AllergoOnkologie

Die AllergoOnkologie ist ein sehr neues Forschungsgebiet. Das Ziel der AllergoOnkologie ist es, Gemeinsamkeiten und Schnittstellen zwischen der Allergologie und der Onkologie zu definieren und zu erforschen.

Im Mittelpunkt der Forschungsaktivitäten steht die Frage, welche Mechanismen die natürlich schützende Immunantwort aus dem Gleichgewicht bringen können. Darüber hinaus bietet die AllergoOnkologie die Möglichkeit, viel über die Mechanismen zu lernen, die bei Allergien und Krebserkrankungen auch epidemiologisch eine Rolle spielen.

Mit der AllergoOnkologie werden Mechanismen von Allergien und Onkologie unter dem Dach der Immunologie zusammengebracht und erforscht, da das Immunsystem bei beiden Erkrankungen eine große Rolle spielt. Z.B. sind Immunmechanismen bei Tumorerkrankungen entscheidend für die Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors. Wird das Immunsystem gehemmt im Sinne einer „Immuntoleranz“, wächst der Tumor rascher. Umgekehrt wünscht man sich Immuntoleranz, wenn der Körper bei Allergien gegen harmlose Stoffe überschießend reagiert.

Eine zentrale Fragestellung der AllergoOnkologie ist: Wie könnte man IgE-Antikörper, die bei Allergien einen krankmachenden Effekt haben, bei Tumorerkrankungen nützlich einsetzen, indem man sie gegen Tumor-Antigene richtet? Damit hat das neue Arbeitsgebiet der AllergoOnkologie das Potenzial, neue diagnostische Methoden und insbesondere neue Therapeutika zu entwickeln.

Nachdem die Initiative zur AllergoOnkologie zunächst aus der Forschung kam, besteht mittlerweile ein zunehmendes Interesse der onkologischen Industrie an IgE anti-Krebs-Immunglobulinen.

Auch wenn es durch Medikamente zur Krebstherapie zu allergischen Nebenwirkungen kommt, gehört dies der AllergoOnkologie zu,

Ein europäisches Positionspapier zur AllergoOnkologie wurde gerade durch eine große internationale Fachgesellschaft,  der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) publiziert.1)

 

Quellen:

1) Jensen-Jarolim E, Bax HJ, Bianchini R, Capron M, Corrigan C, Castells M, Dombrowicz D, Daniels-Wells TR, Fazekas J, Fiebiger E, Gatault S,Gould HJ, Janda J, Josephs DH, Karagiannis P, Levi-Schaffer F, Meshcheryakova A, Mechtcheriakova D, Mekori Y, Mungenast F, Nigro EA, Penichet ML,Redegeld F, Saul L, Singer J, Spicer JF, Siccardi AG, Spillner E, Turner MC, Untersmayr E, Vangelista L, Karagiannis SN. AllergoOncology – the impact of allergyin oncology: EAACI position paper. Allergy 2017; DOI: 10.1111/all.13119. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/all.13119/epdf

 

Kontaktdaten Prof. Jensen-Jarolim:

1.    Institute of Pathophysiology & Allergy Research, Center of Pathophysiology, Infectiology & Immunology, Medical University Vienna, Vienna, AustriaEmail: erika.jensen-Jarolim@meduniwien.ac.at

2.    The Interuniversity Messerli Research Institute, University of Veterinary Medicine Vienna, Medical University of Vienna, Vienna, Austria

 

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