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Nasenpolypen - Polyposis nasi

Allgemein

Nasenpolypen sind Wucherungen der Schleimhaut in der Nase und auch den Nasennebenhöhlen, der Fachbegriff lautet Polyposis nasi. Die veränderte Schleimhaut kann sich auf breiter Fläche oder auch schmal und gestielt in die Nase vorwölben. Nasenpolypen sind jedoch nicht zu verwechseln mit den „Polypen“, die bei Kindern die Atemwege verengen und häufig operiert werden. Letztere sind Gewebswucherungen im Bereich des Gaumens.

Nasenpolypen – Rhinosinusitis - Sinusitis

Leidet eine Person an Nasenpolypen, so geht dies oft einher mit einer Rhinosinusitis, also einer Entzündung der Schleimhäute in der Nase (Rhinitis) und/oder der Nasennebenhöhlen (Sinusitis). Diese Entzündung kann allerdings auch unabhängig von Nasenpolypen entstehen, vor allem wenn es sich um eine akute Rhinosinusitis handelt, also einen ganz „normalen“ Schnupfen mit Nasennebenhöhlenentzündung.

Anders verhält es sich jedoch bei der chronischen Rhinosinusitis. Diese kann sich zwar auch ohne Vorliegen von Nasenpolypen entwickeln, viele betroffene Patienten jedoch weisen Nasenpolypen und eine chronische Rhinosinusitis auf. Bei Vorliegen einer chronischen Rhinosinusitis mit Nasenpolypen sprechen Mediziner oft auch vereinfachend von Nasenpolypen.

Nasenpolypen – was sind die Ursachen?

Die Ursache für die chronische Rhinosinusitis ist nicht bekannt. Allerdings weiß man heute, dass es verschiedene Typen gibt, die jeweils verstärkt werden durch entweder bestimmte Bakterien, Pilze oder die sogenannte Acetylsalicylsäure-Unverträglichkeit (ASS-Unverträglichkeit), in der Fachsprache „Aspirin-Exacerbated-Respiratory Disease“. Bei einem weiteren Typ spielen diese Faktoren jedoch keine Rolle.

Allerdings liegt allen Typen der chronischen Rhinosinusitis bzw. der Nasenpolypen die gleiche Art der chronischen Entzündung zugrunde: Dabei handelt es sich nicht nur um einen üblichen Infekt infolge eines Erregers, etwa ein Erkältungsvirus, sondern um bestimmte Veränderungen von Mitspielern des Immunsystems, die eher einer allergischen Reaktion gleichen.

Nasenpolypen und Begleiterkrankungen

In Europa leiden gut 10 Prozent der Bevölkerung an Nasenpolypen bzw. chronischer Rhinosinusitis. Der Name Nasenpolypen wirkt zwar harmlos, die dadurch verursachten Beschwerden können aber gravierend sein. Zudem erkranken Patienten mit chronischer Rhinosinusitis im Vergleich deutlich häufiger zusätzlich an Asthma, Heuschnupfen, chronischen Krankheiten von Lunge, Herz, Niere und Leber, Bluthochdruck oder Diabetes mellitus.

Es stehen verschiedene Medikamente für die Therapie zur Verfügung; in den letzten Jahren wurden neue, sehr spezifisch und effektiv wirkende Präparate zugelassen. Eine Operation kommt in der Regel erst infrage, wenn die Medikamente nicht erfolgreich waren.

 

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Symptome

Symptome der akuten Rhinosinusitis

Die akute Rhinosinusitis dauert per Definition kürzer als 12 Wochen an; typisch sind:

  • eine „verstopfte“ Nase mit erschwerter Atmung und eingeschränktem Geruchssinn,
  • Sekretion aus der Nase,
  • Gesichtsschmerz und eventuell auch
  • Kopfschmerzen und
  • Fieber.

Oft verschlimmern sich die Schmerzen, wenn man sich vornüberbeugt. Dieser „Schnupfen“ oder die weiter ausgedehnte Nasennebenhöhleninfektion heilen bei fast allen nach einigen Wochen aus.

