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COPD

Allgemein

Husten, möglicherweise mit Auswurf, und Kurzatmigkeit – wer solche Symptome über längere Zeit hat, der sollte an eine chronische Lungenerkrankung denken. Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (engl. Chronic obstructive pulmonary disease; COPD) ist eine nicht heilbare Lungenkrankheit, die mit einer Obstruktion einhergeht. Obstruktion bedeutet hier eine Verengung der Luftwege, wodurch der Luftstrom beim Atmen eingeschränkt wird. Eine gesunde Lunge dehnt sich beim tiefen Einatmen weit auf, um viel Luft einströmen zu lassen, die dann beim Ausatmen durch weit geöffnete Bronchien wieder entweicht. Bei einer obstruktiven Krankheit wie COPD jedoch muss gegen verengte Bronchien ausgeatmet werden; die Ausatmung dauert also viel länger und damit wird die Atmung insgesamt anstrengender. Die Verengung der Bronchien verschlimmert sich zudem mit der Zeit, die Schädigungen lassen sich nicht rückgängig machen, sind also nicht reversibel.

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COPD: Wie kommt es dazu?

Ursache für die COPD sind dauerhafte entzündliche Veränderungen in den Bronchien. Diese sind manchmal bedingt durch sehr häufige Atemwegsinfekte, starke Luftverschmutzung oder auch erbliche Krankheiten, am häufigsten jedoch durch langjähriges Rauchen. Hier ist auch das Passivrauchen schädlich. Durch die chronische Entzündung bildet sich Narbengewebe in den Bronchien, diese werden weniger elastisch, verfestigen sich. Zusätzlich nehmen die Selbstreinigungskräfte der Lungen Schaden und es bildet sich vermehrt Schleim. Eine COPD kann nicht nur die Lebensqualität stark beeinträchtigen, sondern erhöht auch das Risiko für Lungenkrebs. Eine möglichst frühzeitige konsequente Therapie kann den Verlauf zwar nicht rückgängig machen, aber die Verschlechterung hinauszögern und dazu beitragen, dass Anfälle akuter Atemnot (sogenannte Exazerbationen) seltener werden.

COPD: Wie häufig ist die Erkrankung?

Die COPD ist eine recht häufige Krankheit, mit dem Alter erkranken zunehmend mehr Menschen daran. In Deutschland leiden unter den über 65-Jährigen schätzungsweise 11 Prozent der Frauen und 12,5 Prozent der Männer an dieser chronischen Lungenkrankheit. Unter den Todesursachen für Deutschland belegt die COPD Platz 6; viele Patienten unterschätzen, wie lebensbedrohlich eine COPD sein kann. „Raucherhusten“ sollte also nicht als harmlos abgetan werden; häufig steckt eine beginnende COPD dahinter.

Symptome

Bei den Symptomen stehen Husten, oft mit Auswurf, und Kurzatmigkeit im Vordergrund. Am Anfang der Krankheit bemerkt der Betroffene meist nur Husten am Morgen und/oder eine Kurzatmigkeit bei sehr starker Belastung. Mit zunehmender Verschlechterung der COPD tritt der Husten auch tagsüber und abends auf, die Belastbarkeit nimmt ab, es kommt sehr rasch zu Luftnot. Schließlich, meist nach vielen Jahren, ist es sogar aus der Ruhe heraus anstrengend, genügend Luft ein- und auszuatmen.

COPD: Besteht das Risiko für weitere Erkrankungen?

Im Verlauf der COPD kommt es oft auch zu einer Blutarmut, die Muskulatur wird abgebaut und die Betroffenen verlieren an Körpergewicht. Grund dafür ist, dass das Atmen immer anstrengender wird, zugleich sehr viele Muskeln im Körper aber nicht ausreichend trainiert werden können, also schwächer werden. Auch bestimmte Herzerkrankungen entwickeln sich im Verlauf der COPD bei vielen Patienten.
Zusätzlich können sich bei COPD auch die kleinen Bronchien immer wieder entzünden (chronische Bronchitis) und/oder das feine Lungengewebe wird so zerstört, dass sich die Trennwände der Bronchien auflösen und größere Hohlräume in den Lungen entstehen -das sogenannte Lungenemphysem. Dadurch kann der Körper nicht mehr so gut Sauerstoff aus der Lunge ins Blut aufnehmen, da dieser Austausch in den Trennwänden der kleinsten Luftwege vonstatten geht.

Manche Patienten mit COPD entwickeln zusätzlich ein Asthma: Typisch ist dann, dass sich auch aufgrund von Auslösern in der Atemluft, z.B. Schadstoffe, akute Anfälle mit Husten und Atemnot entwickeln. Solche akuten Verschlechterungen, sogenannte Exazerbationen, können aber auch ohne gleichzeitiges Asthma bei COPD auftreten. Mögliche Ursachen hierfür sind z.B. Virusinfekte der Atemwege oder manche Medikamente.

Diagnose

Die COPD zeichnet sich durch sehr typische Atembeschwerden aus, die Folge der Veränderungen in den Lungen sind. Daher stehen für die Diagnostik − nach der Bewertung der Symptome und einer körperlichen Untersuchung − spezielle Lungenfunktionstests im Vordergrund.

