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Allergie auf Eschenpollen

Allgemeine Informationen

Die Esche – ein potenzielles Allergen

Von den weltweit 65 Arten der Esche sind in Europa drei Arten heimisch: die gemeine Esche (Fraxinus excelsior), die Blumen- oder Manna-Esche (Fraxinus ornus) und die schmalblättrige Esche (Fraxinus angustifolia). Eine Eschenpollen-Allergie kann gleichermaßen von allen Arten ausgelöst werden. Eschen sind Frühblüher, die Blütezeit kann von Ende Januar bis Ende Juni reichen und die Eschenpollen sorgen besonders im März und April für Beschwerden. Während die Blumen- und die schmalblättrige Esche 20 bis 30 Meter hoch wachsen können und eher im südlichen Teil Europas zu finden sind, kann die gemeine Esche bis zu 40 Meter erreichen und ist von Westeuropa bis Südskandinavien aufzufinden..

Da Eschen durchlässigen und tiefen feuchten Boden mögen, sind sie oft in Gärten und Parks anzutreffen und können bei günstigen Bedingungen bis zu 300 Jahre alt werden.

Eschenpollen-Allergie: Häufiger als viele meinen

Laut einer Studie aus dem Jahr 2013 haben etwa 9,4 Prozent der Erwachsenen Menschen in Deutschland Antikörper gegen Eschenpollen im Serum oder in der Haut. Dieser Befund bedeutet jedoch zunächst einmal „nur“ eine Sensibilisierung des Betroffenen auf Esche und ist nicht gleichzusetzen mit der Diagnose „Allergie auf Eschenpollen“. Denn von einer Allergie spricht man erst, wenn die Betroffenen auch entsprechende Beschwerden zeigen. Aber selbst wenn ein Patient im Frühjahr unter allergischen Symptomen leidet, wie juckende Augen, Heuschnupfen oder Kurzatmigkeit, ist noch immer nicht sofort klar, dass Eschenpollen die Ursache der Allergie sind. Denn: Während der Hauptblütezeit der Eschen im März und April blühen auch viele andere Bäume. Das führt häufig dazu, dass die Heuschnupfen-Symptome der Patienten fälschlicherweise der Esche zugeordnet werden, obwohl eine andere Baumart, zum Beispiel die Birke, mit ähnlicher Blütezeit die Ursache ist – und umgekehrt.

Eschenpollen-Allergie: Kreuzreaktionen sind möglich

Was viele nicht wissen: Die Esche ist mit dem Olivenbaum, Liguster, Forsythie und Jasmin verwandt. Da die Esche also zur Familie der Ölbaumgewächse gehört, zeigen sich bei Patienten mit einer Eschenpollen-Allergie häufig zusätzliche Beschwerden aufgrund von Kreuzallergien gegen Pflanzen derselben Familie.

So können Patienten mit einer Allergie auf Eschenpollen auch auf folgende Ölbaumgewächse allergisch reagieren:

  • Flieder
  • Forsythie
  • Liguster
  • Jasmin
  • Olivenbaum

Bestehen bei einem Patienten mit Allergie auf Eschenpollen Kreuzreaktionen, kann sich der Beschwerdezeitraum deutlich verlängern, da die verschiedenen Ölbaumgewächse unterschiedliche, ineinander übergehende Blütezeiten haben: Forsythien blühen von März bis Mai, Flieder von April bis Mai, Liguster von Mai bis Juli, Jasmin von Juli bis September und der Olivenbaum trägt seine Blüten von April bis Juni. Zudem kann sich diese übliche Blütezeit je nach Wetterlage und Pflanzensorte noch verschieben − und damit auch die Symptomatik bei einer Allergie auf Eschenpollen.

Allergie auf Eschenpollen: Vorsicht bei Olivenbäumen!

Gerade Olivenbäume, die nicht nur im Urlaub im Mittelmeerraum anzutreffen sind, sondern heutzutage oft in Restaurants und im Eigenheim als Dekoration verwendet werden, können zu unerwarteten Beschwerden führen. Dabei haben die Allergene "Ole e 1" des Olivenbaums und das Hauptallergen "Fra e 1" der Esche eine große Ähnlichkeit; entsprechend häufig leiden Patienten mit einer Allergie gegen eine der beiden Pflanzen zusätzlich an Kreuzreaktionen. Kreuzreaktionen auf andere Pflanzenpollen, wie zum Beispiel auf die der Birke, können ebenfalls vorkommen.