Symptome der chronischen Rhinosinusitis

Dauern solche Symptome jedoch länger als 3 Monate an, ohne zwischendurch zu verschwinden, dann leidet der Patient an einer chronischen Rhinosinusitis. Diese kann mit oder ohne Nasenpolypen bestehen. Zusätzlich zu den genannten Beschwerden leiden die derart chronisch erkrankten Patienten an:

  • Schlafstörungen,
  • verminderter Leistungsfähigkeit im Alltag, häufig auch an
  • depressiven Stimmungsschwankungen sowie insgesamt einer
  • deutlich verminderten Lebensqualität.

Bei etwa einem Viertel der Personen mit chronischer Rhinosinusitis bessern sich die Beschwerden nach einigen Wochen ein wenig. Häufig bleibt die Krankheit jahrzehntelang bestehen.

Bei der akuten, aber auch bei der chronischen Rhinosinusitis kann es zu Komplikationen kommen, wenn sich Bakterien, Viren oder Pilze vom Nasenraum aus ausbreiten und schlimmstenfalls zu Infektionen im Gehirn führen.

Diagnose

Zunächst wird sich der Arzt im Zuge der Anamnese genau über die Symptome informieren und den Patienten klinisch untersuchen, also zum Beispiel prüfen, ob ein Klopfschmerz im Gesicht, speziell im Bereich der Stirn besteht sowie insbesondere Rachen, Nase und Ohren sorgfältig beurteilen.

Diagnose von Nasenpolypen durch bildgebende Verfahren wie Nasenspiegelung, Ultraschall und Computertomografie

Die eigentliche Schleimhautwucherung in der Nase, die Nasenpolypen, lässt sich nur mithilfe einer Nasenspiegelung (Endoskopie) komplett erkennen und diagnostizieren. Bei der Nasenendoskopie wird nach örtlicher Betäubung ein sehr dünner Schlauch mit einer eingebauten Optik weit in die Nase geschoben, mit dessen Hilfe der Arzt die Schleimhaut genau beurteilen kann.

Per Ultraschall lassen sich die Nasennebenhöhlen zum Teil gut darstellen und zeigen, ob sich dort eventuell Eiter oder eine andere Flüssigkeit angesammelt hat. Ein Computertomogramm, speziell die sogenannte digitale Volumentomografie, ermöglicht die detaillierte Darstellung der anatomischen Strukturen, zum Beispiel Engstellen im Bereich der Nase und der Nebenhöhlen. Diese bildgebenden Verfahren kommen in der Regel aber nur bei der chronischen Rhinosinusitis beziehungsweise bei Nasenpolypen zum Einsatz.

Allergiediagnostik bei der chronischen Rhinosinusitis

Die typische (allergische) Reaktion des Immunsystems bei der chronischen Rhinosinusitis lässt sich anhand bestimmter Laborwerte im Blut nachweisen. Weitere Labortests sind zudem bei entsprechendem Verdacht sinnvoll, um andere Krankheiten nachzuweisen oder auszuschließen, die ähnliche Symptome auslösen können.

Bessern sich die Symptome bei der chronischen Form trotz Therapie nicht, kann es sinnvoll sein, Schleimproben aus der Nase zu entnehmen und auf verschiedene Keime hin zu untersuchen. Ein Allergie-Test wird in der Regel nur durchgeführt, wenn ein Patient an einer chronischen Rhinosinusitis leidet und keine Nasenpolypen aufweist.

Besteht der Verdacht auf ein ASS-Intoleranz-Syndrom, kann ein Provokations-Test für Klarheit sorgen: Hierbei erhält der Patient beim Arzt ASS und es wird überprüft, ob sich die Beschwerden verschlimmern. Eine ärztliche Überwachung ist wichtig, da die ausgelösten Beschwerden wie bei einem allergischen Schock lebensbedrohlich ausfallen können.

Therapie

Spülungen der Nase mit Kochsalzlösung und die Inhalation heißer Dämpfe können die Beschwerden bei der akuten Rhinosinusitis lindern, bestimmte pflanzliche Präparate können auch hilfreich sein. Zur kurzfristigen Nutzung werden auch abschwellende Mittel (Nasentropfen) empfohlen, in bestimmten Fällen auch Kortison als Nasenspray. Einzelne Antibiotika können unter bestimmten Bedingungen sinnvoll sein, die Krankheit aber auch verstärken.