COPD: Diagnose durch Spirometrie

Ärzte führen zur Diagnose einer COPD eine sogenannte Spirometrie durch: Ein Spirometer ist ein Gerät, in das der Patient bei geschlossener Nase unterschiedlich kräftig über ein Mundstück ein- und ausatmet. Das Gerät zeichnet die Atemflüsse als Kurve auf, anhand derer der Arzt beurteilen kann, wie gut die Ein- und Ausatmung funktioniert. Zusätzlich lässt sich beurteilen, wie schnell ausgeatmet werden kann, wie viel Luft die Lungen aufnehmen und andere Werte.

Möglicherweise wird der Arzt im Zuge der Untersuchung ein Medikament verabreichen, um dann eine erneute Spirometrie durchzuführen: So lassen sich Unterschiede der Atemleistung mit bzw. ohne bestimmte Medikamente erkennen.

COPD: Diagnose durch Ganzkörperpletysmografie

Eine noch umfassendere Bewertung der Lungenfunkton ist per Ganzkörperpletysmografie möglich: Auch hier atmet der Patient in ein Gerät ein und aus, befindet sich dabei aber in einer geschlossenen Kabine.

COPD: Diagnose mit Belastungstests

Mit einem Belastungstest, z.B. auf einem Laufband oder Fahrradergometer lässt sich beurteilen, wie sich die Atmung unter Belastung ändert. Aus all diesen Informationen kann der Arzt ableiten, welchen Schweregrad die bestehende COPD aufweist; dies ist wichtig für die Therapie.

COPD: Differenzialdiagnose zu anderen Lungenerkrankungen und Beurteilung von Begleitkrankheiten

Um andere Lungenkrankheiten abzugrenzen, erfolgen in der Regel Bluttests. Anhand der Bluttests lässt sich auch der Sauerstoffgehalt im Blut bestimmen. Möglicherweise erfolgt auch eine Röntgenaufnahme oder ein Computertomogramm (CT) der Lungen.

Es kann auch eine Lungenspiegelung sinnvoll sein, etwa wenn der Verdacht auf einen Tumor besteht.

Falls der Verdacht auf eine zusätzliche allergische Komponente besteht, können Allergietests zum Einsatz kommen.

Um zu prüfen, ob es bereits zu einer Schädigung des Herzmuskels gekommen ist, wird z.B. ein EKG oder auch ein Herzultraschall durchgeführt. Möglicherweise empfiehlt der Arzt auch noch weitere Untersuchungen, wenn der Verdacht auf Fehlfunktion anderer Organe besteht.

Therapie

Eine COPD ist nicht heilbar. Es ist aber möglich, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und die Beschwerden zu lindern, also vor allem die Kurzatmigkeit und Anfälle mit Atemnot zu verringern. Es kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz: Bronchienerweiternde Mittel - meist Beta-2-Mimetika oder Anticholinergika; oft als Spray -, Kortison - als Spray oder Tablette - und spezielle Medikamente, die noch spezifischer als Kortison die chronische Entzündung hemmen.

COPD: Ist Sport sinnvoll?

Wichtig sind unterstützende Maßnahmen: Regelmäßiger, individuell angepasster Sport, am besten Walking, Joggen, Radfahren, wird von Experten sehr empfohlen, weil körperliche Aktivität Herz, Kreislauf und Muskeln stärkt. Die Teilnahme an Lungensportprogrammen beugt dabei nicht nur Begleitkrankheiten der COPD vor, sondern verhilft auch zu mehr sozialen Kontakten; die Lebensqualität steigt.

COPD: Atemphysiotherapie und Ernährung

Eine Atemphysiotherapie kann den Betroffenen helfen, die Atemmuskulatur zu stärken und auch bei akuter Atemnot richtig zu atmen. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt dabei, Gewicht abzunehmen oder beugt ggf. Untergewicht vor. In einer Rehabilitation oder speziellen Schulung für Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenkrankheit lassen sich solche Maßnahmen ebenfalls erlernen.

Ist die COPD schon weit fortgeschritten, wird meist eine Versorgung mit Sauerstoff nötig, zum Beispiel mit einer tragbaren Sauerstoffflasche für unterwegs. In manchen Fällen ist eine Operation angezeigt, bei der stark überblähte, funktionslose Anteile des Lungengewebes entfernt werden. Bei manchen Patienten ist auch eine Lungentransplantation möglich.

Praktische Tipps

  • Wer mit dem Rauchen aufhört, senkt sein Risiko eine COPD zu entwickeln oder sorgt zumindest dafür, dass die Lungenveränderungen nicht noch schlimmer werden. Ein Rauchstopp ist also die entscheidende Maßnahme bei COPD; hierfür gibt es zahlreiche unterstützende Programme.
  • Wer am Arbeitsplatz Luftschadstoffen ausgesetzt ist, z.B. Stäuben, sollte möglichst effektive Schutzmaßnahmen anwenden, um seine Lungen zu schützen. Geeignete Filtermasken sind hier wichtig.
  • Da ein häufiger Grund für akute Exazerbationen Virusinfekte sind, wird Patienten mit COPD empfohlen, sich regelmäßig gegen Grippeviren und Pneumokokken impfen zu lassen. In der Erkältungszeit große Menschenmengen zu meiden, beugt ebenfalls einer Infektion vor.

 

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