Allergie Unverträglichkeit Zahnersatz-Materialien

Prof. Jürgen Geis-Gerstorfer, Leiter der Sektion Medizinische Werkstoffkunde und Technologie am Universitätsklinikum der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen

Unverträgliche Zahnersatz-Materialien: Worauf sollte man achten?

Werden in der Zahnheilkunde genutzte Zahnersatz-Materialien auch in Zulassungsstudien untersucht?

Alle in der Zahnmedizin zur Anwendung kommenden Materialien müssen den gesetzlichen Ansprüchen des Medizinproduktegesetzes genügen. Welche formalen Mindeststandards bei der Produktzulassung im Einzelfall erfüllt werden müssten, wird nur ein Hersteller beantworten können

Welche Materialen sind gut verträglich? Ist auch Gold allergen?

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass alle in der Zahnmedizin verwendeten üblichen Materialien hohen Ansprüchen genügen und eine hohe Verträglichkeit besitzen. Der Anteil an Nachfragen oder sogar Beschwerden ist gering bis sehr gering. Grundsätzlich ist bei der Verwendung von edelmetallhaltigen Legierungen (Gold) davon auszugehen: Je höherwertig die Bestandteile der Gold-Legierung sind, desto geringer sind die möglichen Allergierisiken. Mit in Deutschland zur Anwendung kommenden Edelmetalllegierungen haben wir sicher die längsten und besten Erfahrungen.

In der so genannten „Konformitätserklärung“ ist aufgeführt, aus welchen Materialien der eigene Zahnersatz besteht.? Können Patienten diese Konformitätserklärung auch bei länger zurückliegenden Zahnbehandlungen noch von ihrem Zahnarzt bekommen?

Seit 1998 sind die Hersteller von Zahnersatz verpflichtet, eine Konformitätserklärung abzugeben. Die Konformitätserklärung bestätigt jedoch nicht die Verträglichkeit der verwendeten Materialien im konkreten Einzelfall, sie bestätigt nur, dass die Materialien sowohl hinsichtlich der Verarbeitungsanforderung wie auch der Materialverwendung (Indikation) des Materialherstellers verarbeitet wurden. Die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen für abgerechnete Leistungen und deren Materialien betragen in Deutschland 10 Jahre.

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Herr Prof. Geis-Gerstorfer, vielen Dank für dieses Interview!

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