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Kinder Gourmets

In jedem Kind steckt ein Gourmet – davon ist Dr. Andrea Maier-Nöth, Professorin an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, überzeugt, Quelle: Hochschule Albstadt-Sigmaringen

"Kinder werden als Gourmets geboren"

Aber was können Eltern tun, wenn ihr Kind bestimmte Lebensmittel kategorisch ablehnt?

Vor allem nicht zu früh aufgeben und dem Kind die Mäkeleien nicht vorwerfen. Es ist nämlich ein fundamentaler Überlebensinstinkt, der die Kleinen vor Neuem warnt. Eltern sollten ihr Kind dasselbe Gemüse immer wieder probieren lassen, am besten im Abstand von ein paar Tagen und mindestens achtmal. So kann es sich mit dem Geschmack vertraut machen und lernen, ihn zu mögen. Geduldige Wiederholung zahlt sich aus.

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Häufig berichten Eltern, dass ihre Babys praktisch alles mochten und als Kleinkinder plötzlich nur noch trockene Nudeln oder Schnitzel mit Pommes fordern. Woran liegt das?

An der Trotzphase. Diese sollte man möglichst entspannt ertragen: Wenn die Kinder als Babys bereits mit einer großen Vielfalt an gesunden Lebensmitteln vertraut gemacht wurden, „erinnern“ sie sich nach Abklingen dieser Phase daran zurück und essen wieder abwechslungsreicher.

Wann wird unser Geschmack denn eigentlich geprägt?

Ein kleiner Teil von etwa 20 Prozent ist genetische Veranlagung, der Rest Prägung. Und die geht schon im Mutterleib los. Über die Plazenta kann der Fötus bereits einen ersten Eindruck davon bekommen, wie gesunde Vielfalt schmeckt – oder eben nicht. Weiter geht es mit der Muttermilch: Je abwechslungsreicher sich die Mutter ernährt, umso abwechslungsreicher schmeckt auch die Milch. Damit ist sie der Flaschenmilch überlegen, die geschmacklich natürlich nicht variiert. Aber auch da können Eltern etwas tun und mit der Beikosteinführung verschiedene pürierte Gemüse beimischen.

Also kann die Mutter durch ihre eigene Ernährung viel Einfluss nehmen?

Unbedingt. Und auch hier können wir viel von anderen Ländern und Kulturen lernen: Französinnen essen in Schwangerschaft und Stillzeit genau wie sonst – in Deutschland sind für viele werdende Mütter Lebensmittel wie Knoblauch, bestimmte Hülsenfrüchte, Kräuter oder scharfe Gewürze tabu, das ist aus meiner Sicht unnötig.

Kann man denn auch noch bei älteren Kindern „umsteuern“, oder ist es irgendwann zu spät?

Nein, zum Glück ist es nie zu spät. Aber je älter das Kind ist, desto mehr Geduld müssen Eltern wahrscheinlich aufbringen. Während Babys noch 10.000 Geschmacksknospen haben, verkümmern diese, wenn sie nicht stimuliert werden. Kinder werden als Gourmets geboren! Wichtig ist es, sie ins Einkaufen und Kochen einzubeziehen. Einfach mal gemeinsam eine Pizza backen und diese witzig und gesund belegen – aus dem Gemüse wird dann einfach mal ein Gesicht. Man kann auch anfangen, ein paar Vollkornnudeln unter die normalen zu mischen und Kinder so langsam an den Geschmack gewöhnen. Und auch bei älteren Kindern gilt: Lebensmittel wie verschiedene Gemüse immer wieder anbieten, nicht zu schnell aufgeben, vielleicht mal zur Suppe pürieren. Das Allerwichtigste ist, keinen Druck auszuüben und eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. Wenn das gemeinsame Essen am Tisch als schönes Erlebnis wahrgenommen wird, bei dem auch erzählt und gelacht wird, ist schon viel gewonnen. Und natürlich sind die Eltern wichtige Vorbilder. Wenn sie sich selbst gesund, ausgewogen und abwechslungsreich ernähren, färbt das ganz automatisch ab.