Magen-Darm-Probleme Zahnbehandlungen

Lutz Höhne, Zahnarzt - Umwelt-ZahnMedizin und 1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin (DEGUZ) zu Magen-Darm-Problemen durch Zahnbehandlungen!

Magen-Darm-Probleme durch Zahnbehandlungen? Symptome, Diagnose, Maßnahmen!

Welche Rolle spielt eine saubere Arbeitstechnik für die Verträglichkeit zahnmedizinischer oder zahnorthopädischer Maßnahmen?

„Saubere Arbeitstechnik“ bedeutet z.B., dass der Zahnarzt die Kunststoffe, die zum Füllen einer Kavität, d.h. eines Loches im Zahn, verwendet werden, gut auspolymerisieren sollte, damit möglichst wenig degradierter Kunststoff in Lösung geht. Letztendlich sensibilisiert man sich dann dauerhalft auf Stoffe, wenn sie in zu hohen Konzentrationen auftreten.

„Polymerisieren“ bedeutet, dass man den eigentlich weichen, formbaren Kunststoff schichtweise in die Kavität einbringt und jeweils gut härtet. Zum Härten des Kunststoffes verwendet man spezielle Lampen mit einer speziellen Lichtlänge, die man an die Kunststoffschicht hält.

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Sind die Bestandteile von zahnmedizinisch oder kieferorthopädisch eingesetzten Kunststoffen nicht bekannt?

Aktuell besteht die Schwierigkeit darin, dass die Inhaltsstoffe der Kunststoffe, die für Füllungen, Zahnersatz, kieferorthopädische Kleber etc. verwendet werden, von manchen Herstellern wirklich gut deklariert werden. Leider gibt es aber auch eine nicht geringe Zahl von Herstellern, die die Herausgabe der Zusammensetzung ihrer Kunststoffe verweigern.

Wir fordern deswegen von der EU, die Deklarationsverpflichtung von Werkstoffen für den zahnmedizinischen oder kieferorthopädischen Einsatz im Medizinproduktegesetz für alle Hersteller verbindlich zu verankern.

Es kann nicht allein um die zahnmedizinischen Eigenschaften der Kunststoffe gehen. Neben der Ästhetik, der Polierbarkeit und der Randständigkeit der Kunststoffe, muss auch in den Fokus rücken, was aus diesen Kunststoffen freigesetzt wird. Bisphenol Aist ein endokriner Disruptor, der östrogenartige Wirkungen hat und den Hormonhaushalt beeinflussen kann.

Im Mund ist diese Substanz, im Gegensatz zu Bisphenol A-haltigen Fußböden oder Plastikspielzeugen, permanent im Körper aktiv. Auch geringe Mengen können so die hormonelle Steuerung des Körpers belasten. Alle Materialien, die BPA freisetzen, sollten nicht im Menschen eingesetzt werden. Im Babyspielzeug wurde Bisphenol A ja bereits verboten, tatsächlich findet man aber immer wieder BPA im Speichel, auch wenn die Hersteller versichern, dass sie durch Prüfungen sicherstellen, dass BPA nicht freigesetzt werde.

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Dieser Zustand ist unhaltbar, da niemand die Angaben der Hersteller wirklich kontrolliert.

Wie lange dauert es, bis sich nach der Entfernung unverträglicher Materialien die Symptome verbessern?

Das ist sehr unterschiedlich. Bei jungen Menschen, die noch nicht so lange einer Belastung ausgesetzt waren, kann innerhalb weniger Wochen eine Normalisierung eintreten. Ältere Menschen, die jahrelang einen unverträglichen Werkstoff im Mund hatten, benötigen manchmal zwei bis drei Jahre, bis eine Normalisierung eintritt.
Oft gibt es auch nicht nur einen Einflussfaktor und viele Patienten leiden auch nicht nur unter einer einzigen Krankheit. Deshalb ist der Austausch mit Medizinern anderer Fachgebiete ausgesprochen wichtig. Die Medizin der Zukunft liegt in der Vernetzung!  

Herr Höhne, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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