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Nahrungsmittelintoleranzen Symptome Diagnose

Dr. Katja Nemat zum Thema: Nahrungsmittelintoleranzen bei Kindern. Welche Symptome und Diagnosen gibt es?

Nahrungsmittelintoleranzen bei Kindern: Symptome und Diagnose

Wenn von Nahrungsmittelintoleranzen die Rede ist, geht es um nicht IgE-vermittelte Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Das bedeutet, das Immunsystem ist an den auftretenden Reaktionen nicht beteiligt. Zu den Intoleranzen gehören die Fruktosemalabsorption, die Laktoseintoleranz, Pseudoallergien und die Histaminintoleranz. Was ist der Unterschied und wie relevant sind diese Intoleranzen für Kinder? MeinAllergiePortal sprach mit Dr. Katja Nemat, Fachärztin für Kinderpneumologie und Allergologie am Kinderzentrum Dresden-Friedrichstadt (Kid) und Mitglied des Vorstands beim Ärzteverband Deutscher Allergologen e.V. (AeDA) über Symptome und Diagnose.

Frau Dr. Nemat, wie erfolgt die Diagnose der nicht allergisch bedingten Nahrungsmittelunverträglichkeiten?

Bei den nicht allergisch bedingten Nahrungsmittelunverträglichkeiten bietet sich ein sehr heterogenes Bild. Besteht z.B. der Verdacht auf eine Fruktosemalabsorption, kann der Gastroenterologe einen Atemtest durchführen, der die Erkrankung nachweist. Bei positivem Testergebnis wäre eine fruktosearme Diät empfehlenswert. Häufig sieht man eine Besserung im Verlauf, aber prinzipiell handelt es sich um ein dauerhaft bestehendes Problem.

Man muss allerdings sagen, dass die kindliche Ernährung grundsätzlich überaus fruktosehaltig ist. Die verbesserte Symptomatik könnte deshalb auch darauf zurückzuführen sein, dass diese Nahrungsmittel dann weitgehend aus dem Speiseplan gestrichen werden.

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nahrungsmittelunvertraeglichkeiten dr katja nematÜberblick Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Quelle: Dr. Katja Nemat

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Und wie wird die Laktoseintoleranz diagnostiziert?

Auch bei der Laktoseintoleranz kann die Diagnose über einen Atemtest gestellt werden und auch hier ist eine diagnostische Diät möglich, während der das Kind laktosefrei ernährt wird. Bessern sich in diesem Zeitraum die Beschwerden, werden die laktosehaltigen Speisen erneut eingeführt und wenn sich daraufhin die Beschwerden erneut einstellen, ist die Diagnose Laktoseintoleranz zumindest sehr wahrscheinlich. Die Laktoseintoleranz ist eine Erkrankung, die in der Regel bestehen bleibt.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Aufklärung der Eltern, dass eine Laktoseintoleranz nichts mit einer Allergie auf das Kuhmilch-Protein zu tun hat. Bei der Laktoseintoleranz ist der Milchzucker unverträglich und nicht das Milcheiweiß, und eine Allergie richtet sich immer gegen das Protein. Die klinische Symptomatik der Laktoseintoleranz beschränkt sich auf den Magen-Darm-Trakt. Typische Symptome der sind Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, es kommt aber z.B. nicht zu Hautsymptomen.

Und wie sieht die Diagnose der Pseudoallergien und der Histaminintoleranz aus?

Beide Erkrankungen treten weniger im Kindesalter, als im Erwachsenenalter auf. Pseudoallergien und die Histaminintoleranz sind nur auf Basis des klinischen Bildes bei wiederholtem Auftreten diagnostizierbar. Es gibt keine spezielle Labordiagnostik für die Diagnose von Pseudoallergie.

Gleiches gilt für die Histaminintoleranz - die Messung der Diaminooxidase (DAO) ist für eine Diagnose nicht hilfreich. Die Frage ist: Sind im Laufe von in der Regel Jahren, Symptome aufgetreten, die auf eine Histaminintoleranz hindeuten. Zur Diagnose der Histaminintoleranz gehört eine detaillierte Anamnese der Symptome und möglicher Triggerfaktoren. Zum Ausschluss einer Nahrungsmittelallergie sollte eine allergologische Diagnostik mit Prick-Test und Bestimmung des allergenspezifischen IgE im Blut durchgeführt werden. Zusätzlich sollte durch eine Bestimmung der Serumtriptase eine Mastozytose als mögliche Ursache für die Symptome ausgeschlossen werden.1)

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Die Diagnose Histaminintoleranz wird gestellt, wenn die folgenden Kriterien erfüllt sind:

1. Zum einen müssen mindestens zwei der folgenden typischen Symptome vorhanden sein:

Histaminintoleranz-Symptome:1)

  • Haut: Flush, Urtikaria, Juckreiz
  • Gastrointestinaltrakt: Übelkeit/Erbrechen, Bauchschmerzen, Meteorismus, Diarrhöen
  • Zentrales Nervensystem: Kopfschmerzen, Schwindel
  • Kardiovaskuläres System: Hypotonie (Bluthochdruck), Tachykardie (Herzrasen), Herzrhythmusstörungen
  • Atemwege: Nasale Obstruktion, Fließschnupfen
  • Urogenitaltrakt: Dysmenorrhoe (Regelschmerzen)
  • Unverträglichkeit von histaminliberierenden/DAO-blockierenden Medikamenten
  • Unverträglichkeit von histaminreicher Nahrung/Alkohol

2. Weiter sollten die Einhaltung einer histaminfreien Diät und die Gabe von Antihistaminika eine Besserung der Symptome mit sich bringen.

3. Zusätzlich sollte beim Patienten eine erniedrigte DAO-Aktivität und/oder ein erhöhter Histaminspiegel festgestellt werden

4. Die klinische Relevanz sollt durch eine placebokontrollierte orale Provokation mit Histamin nachgewiesen werden.

Sind diese Kriterien erfüllt, wäre eine therapeutische histaminarme Diät angeraten, eine Ernährungstherapeutin könnte hier hilfreich sein.

Frau Dr. Nemat, herzlichen Dank für dieses Interview!

Quellen:

1) Laura Maintz, Thomas Bieber, Natalija Novak, Die verschiedenen Gesichter der Histaminintoleranz. Konsequenzen für die Praxis, Deutsches Ärzteblatt, Jg. 103, Heft 51 – 52,

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