Eschenpollen-Allergie: Seltene Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel

Auch Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel kommen bei einer Eschenpollen-Allergie vor, sind allerdings sehr selten. Verantwortlich für diese Reaktionen ist die 1,3 beta-Glucanase ("Fra e 9") in Esche, die auch in der Olive vorkommt ("Ole e9").

Diesbezüglich können Patienten mit einer Eschenpollen-Allergie auf folgende Nahrungsmittel und andere Substanzen Kreuzreaktionen aufweisen:

  • Tomaten
  • Kartoffel
  • Paprika
  • Bananen
  • Latex

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Symptome

Fließschnupfen und tränende Augen

Die Symptome der Eschenpollen-Allergie entsprechen den typischen Heuschnupfen-Symptomatiken.

Eine Eschenpollen-Allergie zeigt sich durch:

  • Juckende, verstopfte Nase
  • Verstärkte Nasensekretion
  • Niesanfälle
  • Tränende, juckende, gerötete Augen
  • Geschwollene Augenlider
  • Mattigkeit, Schlafstörungen, Leistungseinschränkungen

Eschenpollen-Allergie: Folgeerkrankungen

Wie bei allen Pollenallergien kann es auch bei der Allergie auf Eschenpollen zur Entwicklung weiterer allergischer Erkrankungen kommen, auch anderer Pollenallergien. Auch ein sogenannter Etagenwechsel hin zu einer Allergie eines anderen Organs, oft zum allergisch bedingten Asthma, ist möglich.

Weitere Folgen einer Eschenpollen-Allergie können sein:

 

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Diagnose

Wie wird die Eschenpollen-Allergie diagnostiziert?

Gerade die Allergie gegen Eschenpollen wird durch die überlappende Blütezeit von Esche und Birke oftmals falsch zugeordnet. Das kann dazu führen, dass die Diagnose „Birkenpollen-Allergie“ gestellt wird, obwohl die Eschenpollen die eigentliche Ursache (das Allergen) bei dem bestimmten Patienten sind. Die Suche nach dem auslösenden Allergie, also die Diagnostik, beginnt mit einer ausführlichen Anamnese, bei der nicht nur die Symptome, sondern auch Zeitpunkt und Zeitraum ihres Auftretens eine wichtige Rolle spielen. Ein Pollenflugkalender der Stiftung Deutscher Pollenfluginformationsdienst gibt Auskunft über die Blühzeiten allergieauslösender Pflanzen und kann dementsprechend hilfreich sein und weitere Informationen bieten. Für das Mobiltelefon werden auch Apps angeboten, mit deren Hilfe ein Pollentagebuch geführt werden kann und die bei der Identifizierung des Allergens helfen können. Gibt man die Symptome und Beschwerden mit dem entsprechenden Zeitraum ein, gleicht die App die gegebenen Informationen mit den in der Umgebung gemessenen Pollenkonzentrationen ab.

Eschenpollen-Allergie: Testverfahren

In der Arztpraxis gibt es verschiedene Testverfahren, um die Diagnose Eschenpollen-Allergie festzustellen:

In der Regel wird ein Hauttest durchgeführt, bei dem die Reaktion der Haut auf verschiedene Allergene beobachtet wird, der sogenannte Pricktest. Hierbei ist es wichtig, dass auch auf das Allergen der Eschenpollen getestet wird. Da die Allergie der Eschenpollen eher selten vorkommt, gehen viele Betroffene und auch Ärzte oftmals eher von einer Birkenpollen-Allergie aus und die Esche wird versehentlich gar nicht getestet. Falls ein standardisiertes Präparat des Allergen-Extrakts für Esche nicht zur Verfügung steht, ist eine Individualrezeptur möglich. Das bedeutet, dass der Arzt speziell für den einzelnen Patienten ein individuelles Allergenextrakt herstellen kann. Der Hauttest wird häufig auf der Unterarm-Innenseite durchgeführt. Dabei werden die verdächtigen Allergene in einer Lösung auf die jeweils ganz leicht angeritzte Haut gegeben. Ein Ergebnis kann nach 15 Minuten abgelesen werden. Eine allergische Reaktion, und somit ein positives Ergebnis, zeigt sich durch eine juckende Hautschwellung, eine sogenannte „Quaddel“. Dabei sollte beachtet werden, dass die Testergebnisse durch die Einnahme von Antihistaminika, Beruhigungs- und Schlafmittel, Kortisonpräparate und immunsystemschwächende Medikation verfälscht werden können. Nimmt ein Patient solche Medikamente ein, ist es wichtig, dies dem Arzt vor dem Test mitzuteilen. Auch kann eine bereits gereizte, geschädigte und entzündete Haut eine stärkere Testreaktion verursachen.

