Flohallergie (allergische Flohspeicheldermatitis) beim Hund

Allgemein

Die Allergie auf Flöhe, medizinisch korrekt als allergische Flohspeicheldermatitis (FAD) bezeichnet, gilt als eine der häufigsten allergischen Erkrankungen beim Hund.

Häufig werden die Flöhe als Ursache lange nicht erkannt, da sie am Hund nicht immer sichtbar sind. Sichtbar ist lediglich die allergische Reaktion an der Haut.

Übertragen werden Flöhe auf den Hund aus der Umgebung und nicht durch den Kontakt mit anderen, von Flöhen befallenen, Tieren. Haben Flöhe ein Wirtstier gefunden, versuchen sie, dort zu verbleiben.

Flöhe können sich in der Natur oder in infizierten Wohnräumen aufhalten und springen dann auf den vorbeigehenden Hund auf. Innerhalb von Minuten startet der Floh mit der Blutmahlzeit. Der weibliche Floh kann bereits 24 danach die ersten Eier legen. Aus dem Fell des Hundes fallen die Floheier dann ab und entwickeln sich über verschiedene Larvenstadien zum erwachsenen Floh, der dann wieder ein Wirtstier sucht.

Flöhe sind quasi ganzjährig aktiv. Insbesondere im Frühjahr und Herbst sind sie präsent.

Bei Hunden, die sich oft und lange im Freien aufhalten, ist das Risiko eines Flohbefalls höher als bei Hunden, die eher im Haus gehalten werden. Ist der Hund bereits Atopiker, d.h. bestehen bereits Allergien, steigt auch das Risiko, auf Flohspeichel allergisch zu reagieren und eine allergische Flohspeicheldermatitis zu entwickeln.

 

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Symptome

Neben einem stark ausgeprägten Juckreiz, äußert sich die Flohspeichelallergie beim Hund über die Haut. Es kann zu Rötungen, Entzündungen und kahlen Stellen kommen, die der Hund sich durch Schlecken selbst zufügt. Durch bakterielle Sekundärinfektionen kann es auch zu sogenannten Hotspots, eitrigen, bakteriellen Entzündungen kommen. Bei chronischen Verläufen sind Hyperpigmentierung, d.h. einer übermäßig starken Einlagerung von Melanin in die Haut, bemerkbar. Auch eine Lichenifizierung der Haut, d.h. eine flächige lederartige Hautveränderung, ist möglich.

Typisch für die Flohallergie sind die Körperstellen, an denen diese Hautveränderungen auftreten. Dazu gehören beim Hund der hintere Rumpfbereich, der Hüftbereich, der Schwanzansatz und der obere Schwanzbereich. Auch Oberschenkel und Flanke des Hundes können betroffen sein, sowie der Bauch- oder Genitalbereich.

Diagnose

Die Diagnose „allergische Flohspeicheldermatitis“ ist beim Hund nicht leicht zu stellen. Haut- und Bluttests auf Flöhe ergeben häufig falsch negative Resultate, sodass sie nicht verlässlich sind.   

Die Diagnose der Flohallergie ergibt sich deshalb zum einen aus den typischen Symptomen  und zum anderen durch die Durchführung einer Versuchstherapie mit einer Flohprophylaxe. Wenn sich die Symptome daraufhin verbessern ist die Diagnose gestellt.

Therapie

Die erste Maßnahme bei der Therapie einer Flohspeichelallergie beim Hund ist die Bekämpfung der Flöhe mittels Flohprophylaxe. Dafür kommen adultizide Präparate in Frage, die die erwachsenen Flöhe abtöten. Besteht eine bakterielle Sekundärinfektion, wird diese parallel antibiotisch behandelt.

Die Flohprophylaxe kann in Tablettenform oder als Spot-on erfolgen. Dabei sollten Präparate mit einer hohen Abtötungsgeschwindigkeit, auch das „speed to kill“ (STK) genannt, verwendet werden. Je schneller die Flöhe abgetötet werden und nicht mehr beißen können, desto schneller wird der Allergenkontakt unterbunden.

Die Behandlung der allergischen Symptome der Flohallergie beim Hund erfolgt durch eine antiallergische Therapie, die auch antientzündlich wirkt, z.B. mit Kortison. Besteht eine Sekundärinfektion mit Bakterien kann eine antibiotische Behandlung angezeigt sein.

Danach sollte der Hund eine permanente Flohprophylaxe erhalten, um einen erneuten Flohbefall zu verhindern.

Praktische Tipps

•    Sollten im Haushalt des flohallergischen Hundes noch andere Hunde oder Katzen leben, sollten auch diese eine Flohprophylaxe erhalten.

•    Wenn Flöhe im Fell des Hundes sichtbar sind, gelten folgende Empfehlungen:

      o    Waschbare Decken, Kissen etc. sollten gründlich gewaschen werden.

      o    Teppiche, Polster und auch das Auto sollten gründlich gesaugt werden.

      o    Um die Flöhe bzw. die Entwicklungsstadien der Flöhe wirksam abzutöten, muss man eine Umgebungsbehandlung mit speziellen Sprays durchführen, die auch die Entwicklungsstadien der Flöhe abtöten.

      o    Bei der Umgebungsbehandlung sollte man das Spray auch im Hundekorb, unter Schränken, in Ecken und Ritzen und im Auto anwenden.

      o    Bei extrem starkem Flohbefall kann es nötig werden, einen Kammerjäger einzusetzen.

Quellen:

Kerstin  Wildermuth, Die Bedeutung der Abtötungsgeschwindig­ keit von Flöhen (speed of kill [SOK]) bei der Behandlung der allergischen Flohspeicheldermatitis, DOl   10.2377/0023-2076-61-366, http://vetline.de/die-bedeutung-der-abtoetungsgeschwindigkeit-von-floehen-speed-of-kill-sok-bei-der-behandlung-der-allergischen-flohspeicheldermatitis/150/3231/96649/

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