Flohallergie (allergische Flohspeicheldermatitis) bei der Katze

Allgemein

Die Flohallergie ist eine der häufigsten allergischen Erkrankungen bei der Katze und wird auch als allergische Flohspeicheldermatitis (FAD) bezeichnet.

Nicht immer wird eine Flohallergie bei der Katze frühzeitig diagnostiziert, weil die Flöhe an der Katze oft nicht zu sehen sind. Bemerkt werden dann erst allergische Symptome an der Haut der Katze.

Flöhe bekommt eine Katze nicht durch den Kontakt mit anderen Tieren, obwohl die Besitzer dies häufig vermuten. Hingegen warten Flöhe, ähnlich wie Zecken in der Umgebung darauf, dass eine Katze oder ein anderes Tier vorbei kommt, springen dann auf und bleiben möglichst für immer beim Wirtstier. Flöhe lauern oft im Freien, eine Katze kann sich aber auch im Wohnbereich mit Flöhen infizieren, wenn sich diese dort aufhalten, z.B. an Teppichen oder Polstermöbeln.

Hat der Floh die Haut der Katze erreicht, beginnt er sehr schnell, Blut zu saugen. Bereits 24 Stunden nach der ersten Blutmahlzeit an der Katze kann der Floh Eier legen, die dann in die Umgebung fallen. Aus den Floheiern entwickeln sich Larven, die mehrere Stadien durchlaufen und sich gerne in Fugen und Ritzen verstecken, bis sich der der erwachsene Floh entwickelt hat und eine neue Katze als Wirtstier befällt.

Da Flöhe das ganze Jahr über aktiv sind, gibt es keine „flohfreien“ Zeiten. Insbesondere im Frühjahr und Herbst sind Flöhe präsent.

Bei Freigänger-Katzen ist das Risiko eines Flohbefalls höher als bei Wohnungskatzen. Hat die Katze bereits andere Allergien steigt das Risiko, auch auf Flohspeichel allergisch zu reagieren und eine allergische Flohspeicheldermatitis zu entwickeln.

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Symptome

Pruritus, d.h. Juckreiz ist das Leitsymptom bei der Flohallergie der Katze. Sichtbare Symptome der Flohspeichelallergie findet man an der Haut der Katze. Die Symptome können sich in Entzündungen, Rötungen und kahlen Stellen zeigen. Hinzu kommt, dass die Katzen sich oft das Fell abschlecken, um den Juckreiz zu stillen. Zusätzlich kann es zu bakteriellen Sekundärinfektionen kommen.

Besteht die Flohallergie bei der Katze bereits seit langem, kann es zur Hyperpigmentierung, d.h. einer übermäßig starken Einlagerung von Melanin in die Haut, oder auch zu einer Lichenifizierung der Haut, d.h. einer flächigen lederartigen Hautveränderung, kommen.

Eine Flohallergie zeigt sich bei der Katze typischerweise am Rumpf, im Hüftbereich, am  Schwanzansatz bzw. am oberen Schwanzbereich, am Hals und am Kopf. Auch Oberschenkel und Flanke sowie der Bauch- oder Genitalbereich können betroffen sein. Zudem können bei der Katze eine miliare Dermatitis oder Läsionen aus dem eosinophilen Granulom-Komplex auftreten.

Diagnose

Die Diagnose „allergische Flohspeicheldermatitis“ ist bei der Katze nicht leicht zu stellen, denn Haut- und Bluttests auf Flöhe ergeben häufig falsch negative Resultate. Die Diagnose  Flohallergie wird bei der Katze deshalb aufgrund der typischen Symptome an den typischen Körperpartien in Kombination mit einer Versuchstherapie gestellt. Die Versuchstherapie besteht in einer Flohprophylaxe und wenn sich die Symptome daraufhin verbessern, ist die Diagnose „Flohallergie bei der Katze“ gestellt.

Therapie

Hat die Katze eine Flohspeichelallergie, müssen als erstes die Flöhe durch eine Flohprophylaxe abgetötet werden. Man setzt hierfür adultizide Präparate ein, die die erwachsenen Flöhe abtöten. Besteht eine bakterielle Sekundärinfektion, wird diese parallel antibiotisch behandelt.

Die Flohprophylaxe kann bei der Katze in Tablettenform oder als Spot-on erfolgen. Dabei sollten Präparate mit einer hohen Abtötungsgeschwindigkeit, auch das „speed to kill“ (STK) genannt, verwendet werden. Je schneller die Flöhe abgetötet werden, desto geringer ist das Risiko der Katze, mit dem Allergen aus dem Flohspeichel in Kontakt zu kommen.
Die Allergietherapie an der Haut der Katze wird mit antiallergischen Präparaten durchgeführt. Auch eine antientzündliche Therapie mit Kortison kann je nach Schwere der Symptome und durch den Juckreiz eingeschränkter Lebensqualität sinnvoll sein. Besteht eine Sekundärinfektion mit Bakterien sollte diese ebenfalls behandelt werden.

Auch nach der vollständigen Abtötung der Flöhe sollte die Flohprophylaxe bei der Katze  weitergeführt werden, um einen erneuten Befall von vornherein zu vermeiden.  

Praktische Tipps

•    Wenn im Haushalt der Katze mit allergischer Flohspeicheldermatitis auch andere Katzen oder Hunde leben, sollten auch diese eine Flohprophylaxe erhalten.

•    Sind Flöhe im Fell der Katze sichtbar, sollten die folgenden Maßnahmen ergriffen werden:

      o    Decken, Kissen, Bettvorleger etc. möglichst gründlich waschen.

      o    Teppiche, Polstermöbel etc. gründlich staubsaugen.

      o    Flöhe und Entwicklungsstadien der Flöhe durch eine Umgebungsbehandlung mit speziellen Sprays abtöten, insbesondere an den Schlafplätzen der Katze.

      o    Umgebungsbehandlungs-Spray auch unter Schränken, in Ecken und Ritzen  anwenden.

      o    Bei extrem starkem Flohbefall einen Kammerjäger einsetzen.

Quellen

Kerstin  Wildermuth, Die Bedeutung der Abtötungsgeschwindig­ keit von Flöhen (speed of kill [SOK]) bei der Behandlung der allergischen Flohspeicheldermatitis, DOl   10.2377/0023-2076-61-366, http://vetline.de/die-bedeutung-der-abtoetungsgeschwindigkeit-von-floehen-speed-of-kill-sok-bei-der-behandlung-der-allergischen-flohspeicheldermatitis/150/3231/96649/

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