Darüber hinaus ist es auch möglich im Blut spezifische Antikörper (Immunoglobuline, spezifisches IgE) gegen einzelne Allergene zu messen. Die Testung solcher Antikörper auf ganz bestimmte Einzelmoleküle von allergenen Pflanzen oder anderen Substanzen bezeichnen Mediziner als molekulare Allergiediagnostik. Mit diesen Tests lässt sich sehr genau ermitteln, auf welche Allergenkomponente ein Patient allergisch reagiert. Sind die Ergebnisse des Hauttests nicht eindeutig oder kann aus bestimmten Gründen der Hauttest nicht durchgeführt werden, wird mit dem Bluttest ein weiteres Mittel zur Diagnose angeboten.

Widersprechen sich die Ergebnisse der oben beschriebenen Untersuchungen oder sind sie nicht eindeutig, bietet sich ein weiteres Testverfahren an: Der nasale Provokationstest. Die das verdächtige Allergen enthaltende Allergen-Lösung wird direkt auf die Nasenschleimhaut gegeben. Ein positives Ergebnis zeigt sich durch eine allergische Reaktion. Dieser Test kann sehr hilfreich sein, die Eschenpollen-Allergie zu diagnostizieren. Ähnlich funktioniert auch die bronchiale Provokation. Bei beiden Tests wird der Patient genau überwacht, um eine möglicherweise heftige Reaktion sofort behandeln zu können.

Um eine endgültige Diagnose stellen zu können, ist nicht nur ein positives Testergebnis von Bedeutung, sondern vor allem die genaue Bewertung der Beschwerden des Patienten und die Anamnese.

 

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Therapie

Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie der Eschenpollen-Allergie ist die exakte Diagnose des auslösenden Allergens. Grundsätzlich ist es dann wichtig, wie bei allen Allergien, das Allergen möglichst zu meiden. Da dies im Falle der Eschenpollen-Allergie nicht so einfach möglich ist und der Patient oft auch mit ausgeprägten Beschwerden zu kämpfen hat, gibt es weitere pharmakologische Therapien, die Abhilfe schaffen können.

Therapie der Eschenpollen-Allergie: Linderung der Beschwerden

Zur Linderung der Symptome gibt es verschiedene Therapiekonzepte, die sowohl lokal (wie zum Beispiel Augentropfen, Nasenspray, Dosieraerosol für die Bronchien) als auch systemisch (als Tablette) wirken.

Antihistaminika (H1-Antihistaminika) wirken bei akuten Beschwerden, die nach wenigen Minuten auftreten. Dabei werden Antihistaminika der neuen Generation eingesetzt, wie zum Beispiel Cetirizin und Loratidin (Antihistaminika der zweiten Generation) oder Levocetirizin (Antihistaminikum der dritten Generation). Diese haben den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu den älteren Präparaten keine starke Müdigkeit hervorrufen, und so die Betroffenen weniger stark einschränken.

Gelingt es nicht, die Symptome auf ein erträgliches Maß oder zum Verschwinden zu bringen, können darüber hinaus noch kortisonhaltige Medikamente, sogenannte Glukokortikoide, eingesetzt werden. Dies kann topisch, in Form von Nasensprays, geschehen. Vom Einsatz von kortisonhaltigen Augentropfen wird abgeraten. Systemisches Kortison in Form von Tabletten wäre die nächste Stufe der Behandlung. Aufgrund der Nebenwirkungen von systemisch eingesetztem Kortison empfiehlt sich diese Behandlung aber nur für einen sehr kurzen Zeitraum.

