Flohallergie bei der Katze

Autor: Dr. med. vet. Kerstin Wildermuth

 

Allgemeine Informationen zur Flohallergie bei der Katze

Die Flohallergie, Flohspeichelallergie, Flohbissallergie oder allergische Flohspeicheldermatitis ist eine der häufigsten allergischen Erkrankungen bei der Katze und wird auch als allergische Flohspeicheldermatitis (FAD) bezeichnet.

Nicht immer wird eine Flohallergie bei der Katze frühzeitig diagnostiziert, weil die Flöhe an der Katze oft nicht zu sehen sind. Bemerkt werden dann erst allergische Symptome an der Haut der Katze.

Bei Freigänger-Katzen ist das Risiko eines Flohbefalls höher als bei Wohnungskatzen. Hat die Katze bereits andere Allergien steigt das Risiko, auch auf Flohspeichel allergisch zu reagieren und eine allergische Flohspeicheldermatitis zu entwickeln.

Wie kommen die Flöhe auf die Katze?

Flöhe bekommt eine Katze nicht durch den Kontakt mit anderen Tieren, obwohl die Besitzer dies häufig vermuten. Hingegen warten Flöhe, ähnlich wie Zecken, in der Umgebung darauf, dass eine Katze oder ein anderes Tier vorbeikommt, springen dann auf und bleiben möglichst für immer beim Wirtstier. Flöhe lauern oft im Freien, eine Katze kann sich aber auch im Wohnbereich mit Flöhen infizieren, wenn sich diese dort aufhalten, zum Beispiel an Teppichen oder Polstermöbeln.

Wie schnell vermehren sich Flöhe?

Hat der Floh die Haut der Katze erreicht, beginnt er sehr schnell, Blut zu saugen. Bereits 24 Stunden nach der ersten Blutmahlzeit an der Katze kann der Floh Eier legen, die dann in die Umgebung fallen. Aus den Floheiern entwickeln sich Larven, die mehrere Stadien durchlaufen und sich gerne in Fugen und Ritzen verstecken, bis sich der der erwachsene Floh entwickelt hat und eine neue Katze als Wirtstier befällt. Da Flöhe das ganze Jahr über aktiv sind, gibt es keine „flohfreien“ Zeiten. Insbesondere im Frühjahr und Herbst sind Flöhe präsent.

Symptome der Flohallergie bei der Katze

Pruritus, das bedeutet „Juckreiz“ ist das Leitsymptom bei der Flohallergie der Katze. Man findet aber auch sichtbare Symptome der Flohspeichelallergie an der Haut der Katze. Die Symptome können sich in Entzündungen, Rötungen und kahlen Stellen zeigen. Hinzu kommt, dass die Katzen sich oft das Fell abschlecken, um den Juckreiz zu stillen, so dass kahle Stellen im Fell der Katze entstehen. Zusätzlich kann es zu bakteriellen Sekundärinfektionen kommen. Eine Flohallergie zeigt sich bei der Katze typischerweise am Rumpf, im Hüftbereich, am Schwanzansatz bzw. am oberen Schwanzbereich, am Hals und am Kopf. Auch Oberschenkel und Flanke sowie der Bauch- oder Genitalbereich können betroffen sein. Zudem können bei der Katze eine miliare Dermatitis oder Läsionen aus dem eosinophilen Granulom-Komplex auftreten.

Auch andere Formen einer Allergie, wie zum Beispiel eine Futtermittelunverträglichkeit oder Allergie auf Pollen und Hausstaubmilben verursacht diese Symptome, daher können diese Erkrankungen nicht so leicht unterschieden werden.

Hyperpigmentierung durch Flohallergie

Besteht die Flohallergie bei der Katze bereits seit langem, kann es zur Hyperpigmentierung, zu einer übermäßig starken Einlagerung von Melanin in die Haut, oder auch zu einer Lichenifizierung der Haut, einer flächigen lederartigen Hautveränderung, kommen.  

