Kind Anaphylaxie Tipps

Dr. med. Thomas Buck, Facharzt für Kinderheilkunde und Allergologe

Das anaphylaktische Kind: Praktische Tipps für Familien!

Wie sollte das Notfallmanagement für ein anaphylaktisches Kind aussehen, um die Risiken weitgehend zu reduzieren?

Dr. med. Thomas Buck: Drei Dinge sind hier wichtig: 1. Vorbeugen, 2. Wissen, was wichtig ist, und den Zeitrahmen kennen und 3. Das Notfallset muss „am Kind“ sein. Alle drei Faktoren sind gleichermaßen wichtig.

Um richtig vorbeugen zu können, muss zunächst einmal genau festgestellt werden, welches Allergen für die anaphylaktische Reaktion verantwortlich ist. Das ist die Voraussetzung dafür, dass das Allergen konsequent gemieden werden kann. Dann müssen das Kind, die Eltern und Geschwister, aber auch Großeltern, Erzieher, Lehrer und im Grunde alle, die mit dem Kind in Kontakt kommen, wissen, welches Allergen die Anaphylaxie auslöst.

Falls es sich um ein Lebensmittelallergen handelt, müssen alle wissen, wo sich das Allergen versteckt und unter welchen Bezeichnungen es in den Zutatenlisten von verpackten Lebensmitteln auftaucht. Hierfür führen wir in der Praxis regelmäßig Schulungen durch, sowohl individuell als auch in Gruppen. Wir sind ein Teil der bundesweiten Schulungsgemeinschaft Arbeitsgemeinschaft Anaphylaxie - Training und Edukation e. V. (AGATE) für die Region um Hannover. Zumindest alle Familienmitglieder, besser auch der erweiterte Kreis von Personen, die mit dem Kind in Kontakt  stehen, sollte diese regelmäßig alle vier Wochen mitmachen.

Vorbeugende Maßnahmen bei Insektengiftallergie:

  • Im Freien keine süßen Getränke und Speisen verzehren, vor allem nicht aus Gefäßen oder Behältern, in die eine Biene/Wespe hineinkriechen kann.
  • Abfallkörbe und Bäume mit Fallobst meiden.
  • Im Freien nicht ohne Schuhe laufen.
  • Im Freien möglichst bedeckt halten: langärmelige Kleidung und geschlossene Schuhe; keine Kleidung mit kräftigen Farben tragen (auch kein schwarz)
  • Autofenster geschlossen halten und Schlafzimmerfenster tagsüber geschlossen halten oder Insektengitter anbringen.
  • Auch Duftstoffe in Parfüms und anderen Pflegeprodukten können Insekten anlocken.
  • Sollte ein Insekt auftauchen: Ruhe bewahren und still verhalten.

Quelle: Anaphylaxie Handbuch Hannover, Hrsg. Arbeitskreis Allergologie- und Anaphylaxieschulungen Hannover, AAH e.V., 1. Auflage April 2013, S. 15

Wie informieren sich Eltern eines anaphylaktischen Kindes  am besten über „erlaubte“ und zu meidende Speisen?

Dr. med. Thomas Buck: Bei Anaphylaxie ist eine Beratung durch eine/n allergologisch besonders ausgebildeten Ernährungsberater/in sehr hilfreich und wichtig. So gewinnt die ganze Familie mehr Sicherheit im Umgang mit Lebensmitteln. Die Inhaltsstoffe von natürlichen Lebensmitteln und Fertigprodukten sind ein Thema, mit dem sich die meisten Menschen nicht so im Detail auskennen. Gerade wenn multiple Nahrungsmittelallergien bestehen, wird es für viele Eltern sehr kompliziert.

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Vorbeugende Maßnahmen bei Nahrungsmittelallergie:

  • Kein Risiko eingehen!
  • Die Nahrungsmittel, die das auslösende Allergen enthalten, müssen bekannt sein.
  • Immer das Zutatenverzeichnis lesen, besonders, wenn mit „Neuer Rezeptur“ geworben wird.
  • Das eigene Essen mitnehmen und verzehren.
  • Nicht das Essen tauschen.
  • Auch nach dem Essen Hände waschen.
  • Alle Freunde, Erzieher und Lehrer über die Allergie deren Auslöser und die zu ergreifenden Maßnahmen informieren.

Quelle: Anaphylaxie Handbuch Hannover, Hrsg. Arbeitskreis Allergologie- und Anaphylaxieschulungen Hannover, AAH e.V., 1. Auflage April 2013, S. 15

 Warum ist die Beratung eines Experten in Sachen Ernährung so wichtig?

dipl oec troph dagmar bolgen staatlich anerkannte diaetassistentin und allergologische ernaehrungstherapeutin in hannover Dipl. oec.troph. Dagmar Bolgen, HannoverDipl. oec. troph. D. Bolgen: Die Ernährungsexperten können den Eltern nicht nur sagen, was ihre Kinder nicht essen dürfen, sondern vor allem, was die Kinder wirklich essen dürfen und wie sie Rezepte so verändern können, dass es ihren Kindern gut geht. Das ist natürlich je nach Allergen sehr unterschiedlich und bedeutet eine Menge an Fachwissen, das die Eltern verständlich vermittelt bekommen sollten.

Bei Kindern ist es besonders wichtig, dass alle zum gesunden Wachstum notwendigen Stoffe im Alltag in der Ernährung der Kinder enthalten sind. Da sind Listen mit Lebensmitteln, die weggelassen werden sollten, wenig hilfreich.

Viele Eltern lernen in den Schulungen, wie sie bestimmte Lebensmittel ersetzen können und die Rezepte trotzdem ebenso gut schmecken. Sie durchschauen besser, wo sich die gefürchteten Allergene verbergen, sowohl in sichtbarer, aber vor allem auch in versteckter Form.

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