Einsatz von Nasenduschen, Homöopathie, Akupunktur und Nasenspray bei der chronischen Rhinosinusitis

Eine regelmäßige Nasendusche mit Kochsalzlösung ist auch bei der chronischen Rhinosinusitis sinnvoll. Wichtig hierbei ist die regelmäßige Reinigung beziehungsweise Desinfektion der Nasendusche, damit diese nicht bakteriell besiedelt wird. Homöopathische und pflanzliche Mittel sowie Akupunktur probieren viele Patienten mit chronischer Rhinosinusitis aus; aus den dazu vorliegenden Studien ergibt sich jedoch kein Beweis für deren Wirksamkeit. Von abschwellenden Mitteln wird deutlich abgeraten, es kann sich eine Abhängigkeit entwickeln.

Da bei der chronischen Form das Immunsystem eine entscheidendere Rolle spielt, gibt es darüber hinaus noch weitere spezifischer wirkende Medikamente. Da es wie beschrieben verschiedene Formen der chronischen Rhinosinusitis gibt, unterscheidet sich aber auch der Einsatz dieser Medikamente von Patient zu Patient.

Zunächst stellt Kortison als Nasenspray einen Grundpfeiler der Therapie dar, aber auch in Tablettenform wird es oft eingesetzt. Hier ist jedoch Vorsicht vor den Nebenwirkungen bei längerem Gebrauch geboten!

Biologika zur Therapie von Nasenpolypen

Zudem gibt es moderne zielgerichtete Medikamente zur Therapie der chronischen Rhinosinusitis mit Nasenpolypen, sogenannte Biologika. Diese blockieren jeweils bestimmte Faktoren beziehungsweise Botenstoffe (Antikörper oder Zytokine) des Immunsystems und drängen damit die schädlichen Veränderungen der Immunreaktionen zurück. Bei der Auswahl der Biologika ist es besonders wichtig, den besonderen Typ der chronischen Rhinosinusitis zu identifizieren; eine individuell abgestimmte Therapie verspricht hier den besten Erfolg. Hinzu kommt, dass die Präparate sehr teuer sind. Zusätzlich zu den Biologika sind inzwischen weitere spezielle Wirkstoffe gegen die chronische Rhinosinusitis in der Forschung.

Adaptive Desaktivierung bei spezieller Form der Rhinosinusitis

Im speziellen Fall der ASS-Intoleranz ist häufig eine weitere Methode hilfreich, die sogenannte adaptive Desaktivierungstherapie. Dabei wird der Patient regelmäßig kleinen Mengen des auslösenden Medikaments, also Aspirin oder einem anderen Schmerzmittel, ausgesetzt. So kann sich das Immunsystem langsam an diesen „Reiz“ gewöhnen und die schädlichen Reaktionen darauf nehmen ab.

Operation bei Nasenpolypen

Abgesehen von Medikamenten werden Nasenpolypen auch operiert. Dazu entscheiden sich Ärzte jedoch in der Regel erst, wenn eine Therapie mit den genannten Medikamenten nicht erfolgreich ist ─ es sei denn, es bestehen akute Komplikationen, die eine Operation erfordern. Es haben sich verschiedene spezielle chirurgische Techniken etabliert, bei denen die überschüssigen Schleimhautwucherungen abgetragen werden. Diese Methoden erfolgen in der Regel mithilfe einer Nasenspiegelung und entsprechender Instrumente, also ohne einen offenen chirurgischen Eingriff. Allerdings ist einschränkend zu sagen, dass viele Patienten einige Jahre nach der Operation doch wieder Beschwerden haben.

Praktische Tipps

  • Bei „verstopfter“ Nase sind grundsätzlich Nasenspülungen mit Kochsalz hilfreich.
  • Vorsicht ist bei abschwellenden Nasentropfen geboten: Auch bei einem akuten Schnupfen sollten diese nicht länger als 7 Tage angewendet werden, da sonst eine Abhängigkeit droht. Bei chronischer Rhinosinusitis ist von solchen Präparaten dringend abzuraten.
  • Empfehlenswert ist eine sorgfältige Untersuchung beim Hals-Nasen-Ohrenarzt: Es ist wichtig zu wissen, wie ausgedehnt eventuell vorliegende Nasenpolypen sind.
  • Wer an chronischer Rhinosinusitis leidet, erkrankt mit höherem Risiko auch an verschiedenen anderen Krankheiten. Lassen Sie sich regelmäßig auch diesbezüglich untersuchen.