Diagnose der Flohallergie bei der Katze

Die Diagnose „allergische Flohspeicheldermatitis“ ist bei der Katze nicht leicht zu stellen, denn Haut- und Bluttests auf Flöhe ergeben häufig falsch negative Resultate. Die Diagnose Flohallergie wird bei der Katze deshalb aufgrund der typischen Symptome an den typischen Körperpartien in Kombination mit einer diagnostischen Therapie gestellt. Die diagnostische Therapie besteht in einer Flohprophylaxe und wenn sich die Symptome daraufhin verbessern, ist die Diagnose „Flohallergie bei der Katze“ gestellt.

Behandlung der Flohallergie bei der Katze

Hat die Katze eine Flohspeichelallergie, müssen als erstes die Flöhe durch eine Flohprophylaxe abgetötet werden. Man setzt hierfür adultizide Präparate ein, die die erwachsenen Flöhe abtöten. Besteht eine bakterielle Sekundärinfektion, wird diese parallel antibiotisch behandelt.

Flohprophylaxe bei der Katze

Die Flohprophylaxe kann bei der Katze in Tablettenform oder als Spot-on erfolgen. Dabei sollten Präparate mit einer hohen Abtötungsgeschwindigkeit, auch das „speed to kill“ (STK) genannt, verwendet werden. Je schneller die Flöhe abgetötet werden, desto geringer ist das Risiko der Katze, mit dem Allergen aus dem Flohspeichel in Kontakt zu kommen.

Kann man Katzen auch mit Flohmitteln für Hunde behandeln?

Katzen sollten nicht mit Flohmitteln für Hunde behandelt werden, sondern nur mit Präparaten, die für Katzen zugelassen sind. In manchen Spot-on-Präparaten für Hunde ist zusätzlich der Wirkstoff Permethrin gegen Zecken enthalten. Dieser wird von Hunden sehr gut vertragen, kann aber bei Katzen zu starken neurologischen Nebenwirkungen führen.

Antiallergische Medikamente zur Behandlung der Flohallergie bei der Katze

Die Allergietherapie an der Haut der Katze wird mit antiallergischen Präparaten durchgeführt. Auch eine antientzündliche Therapie mit Kortison kann je nach Schwere der Symptome und durch den Juckreiz eingeschränkter Lebensqualität sinnvoll sein. Besteht eine Sekundärinfektion mit Bakterien sollte diese ebenfalls behandelt werden. Auch nach der vollständigen Abtötung der Flöhe sollte die Flohprophylaxe bei der Katze weitergeführt werden, um einen erneuten Befall von vornherein zu vermeiden.

Praktische Tipps für Katzen mit Flohallergie

  • Wenn im Haushalt der Katze mit allergischer Flohspeicheldermatitis auch andere Katzen oder Hunde leben, sollten auch diese eine Flohprophylaxe erhalten.
  • Sind Flöhe im Fell der Katze sichtbar, sollten die folgenden Maßnahmen ergriffen werden:
  • Decken, Kissen, Bettvorleger etc. möglichst gründlich waschen.
  • Teppiche, Polstermöbel etc. gründlich staubsaugen.
  • Flöhe und Entwicklungsstadien der Flöhe durch eine Umgebungsbehandlung mit speziellen Sprays abtöten, insbesondere an den Schlafplätzen der Katze.
  • Umgebungsbehandlungs-Spray auch unter Schränken, in Ecken und Ritzen anwenden.
  • Bei extrem starkem Flohbefall einen Kammerjäger einsetzen.

 

Quelle:

Kerstin Wildermuth, Die Bedeutung der Abtötungsgeschwindig­ keit von Flöhen (speed of kill [SOK]) bei der Behandlung der allergischen Flohspeicheldermatitis, DOl 10.2377/0023-2076-61-366, https://www.vetline.de/die-bedeutung-der-abtoetungsgeschwindigkeit-von-floehen-speed-of-kill-sok-bei-der-behandlung-der

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