Laktoseintoleranz Kind Diagnose

Dr. Annette Brunert zum Thema: Laktoseintoleranz beim Kind: Wie erfolgt die Diagnose?

Laktoseintoleranz beim Kind: Wie erfolgt die Diagnose?

Warum ist es wichtig, ab wann es zu einem Anstieg des Wasserstoffgehaltes in der Ausatemluft des Kindes kommt?

Kommt es im Verlauf des H2-Atemtestst sehr früh zu einem Anstieg von Wasserstoff in der Ausatemluft des Kindes, ist dies ein Hinweis darauf, dass eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarmes mit bestimmten Bakterien vorliegen könnte.

Kommt es erst ab etwa 90 Minuten zu einem Anstieg des Anteils von Wasserstoff in der Atemluft von über 20 ppm, spricht man von einem auffälligen Atemtest und kann die Diagnose Laktoseintoleranz stellen.

Allerdings setzt dies voraus, dass diese Testergebnisse auch mit Symptomen einhergehen. Liegt der Wasserstoffgehalt der Ausatemluft über 20 ppm und das Kind hat in diesem Moment gar keine Symptome, kann man nicht von einer Laktoseintoleranz ausgehen, denn beim H2-Atemtest werden sehr große Mengen Laktose verabreicht.

Allerdings, es gibt auch die sogenannten „Non Producer“.

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Sie sagten, beim H“-Atemtest sei ein sehr früher Anstieg von Wasserstoff ein Hinweis auf eine Fehlbesiedlung des Dünndarms. Warum ist das so?

Wenn es bei einem H2-Atemtest schon bei sehr geringen Laktose-Dosen zu einem Anstieg von Wasserstoff in der Atemluft kommt, ist diese ein Hinweis darauf, dass bestimmte Bakterien bereits im Dünndarm und nicht erst im Dickdarm auf die Laktose reagieren. Im Dünndarm kommt es aber durch Laktose üblicherweise nicht zur Gasbildung und damit zu Symptomen, denn hier befindet sich ja das laktoseabbauende Enzym Laktase. Wenn sich in den oberen Dünndarmabschnitten aber Bakterien angesiedelt haben, die dort üblicherweise nicht vorhanden sein sollten, können sie bereits an dieser Stelle auf die Laktose mit Gasbildung reagieren.

 

Was tut man, wenn man im Zuge des H2-Atemtests beim Kind eine Fehlbesiedlung des Dünndarms feststellt?

Dann kann man mit einer Stuhluntersuchung untersuchen, ob die Fehlbesiedlung so relevant ist, dass eine Antibiotika-Therapie angeraten ist. Möglicherweise kann es aber auch ausreichen, mit „guten“ Darmbakterien zu arbeiten.

Die Fehlbesiedlung, die eine sekundäre Laktoseintoleranz ausgelöst hat, kann die Folge einer anderen Grunderkrankung sein. Eine mögliche Grunderkrankung wäre zum Beispiel eine Zöliakie, eine chronisch entzündlichen Darmerkrankung oder eine Magen-Darm-Infektion.

Das gute ist jedoch, dass die sekundäre Laktoseintoleranz verschwindet, wenn man die Grunderkrankung therapiert. Bei auffälligen H2-Atemtests sollte deshalb stets immer abgeklärt werden, ob eine solche Grunderkrankung vorliegt.

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