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Profiline

Autor: Dr. med. Anna Eger

Was sind Profiline?

Profiline sind aktinbindende Strukturproteine in pflanzlichen Zellen, die für die Ausbildung des Zytoskeletts der Zelle von Bedeutung sind und eine wichtige Funktion für die Zellmobilität und die Signalübertragung zwischen den Zellen haben. Profiline gehören zu den sogenannten Panallergenen. Sie kommen in fast sämtlichen Pollen und pflanzlichen Nahrungsmitteln vor. Panallergene sind Allergene, die nicht nur in einer, sondern in zahlreichen verschiedenen Allergenquellen vorkommen. Man zählt die Profiline auch zu den sogenannten Minorallergenen. Das sind Allergene, die bei weniger als die Hälfte der Allergiker eine IgE-Sensibilisierung mit entsprechenden allergischen Symptomen auslöst.

Welche Rolle spielen Profiline bei Pollenallergien?

Profiline sind zusammen mit den Procalcinen für die Kreuzreaktion zwischen Pollen, Nahrungsmitteln und Latex verantwortlich. Als erstes allergenes Profilin wurde 1991 Bet v 2 in Birkenpollen entdeckt. Ca. 10 bis 20 Prozent der Pollenallergiker weisen eine Sensibilisierung gegenüber Profilinen auf. Diese Patienten entwickeln also saisonale Allergiesymptome und zusätzlich möglicherweise allergische Symptome auf Melone, Banane, Avocado und andere Obst- und Gemüsesorten. 70 bis 90 Prozent der Orangen- und Melonen-Allergiker haben eine Profilin-Sensibilisierung.

pollenallergie sit profiline polcalcine meinallergieportalQuelle: www.labor-muenchen-zentrum.de/fileadmin/user_upload/Laborinformationen_PDF/Allergie-11-Pollenallergie_SIT.pdf

Wo kommen Profiline vor?

Profiline kommen in fast allen Pollen, in Obst, Gemüse, Nüssen, Hülsen- und Schalenfrüchten vor. Außerdem gibt es sie in Latex und tierischen Organismen.

Was ist der Unterschied zwischen Profilinen und Polcalcinen?

Beide Proteine gehören zu den sogenannten Panallergenen und sind Strukturproteine der Zelle. Sie besitzen unterschiedliche molekulare Strukturen. Im Gegensatz zu Polcalcinen kommen Profiline nicht nur in Pollen, sondern auch in zahlreichen Lebensmitteln, in Latex und in Tieren vor. Ein weiterer Unterschied ist, dass eine Sensibilisierung gegenüber Profilinen unter Pollenallergikern etwa zweimal- bis viermal häufiger ist als die gegenüber Polcalcinen. 

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Warum sind Profiline ein Problem bei der Diagnose von Heuschnupfen?

Profiline gehören zu den Panallergenen und haben eine große Ähnlichkeit zur Struktur anderer Allergene. Sie kommen sie quasi ubiquitär, das bedeutet überall verbreitet, vor. Dadurch wird eine Vielzahl von Kreuzreaktionen verursacht und eine multiple Pollensensibilisierung im Allergietest vorgetäuscht. Das kann bedeuten, dass ein Allergiker meint, er sei gegen viele verschiedene Pollen und gegebenenfalls auch Nahrungsmittel allergisch, obwohl dies eigentlich gar nicht der Fall ist.

Wenn ein Patient multiple Sensibilisierungen im Haut- und/oder in-vitro-Tests aufweist, sollte also eine molekulare Allergiediagnostik erfolgen, um die wirklichen Majorallergene von den Minorallergenen zu differenzieren.

Wie kann man sich auf Profiline testen lassen?

Die molekulare Allergiediagnostik bietet die Möglichkeit eine Sensibilisierung gegenüber Profilinen zu erfassen. Im Falle einer Profilin-Allergie können spezifische IgE gegen Lieschgras-Profilin Phl p 12 und/ oder Birkenpollen-Profilin Bet v 2 nachgewiesen werden.

Wie sieht die Therapie aus, wenn man auf Profiline allergisch ist?

Eine spezifische Therapie gegen Profilin-Allergie gibt es nicht. Liegt in der molekularen Labordiagnostik eine IgE-Erhöhung ausschließlich (was sehr selten der Fall ist) gegen das Panallergen Profilin vor, sollte keine spezifische Immuntherapie durchgeführt werden, da sie nicht erfolgversprechend sein wird.

Die klinischen Auswirkungen, das heißt die Symptome einer Profilin-Sensibilisierung sind für die Betroffenen oft eher gering, sodass der Patient oftmals gar nicht die betreffenden Nahrungsmittel meiden muss. Dies wäre auch kaum möglich, da Profiline in fast allen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten sind.

Da eine spezifische Therapie bislang nicht existiert, bleibt für die Betroffenen nur das Meiden der symptomverursachenden Pollen bzw. Nahrungsmittel bzw. eine passagere symptomatische antiallergische Therapie nach Beratung und Absprache mit einem erfahrenen Allergologen.

 

Quellen:

www.labor-muenchen-zentrum.de/fileadmin/user_upload/Laborinformationen_PDF/Allergie-11-Pollenallergie_SIT.pdf

www.altmeyers.org/de/allergologie/profiline-16120

www.amboss.com/de/wissen/Allergische_Erkrankungen

 

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Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.