Therapie der Eschenpollen-Allergie: Spezifische Immuntherapie

Während die oben genannten medikamentösen Behandlungen nur eine Symptomlinderung erzielen, kann eine spezifische Immuntherapie, auch als Allergen Immuntherapie, SIT, AIT, Hyposensibilisierung oder Allergieimpfung bezeichnet, langfristig eine Chance auf eine dauerhafte Heilung bieten. Hierbei versucht man, den Körper des Patienten durch eine gezielte Allergenexposition an das Allergen zu gewöhnen, so dass es nicht mehr zu allergischen Reaktionen auf Eschenpollen kommt. Eine SIT kann zudem das Risiko senken, eine Folgeerkrankung wie ein allergisches Asthma zu entwickeln. Nur die Immuntherapie bietet die Chance, diesen befürchteten Etagenwechsel zu verhindern, durch die alleinige Therapie zur Linderung der Symptome ist dies nicht möglich.

Spezifische Immuntherapie gegen Eschenpollen: Wie funktioniert das?

Bei einer Hyposensibilisierung wird ein Allergenextrakt in sehr kleinen Mengen verabreicht – mt dem Ziel, dass sich das Immunsystem langsam an das Allergen „gewöhnt“, also nicht mehr darauf reagiert.

Es gibt zwei Formen der spezifischen Immuntherapie:

  1. subkutan, also unter der Haut (SCIT) oder
  2. sublingual, also unter der Zunge (SLIT) in Forma von Tropfen oder Tabletten.

Die Immuntherapie beginnt mit einer Aufdosierungsphase, in der die Dosierung des Eschenpollen-Allergenextrakts schrittweise gesteigert wird. Ist eine gewisse Dosis, die sogenannte Erhaltungsdosierung erreicht, wird diese über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren im immer gleichen zeitlichen Abstand verabreicht. Bei der SCIT erfolgt dies in der Arztpraxis, bei der SLIT kann der Patient dies nach genauer Instruktion durch den Arzt selbst übernehmen.

Durch die Allergieimpfung wird eine Toleranz gegenüber dem relevanten Allergen aufgebaut. Diese führt dazu, dass es bei erneutem Kontakt mit den Eschenpollen nicht mehr zur allergischen Reaktion kommt.

  

Praktische Tipps

  • Lassen Sie sich ärztlich beraten, wenn Sie an Heuschnupfen, juckenden tränenden Augen oder ähnlichen Beschwerden leiden.
  • Nutzen Sie Pollenflugkalender, wie zum Beispiel https://www.pollenstiftung.de/. Duschen Sie sich in der Pollenflugzeit regelmäßig abends und waschen Sie sich die Haare.
  • Legen Sie im Freien getragene Kleidung außerhalb des Schlafzimmers ab.
  • Tragen Sie zum Schutz der Augen eine Sonnenbrille.
  • Verzichten Sie auf Sport im Freien, wenn „Ihre“ Pollen fliegen. Besser ist es, nach einem Regenschauer oder in den frühen Morgenstunden Sport zu treiben.
  • Nutzen Sie einen Staubsauger mit HEPA-Filter.
  • Halten Sie während des Pollenflugs tagsüber Türen und Fenster geschlossen.
  • Trocknen Sie Ihre Wäsche nicht im Freien.
  • Lüften Sie die Betten nicht am offenen Fenster.
  • Halten Sie im Auto die Fenster geschlossen und achten Sie beim Autokauf auf einen Pollenfilter.
  • Nutzen Sie die Urlaubszeit für einen Aufenthalt in pollenarmen Regionen. Mit einer Eschenpollen-Allergie sollten Sie Mittelmeerländer meiden: Die dort häufigen Olivenpollen (Blütezeit April bis Juni) enthalten ähnliche Allergene wie die Esche.

 

Quellen: 

ThermoFisher scientific

https://www.thermofisher.com/diagnostic-education/dam/commercial/library-resources/GER%20Allergenkomponenten%20und%20Kreuzreaktionen%20Poster%202019.pdf

https://www.thermofisher.com/diagnostic-education/dam/commercial/library-resources/GER%20RapidAdult_PatBrosch_AT2019.pdf

https://www.waldwissen.net/de/lebensraum-wald/baeume-und-waldpflanzen/laubbaeume/die-esche-fraxinus-excelsior

https://allergiecheck.de/eschenpollen-allergie

Heuschnupfen (Pollenbedingte allergische Rhinitis)

Allergie

Eschenpollen-Allergie: Heuschnupfen auch durch andere Ölbaumgewächse!, MeinAllergiePortal, 04.04.2016

Allergie auf Esche: Symptome, Diagnose, Therapie, MeinAllergiePortal, 29.03.2021