohnungen für das betroffene Kind sind eine tolle Hilfe. Sie dienen als Ersatz, wenn die anderen Kinder beispielsweise beim Abschied einer Erzieherin oder bei der Geburtstagsgabe in der Klasse herzhaft zugreifen dürfen.

Außerdem erhalten die Eltern in der Schulung Tipps zu Restaurantbesuchen, für Klassenfeste, oder Kindergartenausflügen und genauso Anregungen, wo sie die entsprechenden Übersetzungen der Bezeichnungen für Allergene und Lebensmittel für Auslandsaufenthalte finden können. Insgesamt ist es uns wichtig, dass die Eltern mit einem sicheren und guten Gefühl nach Hause gehen. Sie sollen wissen, wie sie Gefahren vermeiden können und natürlich auch wie sie reagieren müssen, wenn es doch zu einem  Notfall kommen sollte.

Wenn die Gefahr eines Anaphylaktischen Schocks besteht, ist es wichtig, einen Notfallplan parat zu haben. Wie finden Eltern den richtigen Plan?

Dr. med. Thomas Buck: Es gibt eine Reihe von Notfallplänen von verschiedenen Fachgesellschaften, die man sich z. T. auch aus dem Netz herunterladen kann. Allerdings hat jeder Notfallplan Vor- und Nachteile. Ich empfehle den Familien, sich einige Pläne anzusehen, sie zu vergleichen und sich dann für den Plan zu entscheiden mit dem sie am besten zurechtkommen. Das Anaphylaxie Handbuch Hannover enthält auch einen Notfallplan. Anhand einer Tabelle, werden die Symptome, die im Falle einer anaphylaktischen Reaktion auftreten, sicher ihrem jeweiligen Schweregrad  zugeordnet.

anaphylaktische reaktionen schweregradeDie Schweregrade anaphylaktischer Reaktionen

Ein Blick in den persönlichen Anaphylaxie-Pass zeigt dann sofort auf, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Damit ist eine schnelle Reaktion möglich, denn im Notfall ist es immens wichtig, dass man keine Zeit verliert und sofort weiß, was zu tun ist.

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